Abschied von Wolfgang Jäschke: Wachablösung bei der Feuerwehr steht bevor

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Engagiert im Einsatz, so kennt man Wolfgang Jäschke. 

Weslarn – Er hat die gesetzlich bestimmte Altersgrenze erreicht, im Frühjahr wird Gemeindebrandinspektor Wolfgang Jäschke seine Funktion als Gemeinde-Wehrführer abgeben.

Nachfolger kann der aktuelle Stellvertreter Ralf Suckrau aus Weslarn werden, wenn Rat und Verwaltung dem zustimmen. Vorgesehen ist der Funktionswechsel für den 1. März, wie Wolfgang Jäschke im Gespräch bestätigte. 1974 trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein, wurde 1984 Löschgruppenchef in Enkesen im Klei, 2003 Zugführer des vierten Zugs und 2008 Leiter der Gemeindefeuerwehr.

Ein Hauch von Abschied lag schon über der Versammlung der Gemeindefeuerwehr am Freitagabend: Die Freiwilligen tagten dieses Mal in der Schützenhalle in Weslarn und ehrten langjährig Aktive und verdiente Funktionsträger. Und sie spendeten langen Applaus für Wolfgang Jäschke, als der mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet wurde, der zweithöchsten Feuerwehr-Auszeichnung in Deutschland. 

Wolfgang Jäschkes langjähriger herausragender persönlicher Einsatz für die Löschgruppen, für die Menschen, für die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr solle damit gewürdigt werden, strich Kreisbrandmeister Thomas Wienecke in seiner Lobrede heraus. Augenfälliger Leistungsnachweis: Fast der gesamte Fahrzeugpark wurde unter Jäschkes Regie ausgetauscht. 

Wie schwierig es gewesen sei, dafür immer wieder grünes Licht von der Politik zu bekommen? Es gebe Brandschutzbedarfspläne mit ihren Vorgaben, und Politik und Verwaltung hätten immer gewusst, was sie an ihrer Feuerwehr haben, sagte Wolfgang Jäschke dazu: „Das war überhaupt nicht schwierig, wir haben immer offen und ehrlich miteinander gearbeitet.“ 

Ein Schwenk nach Berlin: Kreisbrandmeister Thomas Wienecke berichtete von einem aktuellen Putsch gegen Feuerwehr-Präsident Thomas Ziebs, ehemals Bezirksbrandmeister in Arnsberg und damit auch zuständig für den Kreis Soest. Fünf von sieben seiner Vizepräsidenten haben ihn vor wenigen Tagen öffentlich aufgefordert, zurückzutreten. Ausgerechnet, als er nicht in Berlin war, weil seine Mutter gestorben war. Politisch soll er geworden sein mit seinem Machtwort, die AfD habe in der Feuerwehr nichts zu suchen, weder als Geldbeschaffer für klamme Fördervereine noch als Parolenlieferant. 

Thomas Wienecke unterstrich für den Kreisfeuerwehrverband: „Wir wollen Hartmut Ziebs behalten. Wir fordern den Rücktritt der Vizepräsidenten, weil die das Wort Kameradschaft nicht mehr in den Mund nehmen dürfen und das Ansehen der Feuerwehr jetzt schon beschädigt haben!“ Für diese Ansage in seinem offenen Brief, der auf Facebook nachzulesen ist, gab es in Weslarn kräftigen Applaus. Inzwischen hat sich auch der Landesfeuerwehrverband Nordrhein-Westfalen deutlich hinter Ziebs gestellt.

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