Zusammenstoß am Auto: Das Schicksal wollte es so

Ihr erstes Aufeinandertreffen war unsanft: Ramona stürmte zu ihrem Auto und krachte dabei mit ihrem späteren Freund Dennis zusammen. Es folgten weitere viele zufällige Treffen...

Von Ramona Neumann, Soest

Es war der 14. März 2008, und wie jeden Freitag in diesem Halbjahr der Stufe 11 hatte ich bloß vier Stunden. Die letzten beiden davon fanden in der sogenannten „Villa“ unserer Schule statt. Philosophie-GK bei meinem Lieblingslehrer. Gleich Wochenende – und am Abend die CoAlAr Party im damaligen Fargo.

Dass ich mein Philosophiebuch im Auto gelassen habe, konnte mich nicht mehr schocken. Der Unterricht begann zwar schon, aber ich hatte die Erlaubnis, mein Buch noch schnell zu holen. Da es ziemlich kalt, aber trotzdem sonnig, draußen war, wollte ich so schnell wie möglich wieder im Gebäude sein, denn bis zum Parkplatz war es nicht gerade unweit. Ich lief also los, um die Ecke der Villa in Richtung Schulhof und genau in dem Moment kam ER ebenfalls um die Ecke - zu meinem Bedauern nur von der mir entgegengesetzten Seite. KRACH!

Ich rannte ihm genau in die Arme. „Oh mein Gott, wie peinlich mir das ist. Das tut mir leid!“ Ich merkte natürlich, wie mein Gesicht sofort knallrot wurde. Vor mir stand ein circa zwei Meter großer junger Mann in Dachdeckerklamotten und grinste mich an. „Ist doch nicht so schlimm!“ Ach du Schande. Anscheinend war ihm die Situation nicht so unangenehm wie mir. Ja, logisch. Schließlich bin ICH ihm auch in die Arme gerannt.

Am Abend dann die Vorabifete aller drei Soester Gymnasien. Tanzend blickte ich über die Masse der feierwütigen Jugendlichen. Wessen Blick traf ich währenddessen und völlig unerwartet? SEINEN natürlich. Grinsend winkte ich ihm zu und verlor seinen Blick im nächsten Moment auch schon wieder. Tja, aus den Augen aus dem Sinn.

Im Juni am Bördetag 2008 ging ich zusammen mit meinem Freund in die Stadt. „ Ein Kumpel von mir ist auch hier. Wir wollten uns bei Venezia treffen“, sagte mein Freund. Na gut - warum nicht?! Wie mein Schicksal es anders nicht wollte, hatte dieser besagte Freund natürlich zwei weitere Freunde dabei. Einer davon war ER. „Ich kenne dich doch. Ich weiß nicht, ob du dich noch an mich erinnerst. Wir sind vor ein paar Monaten an meiner Schule ineinander gelaufen, als ich mein Buch aus dem Auto holen wollte und die Kurve ein bisschen zu schnell nahm.“ Nach wenigen Sekunden Bedenkzeit grinste er mich an und schnell kamen wir dann auch ins Gespräch. Der gleiche Humor und die Art unseres „Kennenlernens“ ließ uns auf einer Wellenlänge schweben. Der Abend nahm seinen Lauf, wir haben viel zusammen gelacht und danach war wieder alles beim Alten.

Immer wieder und immer wieder trafen wir uns durch irgendwelche Zufälle. VOR unserem mysteriösen Zusammenstoß kannten wir uns nichtmal vom Sehen. Das Schicksal wollte uns einfach nicht in Ruhe lassen. Überall an irgendwelchen unspektakulären Orten trafen wir uns so oft wieder. Innerhalb von zwei weiteren vergangenen Jahren sind wir uns dann seltener begegnet.

Doch im Mai 2010 war es dann einmal wieder soweit. Wo trafen wir uns natürlich wieder? Am Soester Bördetag. Kommt uns bekannt vor. Danke Schicksal, dass du uns einfach nicht in Ruhe lassen wolltest. Kurze Zeit später sind wir zusammen gekommen. 3.07.2010.

Mein Abiball, der erste Urlaub und nun die gemeinsame Wohnung. Heute bin ich 21 Jahre alt und seit gut 7 Monaten mit meinem 23-jährigen Freund Dennis zusammen.

„Wie lange seid ihr schon zusammen?“ „Eine Ewigkeit.“

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