Saint Lucia, meine Liebe

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Berge und Meer: Blick aus dem Swimmingpool des Jade Mountain Resorts auf die Pitons. Die beiden Zuckerhüte sind das Wahrzeichen von Saint Lucia.

Karolin Troubetzkoy, gebürtige Erlangenerin, aufgewachsen in München und am Tegernsee, lebt seit 25 Jahren auf der Karibikinsel St. Lucia, führt mit ihrem Mann zwei Luxushotels in der Anse Chastanet...

...und ist seit gut einem Jahr als deutsche Honorarkonsulin Ansprechpartnerin für Urlauber aus ihrer Heimat. Für unseren Reporter Andreas Werner war sie einen Tag lang Fremdenführerin auf der Insel.

KAROLINS WELT: Mit ihrem Mann Nick führt Karolin Troubetzkoy zwei Luxusresorts am schönsten Strand von Saint Lucia. Für unseren Reporter Andreas Werner (re.) spielte die Honorarkonsulin aus Bayern einen Tag lang Fremdenführerin auf ihrer Karibikinsel.

Wir sind verabredet. Da, wo sich Karolin Troubetzkoy am wohlsten fühlt: auf dem Wasser. Das Boot, sagte sie mir, sei die schönste Art, Saint Lucia zu entdecken. Den Wind im Haar, die Sonne im Gesicht, die Gischt auf der Haut. Sie strahlt: „So lässt es sich aushalten, nicht wahr.“ Und sie gesteht mir, dass sie die Ausfahrten aufs Meer auch deshalb so liebt, weil man da mal ungestört ist. An Land schrillt ihr Handy im Minutentakt, hier draußen lässt ab und zu sogar mal der Empfang nach. Große Freiheit.

Sie hat ihre Lieblingsplätze. Einsame Buchten zwischen den steil zumMeer hinunterstürzenden Felsenküsten. „Mein Tipp: ein Picknick an Strand Anse L’Ivrogne – sehr abgeschieden und ein traumhafter Platz zum schnorcheln oder tauchen.“

Küstenmäßig hat Saint Lucia zwei Gesichter. Die windige Atlantikseite, meint Karolin, sei für Bootsausflüge weniger geeignet – dafür aber inzwischen ein Hot-Spot für Kite-Surfer. In der Marigot Bay schaukeln die Yachten indessen sanft auf glatter Wasserfläche. Hier trifft sich der Jetset an paradiesischen Stränden, zu deren optischer Verfeinerung sogar schneeweißer Sand aus Barbados importiert wird. An guten Tagen kann man von der Marigot Bay bis nach Martinique oder St. Vincent sehen.

Lebhafter geht es in der benachbarten Rodney Bayzu. Bunte Schilder säumen das Ufer: „Youcatchthem–wecookthem“, lautet die Parole in diesem Ballungsraum von Restaurants, Shops und Bars. Natürlich hat Karolin einen Insider-Tipp: „Komm, wir essen Sushi im ‚The Edge‘. Da sitzt man direkt am Wasser und es ist sehr lecker.“

Danach starten wir zu einem Spaziergang im Diamond Botanical Garden, dem Herzstück der sattgrünen Vulkanlandschaft rund um die frühere Hauptstadt Soufrière im Südwesten von Saint Lucia. Farbenfroh setzen sich exotische Pflanzen von der grünen Dschungel-kulisse ab, sie leuchten gelb, rot, violett – genauso wie die hübschenVögel,dievergnügt umherschwirren. Seit zehn Jahren sind die gefiederten Schönheiten auf Saint Lucia geschützt, allen voran der Nationalvogel, die Blaumaskenamazone. Gottlob, ohne sie wäre das Paradies undenkbar.

Im Garten Eden - Wasserfälle glitzern

Saint Lucia ist 619 Quadratkilometer groß und gehört zur Inselgruppe der Kleinen Antillen in der Karibik.

Karolins Familie wohnt gleich oberhalb des großen Wasserfalls, der am Ende des Gartens rauscht, ihre beiden Söhne wuchsen praktisch in diesem Garten Eden auf. „Hier hat Superman seiner Lois eine Blume gepflückt“, erzählt sie mir. Meinem ratlosen Blick folgt die Erläuterung: „Superman Teil 2 wurde hier gedreht.“ Womit Hollywood allerdings nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Parks beigesteuerthat. Denn schon Ludwig XVI. ließ den exotischen Garten und die Bäder rund um die Schwefelquellen anlegen. Damals, in der Kolonialzeit des 17. und 18. Jahrhunderts, als der Besitz der Insel ständig zwischen dem Britischen Königreich und Frankreich hin- und herwechselte.

Die heißen Schwefelquellen werden heute noch als Ruhe-Oase genützt. „Die meisten Touristen kommen nur wegen der Pflanzen in den Garten, aber man kann hier auch herrlich baden“, erklärt Karolin, „es gibt Becken, die privat zu mieten sind.“ Oder man stellt sich unter die Diamond-Waterfalls, die so heißen, weil ihr Wasser durch die mineralischen Ablagerungen glitzert wie flüssiges Glas.

Zwei Teufelshörner dominieren die Insel

Dabei ist der Botanische Garten nicht der einzige Platz auf der Insel, in dem man ein heißes Bad unter freien Himmel nehmen kann, wie ein Besuch der schmatzenden Kraterlandschaft im Inselinneren beweist. Dort bietet das Tropenparadies sogar einen „Drive-In-Vulkan“ mit schwefelverfärbten Felswänden und entspannenden Schlammbädern. „Ich mache das ab und an gerne, obwohl es in unserem Hotel einen exquisiten Spa- Bereich gibt“, sagt Karolin. Hinter der sandfarbenen Mondlandschaft erstreckt sich das satte Grün des Dschungels – ein wahres Wanderparadies. Einmal quer durch beträgt die Wegstrecke 4,5 Kilometer, es ist der längste Wanderpfad auf Saint Lucia. Urwaldfeeling ohne den Boden zu berühren ermöglicht das so genannte Ziplining bei Banonneau, ein Seil, an dem man wie Tarzan durch den Urwald schwingen kann.

Echte Wanderfreaks kommen am Gros Piton nicht vorbei. Wie zwei Teufelshörner dominieren der 770 Meter hohe Felskoloss und sein 27 Meter niedrigerer Bruder Petit Piton die Silhouette der Insel.

Es ist früher Morgen und demzufolge noch nicht zu heiß, als wir uns auf den zwei Stunden dauernden Aufstieg machen. Karolin mag diese Ausflüge auf den Gipfel: „Ich bin am Tegernsee aufgewachsen, der Piton ist mein Ersatz für den Wallberg.“

Und so gibt es eigentlich nur eines, was sie in ihrem Leben auf Saint Lucia ab und zu mal vermisst: „Ein richtig deftiges Essen, Ente mit Knödel.“ Der Magen hat Heimweh, manchmal. Aber das Herz der Honorarkonsulin, das gehört ganz und gar Saint Lucia, ihrer Insel in der Karibik.

DIE REISE-INFOS ZU SAINT LUCIA

REISEZIEL Saint Lucia ist 619 Quadratkilometer groß und gehört zur Inselgruppe der Kleinen Antillen in der Karibik. Die Insel liegt 37 Kilometer südlich von Martinique und 180 Kilometer westlich von Barbados. Christopher Columbus hatte die Insel etwa um 1500 entdeckt. Nach rund 300-jähriger französischer und britischer Kolonialgeschichte ist Saint Lucia seit 1979 ein unabhängiger Staat und Mitglied des Commonwealth. Amtssprache ist Englisch.

ANREISE Condor fliegt immer freitags von Frankfurt via Barbados nach St. Lucia, auf dem Rückflug direkt. Preis: ca. 700 Euro. Im Reisebüro oder online unter www.condor.de.

REISEZEIT/KLIMA Das Klima ist tropisch mit Höchsttemperturen um die 28 Grad und rund 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Regenzeit ist zwischen Mai und August, allerdings dauern die Schauer sogar in der Hurrikan-Saison (Juni bis Oktober) nur sehr kurz.

REISETYP Ein tropisches Reiseziel mit amerikanischem Komfort- und europäischem Sicherheitsstandard.

WOHNEN Das Hotelangebot auf der Insel reicht von Tophäusern bis zu kleinen familiären Zwei-Sterne-Unterkünften. Karolin Troubetzkoys Anse Chastanet (fünf Sterne) und Jade Mountain Resort (sechs Sterne) in Soufrière gehören zu den besten Adressen in der Karibik. Beides sind Öko- Resorts und liegen an zwei Traumstränden, eingebettet in einen 240 Hektar großen tropischen Park einer ehemaligen Kolonialplantage. Die Suiten in offener Baumhaus-Bauweise „ohne vierte Wand“ sind technikfrei, das heißt auf Klimaanlage, Radio, Fernseher und Telefon wurde bewusst verzichtet.

BUCHUNG Anse Chastanet und Jade Mountain können über die Reiseveranstalter Dertour und Airtours gebucht werden. Ü/F ab 140 Euro pro Person im DZ (Anse Chastanet) bzw. 401 Euro pro Person im DZ (Jade Mountain). Direktbuchung und Info unter www.jademountain.com und www.ansechastanet.com.

SEHENSWERT Inselhauptstadt Castries mit ein paar erhaltenen Kolonialbauten, der historischen Markthalle (samstags Markt) und Hafenanlage und einem 400 Jahre alten Regenbaum; der botanische Garten mit Diamond Falls und Mineral Baths nahe Soufrière; das Naturschutzgebiet der Frigate Islands, in dem Schwärme der selten gewordenen Fregattvögel wohnen; Plantagen und Regenwaldtouren.

WEITERE INFOS Saint Lucia Tourist Board, c/o a.r.t. Marketing, Frankfurt, Tel. 069/89009081, www.stlucia.org.

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