Reisealternativen: Kanaren und Ägypten statt Tunesien

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Tunesien-Urlauber müssen sich wegen der Unruhen erneut Gedanken um ihren Urlaub machen.

Viele Urlauber, die dieser Tage nach Tunesien verreisen wollten oder die Destination für die Osterferien im Visier hatten, stehen jetzt vor der Frage: Was sind die besten Alternativen? Wir haben beim Deutschen Reiseverband nachgefragt.

Der Geschmack der Massen scheint relativ ähnlich zu sein: „Die meisten buchen in dieser Woche auf die Kanaren und Ägypten um“, sagt Torsten Schäfer, Leiter Kommunikation beim Deutschen ReiseVerband (DRV). Bis zum Ende dieser Woche – manche Reiseveranstalter haben das Angebot um eine weitere Woche erweitert – dürfen Reisende, die einen Tunesienurlaub gebucht haben, kostenlos umbuchen oder stornieren. „Maximal ein bis zwei Prozent stornieren aber nur, die meisten buchen um – klar, sie haben sich ja auf ihren Urlaub gefreut“, so Schäfer.

Geld zurück

Wegen der Unruhen vorzeitig aus Tunesien ausgeflogene Touristen bekommen von ihrem Veranstalter das Geld für die nicht verlebten Urlaubstage zurück. Sie müssten nur die Tage bezahlen, die sie tatsächlich in Tunesien verbracht haben, erklärte Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg am Montag in Potsdam.

Nach den gewaltsamen Unruhen in dem nordafrikanischen Land hatten mehrere Reiseveranstalter am Wochenende und am Montag mehrere tausend deutsche Urlauber nach Hause geholt. Nur wenige Langzeiturlauber sind geblieben. In einer Ausnahmesituation befänden sich allerdings Urlauber, die ihre Reise erst einen oder vielleicht zwei Tage vor den Warnungen des Auswärtigen Amtes angetreten haben. In diesem Fall müsse geklärt werden, ob der Veranstalter den späteren Reiseabbruch hätte absehen können und ob er die vergebliche Anreise hätte verhindern müssen.

Da der Urlauber bei so wenigen Reisetagen im Prinzip keine Erholung hatte, seien auch Fälle denkbar, in denen der Veranstalter den gesamten Reisepreis erstatten muss, sagte Fischer-Volk. In einem solchen Sonderfall rät die Expertin, einen Anwalt einzuschalten.

Die Rewe-Pauschaltouristik hat ihre Tunesien-Reisen jetzt bis Mitte Februar gestrichen. Wegen der „unübersichtlichen Sicherheitslage“ im Land seien alle Reisen der Veranstaltermarken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg bis zum 15. Februar abgesagt, teilte das Unternehmen am Montagabend in Köln mit. Außerdem können Urlauber mit Abflügen bis einschließlich 14. April jetzt kostenlos zu anderen Zielen umbuchen. Schäfer empfiehlt Reisenden, die jetzt umbuchen müssen, sich im Reisebüro beraten zu lassen, um das richtige Ziel für die jeweiligen Urlaubswünsche zu finden.

Entscheidend seien die Fragen: Was will ich? Wie lang will ich fliegen? Was kann ich zahlen? „Die meisten, die nach Tunesien wollen, wollen in die Sonne.“ In vergleichbarer Dosis, zum vergleichbaren Preis, sei die zurzeit eben auf den Kanaren und in Ägypten zu finden. „Die Karibik oder Dubai wären auch Alternativen“, sagt Schäfer, denn auch da habe ich Sonnengarantie plus ausreichend warmes Meerwasser.

Die Nachteile: Der lange Flug. Und: „Der Kunde muss sicher was draufzahlen, denn die Karibik ist schon teurer als Tunesien“. Türkei, Spanien, die Balearen und Griechenland sind für echte Sonnenanbeter im Januar keine Alternative. „Griechenland ist zurzeit oft auch gar nicht machbar, weil keine Flüge dorthin gehen“, sagt Torsten Schäfer. Zu den Osterferien hin könnten aber auch diese Ziele langsam wieder interessant werden.

Was die Osterferien betrifft können für Tunesien derzeit keine Prognosen abgegeben werden. Nach Auskunft des DRV fliegen jährlich rund 450 000 deutsche Urlauber nach Tunesien. Zum Vergleich: Nach Spanien reisen 9,5 Millionen Deutsche, in die Türkei rund 4 Millionen, 2,3 Millionen fliegen nach Griechenländ und 1,2 Millionen nach Ägypten.

Von Claudia Muschiol

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