Große Freiheit auf vier Rädern

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Mobiles Ferienhaus mitten in der Natur: Für Individualisten ist das Wohnmobil die ideale Urlaubsunterkunft.

Mein Bett? Meine Küche? Hab ich dabei. Und das Badezimmer, die Garderobe, die Sonnenterrasse mit Markise – einfach alles. Wer mit Wohnmobil reist, fühlt sich an jedem Ort der Welt daheim. Die wichtigsten Tipps dazu:

1. DIE KOSTEN

Früh buchen lohnt sich Ein rollendes Zuhause auf dem Niveau einer durchschnittlichen Ferienwohnung kann oft günstiger gemietet werden als das Häuschen in Dänemark. Die Mietpreise bewegen sich je nach Größe und Mietdauer des Fahrzeugs zwischen 60 und 200 Euro pro Tag. Ein Sport Traveller 6000 von Knaus mit sechs Schlaf- und Sitzplätzen beispielsweise kann für eine Woche inklusive Versicherung zum Preis zwischen 600 und 700 Euro angemietet werden. Generell ist eine frühe Buchung sinnvoll. Gerade in der Ferienzeit sind viele Vermieter schnell ausgebucht. Dann steigen auch die Preise.

2. DIE GRÖSSE

Kompakt bevorzugt Selbst kompakte Wohnmobile sind meist zwischen fünf und sechs Meter lang, über zwei Meter breit und 2,60 Meter hoch – ganz andere Dimensionen als beim Auto. Auch Fahr- und Bremsverhalten eines Reisemobils sind mit einem normalen Pkw nicht vergleichbar, sagt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC: „Gerade wer mit der ganzen Familie in den Urlaub fahren will, sollte daher vorher ein Sicherheitstraining absolvieren“, rät die Reisemobil-Expertin. Die beliebtesten Mietmobile sind laut Erento, dem nach eigenen Angaben größten Internet-Portal zur Vermittlung von Mietmobilen, sogenannte Alkoven-Fahrzeuge – also solche mit Schlafplatz über der Fahrerkabine.

Diese typischen Familienmobile sind platzsparend gebaut, bieten aber meist ausreichend Komfort für vier bis fünf Personen. Zu beachten gilt, dass die Zahl der Schlaf- nicht automatisch denen der Sitzplätze entspricht. „Interessenten sollten sich daher nach der Zahl der während der Fahrt zugelassenen Sitzplätze sowie der Anzahl der Sicherheitsgurte erkundigen“, empfiehlt Christof Sambel vom Caravaning Industrie Verband (CIVD). Dabei gelte: Sitze in Fahrtrichtung müssen über einen Drei-Punkt-Gurt verfügen, für alle anderen Sitzplätze ist ein Beckengurt ausreichend.

3. Die LIZENZ

Die alte Klasse 3 gilt EinbesondererFührerscheinistfür ein Wohnmobil nicht notwendig – allerdings gibt es Unterschiede je nach Ausstellungsdatum der Lizenz. Mit dem alten Führerschein der Klasse 3 können Mobile bis 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gefahren werden. Die aktuelle Klasse C1 schreibt maximal 3,5 Tonnen vor. Der Mieter muss mindestens 21 Jahre alt sein und in der Regel eine Kaution zwischen 500 und 1000 Euro hinterlegen.

4. DIE VERMIETER

Vorher Vergleiche anstellen Die Suche nach einem geeigneten Vermieter kann über regionale Anbieter, den ADAC oder auch online angegangen werden. Unerfahrenen Reisemobil-Fahrern empfiehlt Caravaning-Experte Sambel, sich von einem Anbieter vor Ort beraten zu lassen. Eine Proberunde auf dem Hof kann nicht schaden – vor allem, was Rückwärtsfahren betrifft. „Der Vorteil unserer Kunden ist ein direkter Preisvergleich der Anbieter in der Region“, sagt Nadine Lauenstein, Pressesprecherin von Erento.

5. DIE EINWEISUNG

Auf die Technik kommt es an Bei der Bedienung eines Wohnmobils ist mehr Wissen erforderlich als beim normalen Autofahren. Der Mieter sollte sich zeigen lassen, wie die Energieversorgung für die Küche funktioniert oder wie die Wassertanks befüllt und geleert werden. Auch die Handhabung der Toilette, die an einen Abwassertank angeschlossen ist, muss erklärt werden.

6. DIE VERSICHERUNG

Wichtiger Blick in Papiere Unbedingt abgeschlossen werden sollte eine Vollkasko-versicherung. Ein Blick in die Papiere klärt zudem darüber auf, ob das Fahrzeug auch als „Selbstfahrer- Vermietfahrzeug“ zugelassen ist. In einem Übergabeprotokoll werden eventuelle Vorschäden festgehalten. Dabei empfiehlt sich die Übergabe am Vortag des Abreisetages: So bleibt genügend Zeit, um sich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen und es zu bepacken.

7. DIE REISEROUTE

Nicht die Fahrzeit überschätzen Wohnmobile sind keine Rennautos. Tagesetappen von mehr als 350 Kilometern sind bei der Reiseplanung nicht empfehlenswert. Und was die Standorte betrifft: So individuell und unabhängig das Verreisen mit einem Wohnmobil auch ist – überall übernachten ist nicht erlaubt. Je nach Reiseland variieren die Regeln. „Generell sollte man ohnehin lieber ausgewiesene Stellplätze anfahren, denn dort gibt es auch Strom und Wasser“, sagt Christof Sambel.

Um etwa bei Müdigkeit wieder fit zu werden, dürfe man auch schon mal auf einem öffentlichen Parkplatz ein Nickerchen einlegen, dort zu campieren sei aber verboten. Eine umfangreiche Übersicht über geeignete Stellplätze in Deutschland und Europa und die landesspezifischen Gepflogenheiten gibt es beim ADAC.

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