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Waldbrände in Europa: Wie der Urlaub jetzt storniert werden kann

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Von: Lisa Bender

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In beliebten Urlaubsregionen wie Griechenland, Italien, Frankreich und der Türkei wüten aktuell verheerende Waldbrände. Viele Touristen fragen sich nun, was das für ihre Reise bedeutet.

NRW – Erst hat die Corona-Krise* die Urlaubssaison ausgebremst, nun das nächste Dilemma. Zahlreiche Urlaubsparadiese in Europa sind zu einem regelrechten Flammeninferno geworden: In Italien, Griechenland, Frankreich und der Türkei wüten seit Tagen verheerende Waldbrände. Urlauber, die eine Reise in einer der betroffenen Region gebucht haben, fragen sich nun, was das für sie bedeutet. RUHR24* hat die wichtigsten Infos dazu, wie Touristen am besten mit der Situation umgehen sollten.

GefahrWaldbrände in Südeuropa
Betroffene RegionenSüd-Italien, Griechenland, Türkei, Nord-Spanien, Südosten Frankreichs
Ausgelöst durchTrockenheit, Starkwinde, Hitzewelle, Brandstifter

Waldbrände im Urlaubsparadies: So ist die aktuelle Lage in Italien, Griechenland und der Türkei

Meterhohe Flammen fressen sich in vielen Regionen in Griechenland durch Büsche und Wälder – auch erste Wohngebiete sind betroffen. Die Menschen vor Ort sind verzweifelt, Dörfer auf Rhodos müssen evakuiert werden. Auch die beliebten griechischen Urlaubsgebiete* Athen, Kos und Peloponnes kämpfen mit dem Feuer.

In Italien und der Türkei sieht die Lage nicht anders aus. Angefacht wurden die Brände durch extreme Trockenheit, starke Winde und eine anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist im Süden Europas vorerst auch keine wirkliche Entspannung in Sicht. Es bleibt weiterhin heiß und trocken.

Urlaub in Gefahr: Feuerinferno sorgt für angespannte Lage in der Türkei und Italien

So verdunkeln schwarze Rauchschwaden den Himmel über der türkischen Rivera. Beliebte Urlaubsregionen wie Antalya und Mugla haben die Waldbrände besonders schwer getroffen und erste Todesopfer gefordert. Laut dem Auswärtigen Amt sind neben Wohngegenden auch Hotels durch die Feuer in Gefahr. Auf der italienischen Urlaubsinsel Sizilien gilt aktuell die höchste Brandrisikostufe aufgrund von besonders stark wütendem Feuer.

Auch andere Urlaubsorte im Süden Italiens an der Adriaküste sowie die Regionen Apulien und die Abruzzen werden von den Waldbränden heimgesucht. Die Lage in vielen Urlaubsgebieten ist also weiterhin extrem angespannt. So rät das Auswärtige Amt aktuell sogar vor Reisen nach Italien ab. Für die Türkei und Griechenland gibt die Behörde an, dass sich Urlauber vor Antritt ihrer Reise bei den Reiseveranstaltern über die genaue Lage vor Ort informieren sollten.

Verheerende Waldbrände in Urlaubsgebieten: Auswärtiges Amt rät von einigen Reisen in Europa ab

Aber was ist zu tun, wenn der gebuchte Urlaub inmitten einer der von den Waldbränden betroffenen Regionen liegt? Können Touristen die Reise stornieren? Und was müssen Urlauber beachten, die möglicherweise bereits in einem Gebiet Urlaub machen, in dem sich die Lage aufgrund des Feuers immer weiter zuspitzt?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz teilte mit, dass Waldbrände ebenso wie Erdbeben und Vulkanausbrüche zu unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen zählen. Unter diesen Umständen können Urlauber von ihrem Vertrag für die gebuchte Reise zurücktreten. Dabei haben es Pauschalreisende* deutlich einfach als Individualurlauber.

Waldbrände wüten derzeit in der Türkei, Italien und Griechenland in beliebten Urlaubsregionen.
Waldbrandgefahr: Urlauber sollten sich vor ihrer Reise immer über die aktuelle Lage vor Ort informieren. © STR/AFP

Urlaub in Region mit Waldbrand-Gefahr: Verbraucherzentrale gibt Tipps

Ist der Urlaubsort unmittelbar von den Waldbränden betroffen oder wütet das Feuer in unmittelbarer Nähe des Urlaubsziels, dann haben Pauschalreisende die Möglichkeit, die Reise kostenfrei zu stornieren. Wie die Verbraucherzentrale angibt, sollten Touristen aber immer schriftlich von der Reise zurücktreten – dazu bieten die Verbraucherschützer Musterbriefe auf ihrer Webseite an.

Als Grund können hier beispielsweise aktuelle Warnungen des Auswärtigen Amtes eingefügt werden. Aber: Wurde ein Hotel gebucht, das weit von den Bränden entfernt liegt, greift das Rücktrittsrecht nicht. „Die reine Angst vor Waldbränden rechtfertigt noch keinen kostenlosen Rücktritt“, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Noch ein Grund, warum sich Urlauber also unbedingt vor ihrer Reise über die aktuelle Lage vor Ort informieren sollten.

Waldbrände in Europa: Fünf Regionen, die aktuell am stärksten von der Gefahr betroffen sind

Waldbrände brechen während dem Urlaub aus: Touristen können Reise abbrechen

Gefahr durch Waldbrände können auch ein Grund sein, die Reise mittendrin und vorzeitig abzubrechen. In der Regel akzeptierten Reiseveranstalter den Rücktritt problemlos und unterstützen Urlauber gegebenenfalls bei der Rückreise, so die Verbraucherschützer. In der Regel werden die Kosten dabei für die verfrühte Heimreise übernommen – ebenso wie die Kosten für die restlichen Urlaubstage anteilig erstattet werden.

Auch ein Reiseveranstalter kann übrigens vom Vertrag zurücktreten und den Urlaub nicht wie ursprünglich geplant anbieten. Den Rücktritt muss er unverzüglich nach Kenntnis der Umstände erklären und den Reisepreis innerhalb von 14 Tagen erstatten. Diese Rechtslage war beispielsweise auch bei Corona der Fall, wenn sich Inzidenzwerte kurzfristig änderten.

Urlaub in Europa von Waldbränden bedroht: Für Individualtouristen wird es kompliziert

Individualtouristen, also Urlauber, die ihre Reise auf eigene Faust geplant und gebucht haben, sind oftmals auf Kulanz angewiesen. Für sie sieht die Rechtslage etwas anders aus. Aber wenn die Einzelleistungen, wie zum Beispiel der Flug oder die Unterkunft, nicht erbracht werden können, dann muss der betroffene Urlauber diese auch nicht bezahlen.

Dieser Fall tritt zum Beispiel dann ein, wenn ein Flugzeug aufgrund der Waldbrände nicht abheben kann oder das Hotel in einer Region ist, die aufgrund der Flammen-Gefahr gesperrt ist oder evakuiert werden musste. Ist das nicht der Fall, sind Urlauber auf die Kulanz des Anbieters angewiesen oder können gegen ein Entgelt die Reise stornieren. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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