Gruß berührt Herzen

Feuerwehr-Musikzug dankt aus luftiger Höhe

Hoch über den Dächern Sassendorf gaben Lukas und Julian Grave ihr Ständchen.
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Hoch über den Dächern Sassendorf gaben Lukas und Julian Grave ihr Ständchen.

Bad Sassendorf – Die Sonne scheint, ein warmer Frühlingstag neigt sich dem Ende entgegen – und die Feuerwehr tritt an, um den Menschen ein wenig Freude zu schenken, wie es Gemeindewehrführer Ralf Suckrau formuliert. 

Vor der Kulisse eines tiefblauen Himmels fährt die Drehleiter in die Höhe, im Korb: die Brüder Lukas und Julius Grave, die sich auf dem Sälzerplatz mit ihren Instrumenten nach oben hieven ließen, um über den Dächern von Bad Sassendorf zu spielen. 

„Eine spontane Aktion“, sagt Ralf Suckrau zu diesem kleinen Konzert und besonderen Tagesausklang. Bei allen Auflagen durch Corona und die derzeitigen Ausgangseinschränkungen sei es schön, den Menschen immer wieder Lichtblicke zu bieten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist der Gedanke hinter dem Auftritt der beiden Bläser, die dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sassendorf angehören. 

Publikum hält Abstand und filmt

Spaziergänger blieben stehen und lauschten begeistert den Klängen aus Posaune und Tuba. Sie hörten – passend zum Beethoven-Jahr – die „Ode an die Freude“ und anschließend das irische Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“. Mancher in dem auf Abstand bedachten Publikum zückte das Handy, um die Szene in Bild und Ton festzuhalten. 

Die Überraschung ist den Akteuren gelungen, sie hatten ihre Idee extra nicht groß bekannt gegeben, um wegen des Verbotes von Versammlungen keine Schaulustigen anzulocken. Alle Vorschriften seien streng beachtet worden, macht der Chef der Bad Sassendorfer Feuerwehr deutlich. Lukas und Julian Grave übermittelten ihre klingenden Grüße stellvertretend für den gesamten Musikzug, auf einer derart hohen Bühne dürften sie noch nie als Duo gestanden haben. Dort hatten sie alles im Blick. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, stimmte der Chor der Kirchenglocken im Kurort ihr 18-Uhr-Geläut an, das sowohl die Mitwirkenden als auch die Zuhörer nach Hause begleitete. 

Musik gegen das Virus - die Musiker der Feuerwehr sind dabei: Etliche stehen sonntags an ihren Fenstern oder auf den Balkonen und greifen zu ihren Instrumenten. Sie lassen als Mutmacher von sich hören und setzen ein Zeichen der Verbundenheit. Die Nachbarn wissen das zu schätzen und spenden Applaus. Nach wie vor ist es den Ehrenamtlichen wichtig zu vermitteln: „Wir sind für euch da. Bleibt ihr für uns zuhause.“ 

Die Retter und Helfer hören Lob für ihren Einsatz. Das kurze Zwischenspiel auf dem Sälzerplatz kam gut an. Es gibt auch schon den Wunsch nach einer Wiederholung. Ein Kommentar auf der Internetseite der Feuerwehr mit den mittels einer Drohne eingefangenen Aufnahmen heißt es im Hinblick auf die Zeit nach Corona: „Bitte noch einmal, wenn der Spuk vorbei ist, damit wir das alle sehen können.“ 

Angelika Cosmann schreibt: „Das ist eine tolle Aktion und berührt die Herzen. Vielen Dank dafür und bleibt alle gesund und haltet zusammen, dass unser Dorf nach Corona aufblüht mit wundervollen Menschen.“ Andere berichten vom Gänsehautgefühl, das sie ergriff, und meinen: „Echt super gemacht.“

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