Schadensersatz wegen kaputten Plastikstuhl?

+
Veranstalter haftet nicht für zusammenbrechenden Plastikstuhl.

Koblenz - Auf einem Hotelbalkon hatte sich ein Urlauber eine Platzwunde zugezogen. Grund war ein zusammenbrechender Plastikstuhl. Doch den Reiseveranstalter trifft, laut Gericht, keine Schuld.

Die Plastikstühle auf dem Balkon eines Hotels müssen nicht regelmäßig auf ihre Sicherheit überprüft werden. Sie sind keine besondere Gefahrenquelle, zumal wenn sie ein EU-Sicherheitszertifikat tragen und erst zu Beginn der Saison neu angeschafft wurden. Geht dennoch ein Stuhlbein kaputt und stürzt ein Urlauber deshalb, kann er nicht den Reiseveranstalter dafür haftbar machen, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz (Az.: 2 U 1104/10), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet.

Die kuriosesten Fundstücke aus Hotelzimmern

 

Die kuriosesten Fundstücke aus Hotelzimmern 

 

In dem Fall hatte der Kläger Urlaub in Kroatien gemacht. Er behauptete, er habe auf einem Plastikstuhl auf dem Balkon gesessen und gelesen. Plötzlich sei das hintere rechte Stuhlbein zerbrochen, und er sei erst mit dem Hinterkopf an die Betonwand, dann mit dem Rücken auf den Boden geprallt. Deshalb verlangte er Schadenersatz.

Der steht ihm nach Überzeugung des OLG aber nicht zu, das sich damit der Argumentation des Landgerichts anschloss: Eine regelmäßige Überprüfung aller Stühle auf den Balkonen sei während der laufenden Saison nicht zumutbar.

Außerdem habe es bei Stichproben keine Hinweise auf Gefahren gegeben. Und es sei auch nicht bekannt, dass es in der Vergangenheit bereits Sicherheitsprobleme gegeben habe. Die Forderung des Klägers sei deshalb unberechtigt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare