Inseln der Sehnsucht

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Der Markt von Assomada auf Santiago- die Menscher der Kapverden haben eine eigenständige Kultur entwickelt.

Mitten im Atlantik, irgendwo zwischen Europa, Afrika und Südamerika liegen die Inseln der Kapverden. Sie sind das neue Sehnsuchtsziel für Winterflüchtlinge, denen Teneriffa zu voll, Madeira zu grün und die Karibik zu weit weg ist.

Die endlos langen Sanddünenstrände erinnern an Fuerteventura, die steilen Vulkanküsten aus Lavastein an Madeira, die schneeweiß glitzernden Salinen-Landschaften an den Süden Mallorcas. Und das Klima, so mild und konstant, davon schwärmen sonst Urlauber, die auf Teneriffa oder La Gomera überwintern.

Fast könnte man meinen, auf den Kapverden hätten sie sich von allem etwas zusammengesucht, es ein bisschen mit Afrika-, mit Karibik- und Europa-Geschmack gewürzt und da­raus diesen besonderen exotischen Mix geschaffen.

Badeparadies für Entdecker: Die langen Sandstrände und das kristallklare Meer sind die Vorzüge der Kapverden.

Einzigartig und ganz und gar eigenständig ist aber die Musik, die sie auf diesen Inseln im Atlantik 460 Kilometer vor der Küste des westafrikanischen Senegal spielen. Wenn Césaria Evora, die barfüßige Gräfin „Sodade“ singt, dann klingt das nach einem Ozean voller Tränen, nach Sehnsucht, Wehmut und Melancholie. Ihr „Mar azul“ wiederum ist eine Ode an das Glück und der Ausdruck der tiefen Liebe zu ihrer Heimat.

Césaria Evora ist auf den Kapverden geboren und obwohl sie als eine der wenigen Inselbewohnerinnen Weltkarriere machte, ist sie immer wieder zurückgekehrt in die Stadt Mindelo auf Sao Vicente, wo sie noch heute lebt, wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernt.

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Viele Jahre lang waren sie in einem Dornröschenschlaf erstarrt, die Inseln unter dem Wind und die Inseln über dem Wind, wie die neun Kapverden-Eilande ähnlich dem Karibik- und Südseeprinzip unterteilt werden.

Sal, die trockene mit ihren weißen Sandstränden, Santiago, wo der Einfluss der Afrikaner (die einst als Sklaven auf dem Weg über den Atlantik hier verladen wurden) am meisten erhalten blieb, Sao Vicente, die Kulturmetropole mit ihrer Musikszene, Santo Anao, das Bergsteigerparadies, auf dem grüne Täler und steile Felswände das Landschaftsbild prägen, die Naturjuwelen Sao Nicolau, Maio, Fogo und Brava, und schließlich Boa Vista, die „Insel mit dem schönen Blick“, die durch den Bau eines 2500-Betten-Hotels 2008 zum touristischen Hotspot der Kapverden wurde. Der Grundstein ist gelegt, andere sollen in den nächsten Jahren folgen.

Inseln im Dornröschenschlaf 

Aber noch sind die Kapverden ein Geheimtipp auf dem großen Markt der Urlaubsdestinationen. Ein Ziel, an dem nicht alles perfekt ist, aber dafür umso liebenswerter, ein Land für Entdecker und Eroberer. Und für die Fans einer ganz besonderen Musik, die nach Meer und Sehnsucht, nach Liebe und Heimat klingt. Sodade...

Christine Hinkofer

DIE REISE-INFOS ZU DEN KAPVERDEN

Die Kapverden bestehen aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind.

REISEZIEL Die Kapverden bestehen aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Der Inselstaat liegt 460 Kilometer vor der Küste Westafrikas (Senegal) im Atlantik. Nach Recife in Nordbrasilien sind es 3000 Kilometer. Insgesamt hat der Archipel eine Landfläche von 4033 Quadratkilometern und etwa eine halbe Million Einwohner. Touristische Bedeutung haben vor allem die Inseln Sal (216 Quadratkilometer) und Boa Vista (620 Quadratkilometer) wegen ihrer langen Sandstrände. Für Bergsteiger und Wanderer interessant sind die Vulkaninseln Santo Antao, Sao Nicolau, Fogo und Brava.

ANREISE Tuifly fliegt von München via Las Palmas auf die Kapverden. Ab ca. 450 Euro für den Hin- und Rückflug. Innerhalb der Inselgruppe verkehren Fähren oder die Insel-Airline Cabo Verde Airlines TACV.

REISEZEIT/KLIMA Die Kapverden haben trockenes, tropisches Klima mit durchschnittlich 22 Grad Tagestemperatur im Januar und 27 Grad im Juli. Jahresdurchschnitt: 25 Grad.

WELCHER REISETYP Kilometerlange Sandstrände und beste Meerwasserqualität, dazu ein ganzjährig kons­tantes mildes Klima, das sind die großen Vorzüge der Inseln im Atlantik. Kulturell und historisch haben sie allerdings außer ihrer Musik wenig Außergewöhnliches zu bieten.

WOHNEN Auf den touristisch gut erschlossenen Inseln gibt es inzwischen eine Auswahl an kleinen Gästehäusern, Appartements oder Vier-Sterne-Hotels.

WEITERE INFOS auf der Homepage www.kapverden.com.

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