Bevor die Kühltruhe das Pökeln ersetzte...

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Ohne ein gehöriges Quantum Salz geht es nicht: Zum ersten Pökeltag in den Westfälischen Salzwelten laden Leiter Dr. Oliver Schmidt, Museumspädagogin Jeanette Metz und Siedeexperte Dieter Melcher (rechts) für den kommenden Sonntag ein.

Bad Sassendorf - Das Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten erinnert mit dem ersten Pökeltag am Sonntag an die Bedeutung dieses Konservierungsverfahrens.

Kühltruhe auf: Rinderbraten rein, fertig. Wenn die treusorgende Hausfrau heutzutage Vorräte anlegen will, ist das Dank moderner Technik ein Klacks. Vor der Erfindung und Verbreitung der Tiefkühltruhe hatten die Menschen es deutlich schwerer, Lebensmittel haltbar zu machen. Das Mittel der Wahl war das Pökeln, daran erinnern die Westfälischen Salzwelten mit dem Pökeltag am kommenden Sonntag.

Bei dem ersten Pökeltag in den Westfälischen Salzwelten dreht sich alles um Schinken, Sauerkraut, Solekruste und eingelegte Gürkchen. Denn alle diese Leckereien konnten nur dank des Salzes haltbar gemacht werden, und dieses Siedesalz wurde in Sassendorf über Jahrhunderte hinweg hergestellt. Noch in den 1950er Jahren hatten nur vereinzelte deutsche Haushalte einen Kühlschrank, man musste sich mit anderen Konservierungsmethoden behelfen, berichtet Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt.

Eine wichtige Rolle spielte dabei das Haltbarmachen von Lebensmitteln mit Salz. Die Westfälischen Salzwelten zeigen am Sonntag, 17. September, von 11 Uhr bis 17 Uhr welche Methoden der Haltbarmachung mit Salz es gibt und wie sie funktionieren. Die Besucher können Siedemeister Dieter Melcher an diesem Tag beim Sieden von Pökelsalz über die Schulter schauen. Dabei verrät der Siedemeister viele spannende Fakten über das spezielle Salz. Pökelsalz durfte in keinem Haushalt zur Haltbarmachung von Fleischwaren fehlen – dementsprechend große Mengen Salz wurden produziert. 

Theodor Feldmann aus Lippstadt vermittelt Wissbegierigen, wie das Pökelsalz richtig verwendet wird. Vor den Augen der Besucher pökelt er westfälische Schinken und erklärt, worauf dabei zu achten ist. Kulturwissenschaftlerin Hildegard Mihm aus Dortmund wiederum lädt die Besucher ein, eigenes Sauerkraut für zu Hause herstellen. Im Angebot sind zudem Salzgurken von Direktvermarkter Thorsten Vormberg aus Werl, Siegfried Regner heizt den Ofen im Backhäuschen ein und erklärt, warum ein gutes Brot ohne Salz nicht möglich ist. Im Backhäuschen können die jüngeren Besucher sich am Mahlen von Mehl aus dem vollen Korn versuchen. 

Wer danach noch Kraft hat, kann für zu Hause eigene Butter herstellen – eine anstrengende Arbeit, die aber wirklich belohnt wird. Im Museumsshop gibt es an diesem Tag außerdem Westfälische Solekruste, gebacken in der Abtei Königsmünster mit ausschließlich regionalen Zutaten und natürlich mit Bad Sassendorfer Sole. „Ein gutes Stück Heimat zum Mitnehmen“, sagt Museumsleiter Schmidt. 

Pökeltag der Salzwelten: Sonntag, 17. September, von 11 bis 17 Uhr. Bei den Aktionen außerhalb des Museums kann kostenfrei zugeschaut werden. Wer zum beispiel Sauerkraut herstellen möchte, zahlt einen Selbstkostenpreis.

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