Riesen-Überraschung zum Abschied aus Brasilien

Luise Bonna war zum Auslandsaufenthalt in Brasilien. Sie lernte ihren Freund kennen, doch der zog plötzlich weg. Erst bei ihrem Abschied kam die Riesen-Überraschung...

Von Luise Bonna, Soest

Als Jugendlicher kommt einem jede kleine Romanze als "die große Liebe" vor und jede Trennung direkt als das Ende der Welt. Ich bin mit 15 Jahren nach Brasilien aufgebrochen, in der Hoffnung, endlich das zu finden, wonach ich die ganze Zeit auf der Suche zu sein schien, ohne selbst zu wissen was es war.

Völlig orientierungslos in der Hauptstadt eines so großen Landes, überfordert mit Sprache, all den Umstellungen und der Zerrissenheit in zwei Welte zu leben, hat er mich dann gefunden. Er hat mir die Sprache beigebracht, mir alles gezeigt, mich auf jede Party und jede Veranstaltung mitgenommen. Er war einfach da, wenn ich jemanden brauchte, in egal welcher Situation.

Obwohl wir uns so viel Mühe gaben, war nach vier Monaten Schluss. Komentarlos war er dann einfach weg. Wie hält man einen Menschen, der einfach gehen will und geht? Als ich, nach zwei Monaten Kontaktpause, von seinem Umzug in den Norden Brasiliens erfuhr, kamen mir unsere Streitereien aufeinmal so kleinlich und unnötig vor. Zum Glück habe ich zwei Tage vor seinem Abflug die Gelegenheit bekommen ein letztes Mal mit ihm zu reden. Wir sind nachts mit seinem Boot raus auf den See gefahren und haben einfach nur dagelegen und in den Himmel geschaut, weil es eigentlich nichts mehr zu sagen gab. Für uns war es zu spät und ich wusste, dass ich ihn nie wiedersehen würde.

Und dann war er weg. Dass das für mich zudem Zeitpunkt das allerallerschlimmste war, ist warscheinlich für jeden Menschen der schon einmal verliebt war, verständlich. Mir wurde bewusst, dass mit ihm nicht nur ein riesiger Bestandteil meines Lebens verschwand, sondern dass er den ersten großen Verlust verkörperte. Der erste von all denen, die mit meiner Ausreise aus Brasilien noch auf mich zukamen.

Zwei Wochen vor meiner Rückreise nach Deutschland schmissen meine Freunde eine riesige Abschiedsparty. Südamerikaner leben und sterben für ihre Partys! Und wie ich da so stehe, vollkommen überwältigt von dem, was sie für mich organisiert hatten, steht er da und schaut mich an. Er war drei Stunden lang hergeflogen - nur um mir tschüss zu sagen!!!

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