So ist das Traumschiff in Wirklichkeit

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Testeten das Fernseh-Traumschiff: Kinderreporterin Michelle Ward (re.) aus Garching mit Bruder Christopher und den Eltern Alexandra und David bei der Abfahrt in Sharm El Sheikh.

Am kommenden Mittwoch nimmt uns das Traumschiff wieder einmal mit auf große Reise. Wir kennen das aus dem Fernsehen: Schöne Ziele, schöne Menschen, spannende Bekanntschaften und am Ende immer die Wunderkerzen-Torte.

Aber welche Rolle spielen eigentlich die kleinen Gäste an Bord der MS Deutschland? Wie kindertauglich ist das Traumschiff? Um das herauszufinden, haben wir Michelle Ward (12) aus Garching als Kinderreporterin an Bord geschickt.

DER START Wie alles anfing

 

MS Deutschland

In Sharm El Sheikh in Ägypten gingen wir an Bord. Schon im Flieger von Frankfurt hatten wir die Chefstewardess der MS Deutschland kennengelernt. Sie hieß aber nicht Beatrice wie im Film, sondern Sonja Otto. In Sharm El Sheikh waren vor dem Schiff Tische aufgestellt und Cocktails wurden serviert. Zur Begrüßung hat eine Band gespielt. Das war schon so wie im Film. Dann wurden wir von einem Steward zu unseren Kabinen begleitet. Gewohnt haben wir in kleinen Kabinen auf Deck 5, die waren nicht so, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Dort sieht man die großen Luxuskabinen von Deck 8 mit riesigen Fenstern.

DIE ROUTE Was wir gesehen haben

Kletterbaum: Michelle in Messina.

Am nächsten Tag ist die MS Deutschland Richtung Suezkanal aufgebrochen. Beim Ablegen wurde die ägyptische Nationalhymne und dann die Titelmelodie vom Traumschiff über die Bordlautsprecher gespielt. Das wurde übrigens dann in jedem Hafen so gemacht, erst die jeweilige Nationalhymne und dann die Traumschiffmelodie. Am dritten Tag haben wir den Suezkanal durchfahren. Die Passage war sehr interessant und hat viel kürzer gedauert als eingeplant war. Kapitän Andreas Greulich war auch sehr erstaunt und hat durchgesagt, dass er noch nie so schnell in den Suezkanal einfahren durfte. Es hatte diesmal nur „200 Zigaretten lang“ gedauert. Am Freitag sind wir in Limassol auf Zypern eingelaufen. Dort haben wir uns ein bisschen die Stadt angeschaut. Aber unser Ausflug war sehr schnell zu Ende, weil es stark zu regnen anfing. Bei den Traumschiff-Sendungen im Fernsehen regnet es eigentlich fast nie. Am Samstag waren wir im Hafen von Rhodos. Es war sonnig und warm und die Altstadt von Rhodos hat mir sehr gefallen.

EIN SEETAG Es wird nie langweilig

Den Sonntag haben wir auf See verbracht. Leider war es sehr windig und es hat geregnet. Aber trotzdem wird es an einem

Seetag auf der MS Deutschland nie langweilig. Man kann Tischtennis spielen oder ins Kino gehen, wo jeden Tag ein anderer Film läuft. Man kann im Meerwasserpool schwimmen, der immer 28 Grad warm ist, oder in das kleine Hallenbad auf Deck 1 gehen. Und man kann Bingo spielen. Wir haben alles ausprobiert. Am besten fand ich das Bingo-Spiel. Als Glückskind habe ich natürlich gewonnen. So ein Tag auf See vergeht sehr schnell, weil man immer beschäftigt ist. Am Montag haben wir in Messina auf Sizilien angelegt. Weiter ging es dann nach Civitaveccia in Italien. Von dort aus haben wir einem Ausflug nach Rom gemacht und den Vatikan besichtigt.

MEIN HIGHLIGHT Der schiefe Turm von Pisa

Der nächste Hafen war Portoferraio auf Elba. Hier hatten wir auch mit dem Wetter wieder Glück. Es war sehr sonnig und warm. Nächster Halt: La Spezia. Von hier sind wir mit dem Bus nach Pisa gefahren und haben den Schiefen Turm besichtigt. Das war mein persönliches Highlight. Endstation war Monte Carlo. Die Stadt haben wir uns bei einer Tour mit einem kleinen Zug angeschaut. Wir sind sogar einen Teil der Formel-1-Rennstrecke entlang gefahren. Insgesamt haben wir viel gesehen, aber das Schiff lag meistens nur sechs bis sieben Stunden im Hafen, sodass die Zeit meist recht knapp war.

DAS ESSEN Ganz schön vornehm

Auf dem Traumschiff gibt es drei Restaurants. Das „Vier Jahreszeiten“ ist das nobelste von allen. Man muss sich dort vorher einen Tisch reservieren. Im „Berlin“ hat jeder einen festen Tisch. Dort gibt es mehrgängige Menüs, die stilvoll von den Kellnern serviert werden. Das dauert immer mindestens zwei Stunden und es gibt komische Sachen zum Essen. Im „Lido“ hat es mir am besten gefallen, weil es dort nicht ganz so vornehm war. Das Essen nimmt man sich dort vom Buffet. Es gab aber auch noch eine spezielle Karte für Kinder mit normalem Essen wie Schnitzel mit Pommes. Zum Abschluss der Reise gab es auch wie im Fernsehen die berühmte Eisparade mit der Traumschiffmelodie. Der Kapitän war nicht persönlich dabei, er hatte schon vor dem Essen beim Abschiedsempfang im Kaisersaal eine Rede gehalten. An Bord haben insgesamt drei Gala- Abende stattgefunden. Da haben die Männer Anzüge oder Smoking und die Frauen elegante Abendkleider getragen. An den anderen Abenden aber hat man sich nur schick angezogen, was aber für Kinder nicht Pflicht war. Tagsüber hatte man normale Sachen an.

FÜR KINDER Das wurde geboten

Auf der Reise waren diesmal auch viele Kinder, insgesamt 26, davon aber sehr viele kleine Kinder. Es gibt auf dem Schiff ein extra Spielzimmer mit vielen Spielen, Malsachen und auch einer Playstation, für die man sich an der Rezeption Spiele ausleihen konnte. Für die Kinder gab es auch jeden Tag ein Programm mit der Kinderbetreuerin Steffi, die mit uns Kindern Tischtennis, Shuffleboard oder ähnliches gespielt hat. Zweimal haben wir auch am Abend zusammen gegessen (Pizza und Spaghetti). Das Abendprogramm an Bord war aber eher nichts für Kinder, da es nur klassische Konzerte und dergleichen gab. Auch Vicky Leandros hat einen Abend gesungen. An einem Abend ist der Zauberer Wittus Witt aufgetreten. Das war cool.

DIE PASSAGIERE Lauter nette Leute

Mit den 427 Passagieren an Bord ist es auch nie langweilig geworden. Auch wenn den älteren Herrschaften nicht immer alles recht ist, was man als Kinder so macht, waren alle im Großen und Ganzen ganz nett. Es waren überwiegend ältere Paare an Bord. Aber es ist nicht wie im Fernsehen, dass sich immer welche ineinander verlieben.

DIE MANNSCHAFT Auch ein Arzt ist an Bord

Der Schiffsarzt auf der MS Deutschland heißt Dr. Per von Storch und ist sehr nett. Er hat auf dem Schiff eine perfekt ausgerüstete Krankenstation, fast wie in einem Krankenhaus. Außerdem arbeiten auf dem Schiff noch 256 Mitarbeiter. Die Crew war sehr nett und immer höflich, besonders die Kellner im Lido. Auch der Kapitän Andreas Greulich war sehr nett und es hat ihn gefreut, dass dieses Mal so viele Kinder mit dabei waren. Er fährt schon seit neun Jahren für die Reederei Deilmann.

DIE BILANZ Wie ich es sehe

Insgesamt war auf dieser Reise vieles anders als im Fernsehen, aber es war trotzdem eine sehr schöne Reise. Aber solche Reisen sind wohl eher was für ältere Menschen. Kinder kommen, wie im Fernsehen, eher weniger vor auf dem Traumschiff.

INFOS ZUM SCHIFF

DAS SCHIFF Die MS Deutschland ist 175 Meter lang, 23 Meter breit und hat 294 Kabinen (davon 224 außen) auf vier Wohndecks (4,5,7 und 8) für insgesamt 520 Passagiere. Die MS Deutschland ist das einzige Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge. Seit 1999 ist die MS Deutschland das Fernseh-Traumschiff.

DIE ROUTE Die MS Deutschland gehört zu den wenigen Kreuzfahrtschiffen, die noch auf Weltreise gehen, d.h. nicht im Shuttle-Dienst ab einem bestimmten Hafen verkehren. An diesem Wochenende macht das Schiff im Ostseebad Travemünde fest, Ende August ist es von Hamburg nach Lissabon unterwegs, im November kreuzt es von Lissabon aus den Atlantik in Richtung Südamerika.

DIE PREISE Eine zwölftägige Kreuzfahrt von Palma de Mallorca nach Teneriffa vom 5. bis 16. November kostet inklusive Flug ab/bis Deutschland und Vollpension an Bord ab 3.850 Euro pro Person. Ein Garten-Ausflugspaket ist bei Buchung bis 30. September inklusive.

KINDER AN BORD Kinder bis 17 Jahre wohnen in Begleitung eines voll zahlenden Erwachsenen in der Kabine des Erwachsenen gratis, Für kleine Gäste gibt es ein Spiel- und Bastelzimmer. Es werden Kinofilme, Märchenstunden und Kreativprogramme angeboten.

INFO/BUCHUNG im Reisebüro oder bei der Reederei, Tel. 045 61/39 61 00, www.deilmann-kreuzfahrten.de.

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