Gartenserie mit Klaus Fischer

Tipps für den Garten: So gelingt die Ernte von Tomaten

Die Hitze der vergangenen Wochen hat den Tomaten sehr gutgetan. Wollten sie im Mai und Juni nicht so recht wachsen, so sind sie seit der dritten Juliwoche förmlich durch die Decke gegangen.

  • Bei der Tomatenzucht ist einiges zu beachten.
  • Ein Gartenexperte gibt Tipps, was bei der Ernte gemacht werden muss.
  • Die Tomaten sollten nicht mehr allzu lange hängen bleiben.

Soest – Klaus Fischer, der Gartenexperte von soester-anzeiger.de*, erzählt von seinen Tipps und Tricks bei der Tomatenzucht: In meinem Gewächshaus stehen verschiedene Sorten. Die Roma-Tomate, die bekannt ist für ihr sehr festes Fruchtfleisch und wenig „Glibber“, wächst sehr kompakt und ist jetzt 1,20 bis 1,50 Meter hoch – hat damit praktisch ihre genetisch angelegte Endgröße schon erreicht.

Frucht Tomate
OrdnungNachtschattenartige (Solanales)
FamilieNachtschattengewächse
GattungNachtschatten

Tomaten im Garten: Ob Roma-, Kirsch- oder Fleischtomaten - das ist bei der Zucht zu beachten

Die anderen Sorten, Kirsch-, Fleisch-, Flaschen- und Salattomaten, gehören zu den schlanken, hoch aufwachsenden Typen und haben bisher zwei bis sogar drei Meter Höhe erreicht.

Die ganz großen Tomaten habe ich in etwa zwei Metern Höhe „umgelegt“, also den Trieb waagerecht an einem Draht entlang gelegt und ziehe ihn daran in die Breite – funktioniert, weil in meinem Folientunnel genug Platz ist. Je nach Sorte haben die Pflanzen mittlerweile sechs bis elf Fruchttriebe (Rispen) gebildet, an denen je nach Sorte bis über zwei Dutzend Früchte (Kirschtomaten) hängen. Diese werden am Stamm von unten nach oben reif und an der Rispe von oben nach unten. Es gibt auch einige Sorten, bei denen alle Früchte an einer Rispe gleichzeitig rot werden.

Richtig rote Tomaten: So schön kann eine gelungene Ernte aussehen.

Wie schon in einer früheren Folge beschrieben*, erziehe ich meine Tomaten eintriebig, indem ich jeden zweiten Tag die Geiztriebe aus den Blattachseln entferne. Würde ich jetzt nichts unternehmen, dann würden die Tomatenpflanzen munter immer weiter in die Länge wachsen – bis schließlich der Frost dem Ganzen ein Ende bereitet. Sie könnten dann durchaus fünf Meter Länge erreichen.

Aber so weit sollte man es nicht kommen lassen. Denn wir wollen ja nicht die längste Tomate ziehen, sondern eine gute und reiche Ernte haben. Die Früchte stehen also im Mittelpunkt unseres Interesses.

Tomaten im Garten: Die richtige Zeit zur Ernte

Deshalb ist jetzt, Ende August, die Zeit gekommen, die Tomaten zu köpfen. Wir schneiden einfach die Triebspitze oberhalb eines Blattes ab – auch wenn es manchem schwerfallen wird. Und wir sollten regelmäßig weiter die Geiztriebe entfernen. Die Tomaten bildet nämlich sofort neue Triebe, weil sie weiter in die Länge wachsen will.

Der Grund für diesen radikalen Schritt liegt auf der Hand. Die Früchte, die die Pflanze noch im September und Oktober alle 20 bis 30 Zentimeter Länge bilden würde, haben keine Chance mehr, groß zu werden geschweige denn auszureifen.

Je weiter das Jahr voranschreitet, desto länger dauert das. Denn damit die Tomaten rot und vollaromatisch werden, benötigen die die Früchte Sonnenschein. Und bekanntlich nimmt die tägliche Sonnenscheindauer bis zum Winteranfang kontinuierlich ab.

Ernte von Tomaten: Ist die Frucht geköpft, ist keine Ernte mehr möglich

Wird die Pflanze also heute geköpft, kann sie keine neuen Tomaten mehr bilden und auch keine neuen Triebe. Somit kann sie ihre ganze Kraft in die Ausreifung der vorhandenen Früchte stecken, was ja unser Ziel ist.

Zwar lassen sich zum Saisonende auch grüne Tomaten ernten. Es gibt sogar Rezepte, was man mit grünen Tomaten anfangen kann. Wir legen sie immer auf Zeitungspapier in der Wohnung aus. Sie reifen dann noch aus und werden allmählich rot. Aber – um ehrlich zu sein – diese notreifen Tomaten können geschmacklich mit den Sommerfrüchten überhaupt nicht mithalten. Und jetzt heißt es nur noch, kräftig gießen, regelmäßig ausgeizen und dann bis zum Frost eifrig Tomaten ernten. - Klaus Fischer

Außerdem hat Garten-Experte Klaus Fischer einige Tipps für eine Blütenpracht in 2021*. Und was tun gegen Mehltau? Der Garten-Experte rät zu Hausmitteln gegen den Pilz*. - *soester-anzeiger.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

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