DSL per Antenne: Funkstille sorgt für verärgerte Kunden

BAD SASSENDORF ▪ Funkstille überm Lohner Klei: In dem Gewerbegebiet und ebenso in anderen Bereichen in Bad Sassendorf und Erwitte, wo die Firma „Paracom“ seit September letzten Jahres eine DSL-Versorgung per Richtfunk aufgebaut hatte, kam es in den vergangenen Tagen wiederholt zu Störungen. Die Ausfälle waren offenbar massiv und haben etliche Kunden erheblich verärgert.

Ursache für die Störungen ist ein Streit zwischen den Unternehmen „Paracom“ und „wireless-it-systems“. Infolgedessen hatte Paracom-Geschäftsführer Thorsten Barzen veranlasst, dass bei der Richtfunkanlage in Erwitte der Stecker gezogen wurde. Damit war ein zentraler Knotenpunkt nicht mehr in Betrieb, und die DSL-Funkverbindung unterbrochen.

Wie Ralf Linnebur, der Leiter des Gebäudebetriebs der Stadt Erwitte, gestern mitteilte, wollte Paracom die Verbindung jedoch noch gestern Nachmittag wieder in Betrieb nehmen.

Hintergrund für die „Funk-Störungen“ ist ein Streit zwischen Paracom und „wireless“. Letzterem Unternehmen gehören die Anlagen, erläuterte Miriam Bartholome, eine der Vorstandsvorsitzenden von „wireless-it“. An Paracom habe man die Anlagen vermietet gehabt. Dieser Mietvertrag sei aber per 31. Oktober 2009 gekündigt worden, weil „wireless“ mit der Geschäftsauffassung der Paracom nicht einverstanden gewesen sei. So habe Paracom sich geweigert, die Übertragung per Funk zu verschlüsseln, mit der Folge, dass Kunden wie etwa Haus Düsse dies entweder selbst erledigen mussten. Oder möglicherweise sensible Daten oder Kunden-Passwörter gingen unverschlüsselt über den Äther, berichtete Bartholome. Am Donnerstag sei in einem Gespräch mit den Anwälten beider Seiten vereinbart worden, „dass Paracom die Stromverbindung für den Knotenpunkt Erwitte wieder herstellt, alles weitere regeln die Gerichte“. Ziel sei es für „wireless“ nun, die DSL-Funkanlagen komplett in Eigenregie zu übernehmen.

Aus all dem will die Stadt Erwitte sich heraushalten. Zu dem Streit äußerte Linnebur sich nur zurückhaltend. Paracom scheine Verträge mit „wireless“ zu haben. Aber alleiniger Vertragspartner mit der Stadt sei die Paracom. Mit diesem Partner habe die Kommune einen Vertrag abgeschlossen, wonach das Dach des Städtischen Gymnasiums als Standort für die DSL-Antenne genutzt werden kann. Linnebur bestätigte, dass Paracom die Funkverbindung zwischenzeitlich habe unterbrechen lassen.

Bartholome kündigte gestern an, dass die Kunden per Schreiben über den Wechsel informiert werden sollen. Zudem stellte sie den Kunden in Aussicht, dass die Gebühren für September wegen des Ärgers erstattet würden. Die Kosten für die einzelnen Anschlüsse würden gleich bleiben, das Internet werde wegen einiger technischer Änderungen aber etwas langsamer.

Linnebur zeigte sich zufrieden, dass die Internet-Versorgung für die betroffenen Ortsteile von Erwitte und Bad Sassendorf wieder steht, wenn Barzen seine Zusage hält. Schließlich sind gerade diese Ortsteile, was leistungsfähiges Internet per Kabel angeht, ohne Alternative.

Allerdings nicht im Lohner Klei. Hier hat die Deutsche Telekom den Bau des Radweges von Neuengeseke zum Lohner Klei genutzt, um ihr Glasfaserkabel bis ins Gewerbegebiet zu verlängern. Längst habe Telekom damit begonnen, potenziellen Kunden per Schreiben einen DSL-Breitbandanschluss anzubieten, berichten Gewerbetreibende. ▪ tbg

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