Schmuck, Bargeld, EC-Karten weg

Ehepaar fällt auf Betrüger rein - Täter fälschen nicht nur Anrufe der Polizei

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Bad Sassendorf - Ein älteres Ehepaar aus Bad Sassendorf ist am Mittwoch Opfer von Betrügern geworden. Sie gaben Schmuck, Bargeld und den EC-Karten samt Pin-Codes ab. Besonders dreist in diesem Fall: Die Betrüger gaben sich nicht nur als Polizisten aus!

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, meldeten sich die unbekannten Täter zunächst telefonisch bei den Eheleuten. Oberkommissar Schwarz und Kommissar Schulze erzählten dem Ehepaar von einer "Einbruchsliste", auf der auch ihr Name stehen würde. 

Die Betrüger erklärten dem Ehepaar anschließend, die Polizei würde Geld und Wertgegenstände einsammeln, um so das Vermögen der Bürger zu schützen. Es wurden persönliche Dinge erfragt und vor allem weitere Telefonate verboten, da ihr Telefon wahrscheinlich abgehört würde. 

Bei der Übergabe der Wertgegenstände solle nur die Frau an die Tür kommen. Es dürfe nicht gesprochen werden und der Kommissar würde sofort wieder gehen. Auf die Frage ob der Mann seinen Dienstausweis vorzeigen könnte wurde geantwortet. "Selbstverständlich nicht - das ist eine Geheimaktion!" 

"Versicherung" und "Sparkasse" melden sich

Nach diesem Telefonat meldete sich die Versicherung der beiden Senioren und bestätigte die Angaben der Polizei: "Machen Sie bloß was die sagen!" 

Kurz darauf war dann die Sparkasse am Apparat. Auch von dort kam der gute Rat den Anweisungen der "Kommissare" zu folgen. 

Eine Stunde später holte ein fremder Mann wie abgesprochen einen Beutel mit Schmuck, Bargeld und den EC-Karten samt Pin-Codes der Opfer ab. 

Die Schadenshöhe konnte nach Angaben der Polizei bisher nicht geklärt werden. 

"Die Polizei ruft Sie nicht an"

"Obwohl seit Monaten von Seiten der Polizei auf diese Masche hingewiesen wird, fallen immer noch Menschen darauf herein und werden so zu Opfern", heißt es in dem Polizeibericht der Polizei.

In dem Bericht fasst die Kriminalpolizei noch einmal die wichtigsten Tipps zusammen:

  • Die Polizei ruft sie nicht an um sie vor geplanten Einbrüchen zu warnen 
  • Falls "die Polizei" sie angerufen hat, wählen sie die 110 und hinterfragen sie den Anruf. 
  • Geben Sie am Telefon keinesfalls private Daten von sich bekannt. Dazu zählen auch Namen von Versicherungen und Geldinstituten.
  • Wenn Ihnen ein Telefonat mit Fremden seltsam erscheint, legen Sie einfach den Hörer auf. 
  • Lassen Sie keine Fremden in ihre Wohnung. Sorgen Sie dafür, dass Sie bei angekündigten Besuchen nicht allein sind. 
  • Machen Sie ältere Menschen in ihrem Umfeld auf die Masche aufmerksam.

Die Betrugsmasche „falscher Polizist“ ist nach den Beobachtungen der Opferschutzorganisation Weißer Ring weit verbreitet, berichtet Stefan Winkelmann.

Die Täter seien inzwischen so raffiniert, dass sie bisweilen sogar die Namen realer Polizisten angeben und Visitenkarten vorlegen, deren Telefonnummern vermeintlich zur Polizei, tatsächlich aber zu den Komplizen führen. 

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