Immer mehr Online-Supermärkte

Neue Konkurrenz für Rewe und Edeka: Lebensmittel-Lieferant aus Tschechien will in Deutschland durchstarten

Online-Supermärkte sind in den letzten Monaten immer beliebter geworden. Das merken auch Supermärkte wie Rewe. Nun bekommen sie aber Konkurrenz aus Tschechien.

  • Online-Supermärkte erleben wegen der Corona-Krise einen Boom.
  • Bekannte Anbieter sind Rewe, Edeka, Amazon und Picnic.
  • Jetzt kommt mit Rohlik ein neues Unternehmen dazu.

Deutschland/Tschechien - Wer lieber Lebensmittel bestellt, anstatt sie im Supermarkt zu kaufen, kann voraussichtlich bereits Ende des Jahres einen neuen Anbieter dazu nutzen. Das tschechische Unternehmen Rohlik plant in den kommenden Monaten eine Expansion nach Deutschland, berichtet RUHR24.de*. Der Anbieter wäre damit kein unerheblicher Konkurrent für bereits bestehende Online-Händler, die vor allem in der Corona-Krise ordentlich an Gewinn zulegt haben. 

Unternehmen

Rewe

Sitz

Köln, Deutschland

Mitarbeiterzahl

140.000

Gründung

1927

Online-Supermärkte von Rewe und Amazon boomen während der Corona-Krise

Wie eine Studie des Digitalverbands Bitkom ergab, hat sich die Anzahl der Online-Shopper für Lebensmittel während der Corona-Pandemie mehr als verdoppelt. Profitiert hätten vor allem Online-Supermärkte wie rewe.de, bringmeister.de oder Amazon Fresh. Aber auch Edeka konnte mit seinem Onlineshop für Lebensmittel punkten.

Gaben vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland* noch sieben Prozent der Befragten an, in besagtenOnline-Supermärkten einzukaufen, waren es während der Krise bereits 19 Prozent. Damit kauften im Schnitt drei von zehn Studienteilnehmern ihre Zutaten fürs Mittagessen im World Wide Web. Grund dafür dürften die vielen Einschränkungen sein, die mit dem Einkaufen in einem regulären Supermarkt einhergehen: Mundschutz, Abstandsregeln, Einkaufswagen-Zwang.  

Rohlik wäre zweiter Online-Supermarkt aus dem Ausland - nach Picnic

Ein Boom des virtuellen Lebensmittel-Shoppens ist nicht zu leugnen. Und jetzt versucht ein weiterer Anbieter auf den Zug aufzuspringen: Rohlik aus Tschechien. Es wäre der zweite ausländische Online-Supermarkt nach Picnic, der es auf dem deutschen Markt versucht. 

Picnic startete 2018 seinen Service in Deutschland - allerdings zunächst nur am Niederrhein. Gegründet wurde das Unternehmen drei Jahre zuvor in den Niederlanden

Mitten in der Corona-Pandemie, Anfang April, startete Picnic den Betrieb seines neuen Standortes im Ruhrgebiet*. Auf 14.000 Quadratmetern hat der Lebensmittellieferant an der Südstraße in Herne ein großes Verteilerzentrum aufgebaut. Und zeigt damit vor allem eines: Dass es auch neue Anbieter in Deutschland sehr schnell und sehr weit schaffen können. 

Rohlik muss sich neben Rewe, Edeka und Amazon Fresh behaupten

Ob Rohlik einen ähnlich fulminanten Start hinlegen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin wissen Verbraucher, was sie an bereits bestehenden Anbietern haben. Zudem sind Rewe, Edeka und auch Amazon Fresh* bekannte Marken. 

Doch gerade diese positive Resonanz und steigende Akzeptanz gegenüber Online-Supermärkten soll bei Rohlik dafür gesorgt haben, noch in diesem Jahr nach Deutschland zu expandieren. Eigentlich stand der deutsche Markt laut Firmenchef Tomas Cupr erst für 2025 auf der Expansionsliste, berichtet Chip. Doch nun wurde der Start vorgezogen - in München soll der Service bereits Ende 2020 starten.

Amazon Fresh gehört zu den größten Online-Supermärkten in Deutschland.

Rohlik arbeitet außerhalb Tschechiens unter verschiedenen Namen

In Tschechien hat Rohlik im vergangenen Jahr 160 Millionen Euro Umsatz gemacht. 2019 gehörte das Unternehmen sogar zu den 50 am schnellsten wachsenden Technologiefirmen in Mitteleuropa. Zugleich schreibt Rohlik schwarze Zahlen - das ist bei Picnic noch nicht der Fall. 

Je nach Verkaufsland passt Rohlik den Namen seines Unternehmens an. In Ungarn läuft der Service unter dem Namen Kifli (Croissant). In Österreich hingegen setzt man auf den Namen Gurkerl (Essiggurke). Gut möglich, dass Rohlik auch in Deutschland seinen eigenen Namen bekommt. 

Online-Supermarkt: Konzept von Rohlik lehnt sich an Picnic an

Das Konzept von Rohlik ist genauso aufgebaut wie das von Picnic, hebt sich durch einen Zeitvorteil aber deutlich von dem niederländischen Anbieter ab.

Kunden bestellen die gewünschten Lebensmittel online, die Ware wird in einem Distributionszentrum (auch Hub genannt) zusammengestellt und anschließend zur Auslieferungsstelle gebracht. Von dort bringen Zusteller die Bestellungen an die Kunden.

Rohlik punktet durch schnelle Lieferung - Rewe und Picnic im Nachteil

Das Besondere: Rohlik verspricht eine Zustellung innerhalb von zwei Stunden nach Eingang der Bestellung. Zum Vergleich: Picnic und Rewe liefern erst am nächsten Tag. Ein Wettbewerbsnachteil beider Anbieter gegenüber den Tschechen.

Beim Rohlik-Konkurrenten Edeka gibt es bald eine Innovation bei den Einkaufswagen. Dabei soll das Einkaufen noch ein Stück weit einfacher und stressfreier werden. 

Rohlik erhebt in Tschechien eine Versandgebühr von 2,96 Euro (79 Kronen). Allerdings sind die Versandkosten gratis, wenn Kunden Lebensmittel für mehr als 75 Euro (2000 Kronen) bestellen.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Rolf Vennenbernd Collage: RUHR24

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