Andreas Schmidt und die Promis

Dieser Weslarner fotografiert Stars

+
Pfarrer Ralph Frieling (links) ist ein guter Freund des Fotografen Andreas Schmidt, der zurzeit in Herzfeld ausstellt. Das Bild in der Mitte zeigt keinen Promi.

Herzfeld/Weslarn – „Ich bin Berliner mit westfälischen Wurzeln.“ Andreas Schmidt, in Soest geboren und in Weslarn aufgewachsen, macht keinen Hehl aus seiner Liebe zur Heimat – auch wenn es ihn beruflich in die großen Städte der Republik und seit einigen Jahren in die Hauptstadt verschlagen hat. 

Der 50-Jährige, der seit seiner Kindheit leidenschaftlich fotografiert, stellt derzeit in der Dankeskapelle Herzfeld 20 Fotos an Wänden und auf Staffeleien aus.

Es sind Porträts von Prominenten, aber auch von Menschen, die ihm täglich begegnen und die sein Interesse geweckt haben. Andreas Schmidt schafft es auf beeindruckende Weise, mit der Kamera Lebenslinien festzuhalten. Spontane Schnappschüsse, lange geplante Aufnahmen zu verschiedenen Tageszeiten und wechselnden Lichtverhältnissen, mal farbig, mal schwarz-weiß, sind das faszinierende Ergebnis. Bis zum 4. Oktober sind die großflächigen Bilder während der Gottesdienste und unter der Woche in der Kapelle zu sehen. Weitere Öffnungszeiten gibt die Evangelische Kirchengemeinde Weslarn-Brockhaus noch online auf www.kirchengemeinde- weslarn.de bekannt. 

Artur „Atze“ Brauner.

Der Kontakt zwischen Schmidt und der Kirchengemeinde beruht auf einer langjährigen Freundschaft mit Pfarrer Ralph Frieling und dessen Ehefrau. Außerdem war er seit seiner Jugend in der evangelischen Kirche in Weslarn ehrenamtlich aktiv. Nach dem Studium in Münster verschlug es Andreas Schmidt nach Wien, Leipzig und Essen. Heute lebt und arbeitet er als Redakteur in Berlin, veröffentlicht Artikel in überregionalen Zeitungen und Magazinen. 

Die Liebe zur Fotografie verschafft ihm immer wieder einen ganz besonderen Blickwinkel. „Beim Fotografieren kreuzen sich für mich die Wege unterschiedlichster Menschen“, erklärt Andreas Schmidt. Die Begegnungen machen ihn neugierig und regen ihn stets neu zum gegenseitigen Austausch und Gestalten an. 

Keine Scheu

Viel Prominenz lächelte schon in seine Kamera: „Ich gehe auf sie zu und frage, ob ich sie fotografieren darf“, erklärt er. Scheu kennt er nicht. Außer bei Kabarettisten und Comedians, die sich nicht so gern ins Gesicht schauen lassen, habe er bisher immer Glück gehabt. Zu jedem Bild kann der Fotograf eine kleine Geschichte erzählen. In der Dankeskapelle ist zum Beispiel ein Foto des berühmten, kürzlich verstorbenen Filmproduzenten Artur „Atze“ Brauner ausgestellt. 

„Ich entdeckte ihn an einem Sommerabend in einem Berliner Eiscafé. Da ich in der Nähe wohnte, holte ich schnell meine Kamera und bat ihn um ein Foto. Brauner, der auf einen Freund wartete, stimmte gleich zu und ich durfte ihn fotografieren“, erzählt Andreas Schmidt, und man merkt ihm die Begeisterung, die Freude und eine gewisse Aufgeregtheit an, die mit dem Foto verbunden sind. Das Ergebnis ist eine ausgesprochen schöne Aufnahme, die zeigt, wie entspannt der Mann vor seinem Eisbecher sitzt, lächelt und sich auf den Genuss der Leckerei und sicher auch auf die Begegnung mit dem Freund freut. 

Das ist es, was Andreas Schmidt mit seinen Fotos erreichen möchte. Die Stimmung des Menschen vor der Kamera widerspiegeln. Das ist es auch, was den Reiz seiner Fotos ausmacht. Besonders deutlich wird das bei Bildern der Schauspielerin Katharina Thalbach und ihrer Tochter Anna, die er vor und nach einer Theatervorstellung fotografierte und dabei eindrucksvolle Mimiken festhielt. Schön anzusehen ist auch ein Foto seiner Postbotin, die fröhlich lächelt, oder ein Bild der Fernsehmoderatorin Dunja Hayali, das sie ganz entspannt mit ihrem Hund zeigt.

Besonderer Bezug zur Dankeskapelle

Der Wahlberliner hat sich ganz auf die Porträtfotografie eingestellt. „Ich bewundere Menschen, die Landschaften und Gebäude fotografieren können, das liegt mir gar nicht“, gibt er offen zu. Dass seine aktuelle Ausstellung in der Herzfelder Dankeskapelle stattfindet, hat für ihn einen ganz besonderen Bezug. „Mein Großvater hat beim Bau der Kapelle mitgeholfen. Das erzählte mir meine Mutter eines Morgens beim Frühstück. Daraufhin habe ich mir die Kapelle einmal angesehen und war begeistert von der Form einer Halle.“ Während der Ausstellungszeit sind die Bänke rechts und links an die Seite gerückt. Die Gläubigen können die Bilder auf diese Weise betrachten und sich damit auseinandersetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare