Gelände gesperrt

Großeinsatz der Polizei am Bahnhof in Bad Sassendorf: Polizei dementiert Schuss-Gerüchte

Bahnhof in Bad Sassendorf: Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.
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Bahnhof in Bad Sassendorf: Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.

Ein Großeinsatz der Polizei sorgte am Sonntag für riesige Probleme im Bahnverkehr rund um Bad Sassendorf. Die Hintergründe.

Update vom 23. November, 16.30 Uhr: Der Bahnhof weiträumig abgesperrt, der Zugverkehr eingestellt: Der Polizeieinsatz am Sonntagnachmittag und am Abend hatte für Einwohner und Bahnreisende erhebliche Auswirkungen. Ausgelöst wurden die Maßnahmen, weil sich im Bahnhof ein extrem auffälliger Mann aufhielt, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Gegen 20.50 Uhr konnte der 28 Jahre alte Mann durch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in Gewahrsam genommen werden, der Bahnverkehr und das Umfeld des Bahnhofs wurden danach wieder freigegeben.

Gegen 13.30 Uhr war der Polizei gemeldet worden, dass sich eine Person mit auffälligen Verhalten am Bahnhof in Bad Sassendorf aufhielt. Neben einem großen Aufgebot an Polizei eilten auch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Bad Sassendorf und der Rettungsdienst des Kreises zu dem Einsatzort. Der Mann stand laut Polizeibericht auf dem Dach des Wartebereichs in unmittelbarer Nähe der Bahngleise. Im Verlauf des Einsatzes habe er das Dach jedoch nicht verlassen wollen und sich mit einem Messer fortlaufend selbst verletzt.

Während des Einsatzes wurden daher der Bahnverkehr und der unmittelbare Bereich des Bahnhofs gesperrt. Gegen 20.50 Uhr wurde der Mann durch Spezialkräfte der Polizei in Gewahrsam genommen. Aufgrund seiner selbst zugeführten Verletzungen wurde er mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren.

Gerüchte über Schüsse: Polizei dementiert

Augenzeugen berichteten gegenüber dem Anzeiger, dass kurz vor dem Zugriff der Polizei mehrmals laute Knalle zu hören gewesen sein sollen. Dies bestätigte ein Anwohner, der den Vorfall aus dem Bahnhofsgebäude heraus beobachtet hatte. Der Mann habe auf dem Dach des Wartebereichs gestanden und die ganze Zeit laut geschrien.

Ein anderer Augenzeuge erklärte gar, sechs bis acht Schüsse gehört zu haben. Polizeipressesprecherin Maike Wolf erklärte auf Nachfrage jedoch, dass bei dem Einsatz keine Schüsse gefallen seien. Auch laute Knalle könne sie nicht erklären. Die schweren Verletzungen habe sich der Mann selbst beigebracht.

Sperrung der Bahnlinie

Die Sperrung des Bahnhofs betraf zum einen die Linie RE11, die zwischen Essen über Soest und Bad Sassendorf und Paderborn und Kassel-Wilhelmshöhe verkehrt. Zum anderen waren die Züge der Linie RB 89 zwischen Münster, Hamm und Soest sowie Lippstadt, Paderborn und Warburg betroffen. Die Züge endeten während der Sperrung in Soest, Hamm, Lippstadt oder Paderborn. Als Ersatz für die Züge wurden Busse eingesetzt.

Unser News-Ticker zum Großeinsatz am Bahnhof zum Nachlesen

Update vom 22. November, 22.31: Der Einsatz konnte beendet werden. Die Bahnstrecke wurde wieder freigegeben. Der Täter ist in Gewahrsam genommen. Er verletzte sich selbst schwer.

Update vom 22. November, 20.04 Uhr: Noch immer sind die Beamten der Polizei Kreis Soest, des SEK und der Feuerwehr vor Ort. Die Lage ist noch unverändert, sagte eine Sprecherin der Polizei. Wie lange der Einsatz noch dauern wird, ist noch nicht abzusehen.

Bad Sassendorf - Die Polizei des Kreises Soest ist in Bad Sassendorf im Einsatz. Das Gelände ist weiträumig durch die Einsatzkräfte abgesperrt worden. Eine Person ist im psychischen Ausnahmesituation und muss in Gewahrsam genommen werden. Gefahr für die Bevölkerung besteht laut einem Sprecher der Polizei Kreis Soest nicht. Die Situation sei polizeilich unter Kontrolle. Es ist ein Großaufgebot vor Ort: Feuerwehr, Einsatzkräfte der Streifenpolizei und Beamte des SEK sind derzeit am Bahnhof im Einsatz.

Der Bahnverkehr ist durch den Einsatz gestört. Der Bahnhof ist bis auf Weiteres gesperrt. Es fahren derzeit laut Bahn keine Züge zwischen Soest und Lippstadt.

Bad Sassendorf: Bahnhof nach großem Polizei-Einsatz gesperrt

Die Zugstörung betrifft die Linie RE11 in Richtung Paderborn Hbf/Kassel-Wilhelmshöhe und Essen. Die Züge enden jeweils in Soest, Hamm, Lippstadt und Paderborn. Die Züge der Linie RB 89 fahren nur zwischen Münster, Hamm und Soest sowie zwischen Lippstadt, Paderborn und Warburg. Es gibt zwischen Hamm und Padernborn mit Zwischenhalten in Soest und Lippstadt Busse für den Schienenersatzverkehr.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Suizide, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn viele Menschen betroffen sind wie z.B. in diesem Fall durch eine Sperrung der Bahnstrecke. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, z.B, bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

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