Bautätigkeit im Kurort: Schwierige Zeit für Gastgeber

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Die Belegung der Gästebetten ist wegen der umfassenden Bautätigkeit im Kurort leicht rückläufig.

Bad Sassendorf - Wo umfassend renoviert und neu gebaut wird, da kann es schon mal ungemütlich werden. Mit einer gewissen Besorgnis schauten die Gastbetriebe aus dem Ort daher im Vorfeld auf das laufende Jahr, weil unklar war, wie viele Gäste wegen der Baustellen in der Sole-Therme und dem Kurpark ausbleiben würden. Nach einer ersten Zwischenbilanz fällt die Antwort darauf recht erträglich aus. Das berichtete Olaf Bredensteiner, der leiter der Gäste-Information und des Ortsmarketings, jetzt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus.

Die Zahl der Gästeankünfte und die Zahl der Gästeübernachtungen ging nach den Zahlen des Landesbetriebs it.nrw nur wenig zurück, allerdings ist zu berücksichtigen, dass hier nur Betriebe ab zehn Betten berücksichtigt werden, bei 2 200 Betten insgesamt werden in Bad Sassendorf rund 150 von jenen kleinen Betrieben gestellt, die von der Statistik nicht erfasst werden. Und es ist zu berücksichtigen, dass rund 70 Prozent der Ankünfte und Übernachtungen auf die Kliniken entfallen. 

Bei den „kleinen“ Gastgebern sei wohl davon auszugehen, so Bredensteiner, dass die Entwicklung etwas schwieriger verlaufen ist. Aktuell für den Monat Juni sei ein Rückgang von 7,8 Prozent bei den Ankünften und von 8,5 Prozent bei den Übernachtungen zu verzeichnen. Feiertage, Großwetterlage oder andere Faktoren spielten jedoch eine große Rolle, so dass es schwierig sei, einen einzelnen Monat isoliert zu betrachten. 

Gegenüber Erfahrungen in anderen Heilbädern sei die Entwicklung noch erträglich, so Bredensteiner. In Bad Rothenfelde, wo das Solebad wegen Umbau für eineinhalb Jahre komplett geschlossen wurde, sei die Zahl der Buchungen um zehn bis 15 Prozent zurückgegangen. Zudem hoffen die Betriebe, dass die Buchungen langsam wieder anziehen. 

Gerade bei den Stammgästen habe es aber auch Probleme gegeben. Mancher, der wie in den Vorjahren angereist war, ohne auf die Bautätigkeit eingestellt zu sein, habe sauer reagiert, dass das Gradierwerk oder die Außenbecken der Sole-Therme nicht zur Verfügung standen. Dies zeige auch die Grenzen auf, die Bautätigkeiten umfangreich zu kommunizieren. 

Andererseits werde versucht, die Einschränkungen durch zusätzliche Vorteile bei der Kurkarte, Gutscheine und Veranstaltungen wie „Kultur in der Baustelle“ zu kompensieren. Dabei hätten sich auch die Gastgeber mit Präsenten, Preisnachlässen oder anderen Aktionen beteiligt. 

Dies unterstrich auch Volker Stein, der Vorsitzende des Fördervereins Tourist Office Sälzergilde: „Unsere Mitglieder haben ein ganz großes Kompliment verdient, sie sind diejenigen, die in vorderster Front die Baumaßnahmen erklären und für Verständnis werben müssen.“ 

Die Stimmung unter den Betrieben sei bis auf wenige Ausnahmen gut, so Stein weiter: „Die meisten sehen ein, dass Bad Sassendorf was tun muss, um die alten Gäste zu halten und neue zu gewinnen.“ 

Ergänzend berichtete Bredensteiner, dass seitens des Ortsmarketings derzeit eine neue „Dachmarke“ für den Ort erarbeitet wird unter dem Motto „Das neue Bad Sassendorf“. Damit sollen die Neuerungen besonders betont werden, wo der Ort demnächst in der Tat einiges zu bieten haben wird; so etwa bei der Sole-Therme, dem begehbaren Gradierwerk und dem „Kurpark 3.0“, der geradezu vorbildhaft wirken soll für eine barrierefreie Gestaltung. 

Die einzelnen Etappen bis zu diesem Ziel, etwa das Richtfest oder die Einweihung für das neue Gradierwerk, oder die Fertigstellung aller Maßnahmen im Frühjahr 2020 sollen feierlich begangen werden.

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