Leere Auftragsbücher

Weniger Arbeit in der Corona-Krise: Darf der Arbeitgeber Minusstunden vom Gehalt abziehen?

Die Corona-Pandemie sorgt in vielen Betrieben für leere Auftragsbücher. Arbeitnehmer sollen dann oft Minusstunden leisten. Darf in diesem Fall auch das Gehalt gekürzt werden?

Wegen der Corona-Krise* brechen in vielen Unternehmen die Aufträge weg. Somit bleibt auch für die Angestellten weniger Arbeit übrig. Statt in Kurzarbeit zu gehen, verlangen manche Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern, Minusstunden aufbauen, um die Zeit zu überbrücken. Doch darf der Chef dies verlangen – und am Ende sogar noch das Gehalt kürzen?

Darf der Arbeitgeber Minusstunden verlangen, wenn keine Aufträge da sind?

Hier kommt es auf den jeweiligen Fall an. In der Regel ist es Arbeitgebern nicht erlaubt, einseitig Arbeitszeitkonten mit Minusstunden zu belasten. „Denkbar sind allerdings tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Regelungen, die die Nutzung von Arbeitszeitkonten zur Überbrückung von Auftragsschwankungen vorsehen“, heißt es vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) auf seiner Internetseite.

Lesen Sie auch: Vorsicht: Bei diesem Fehler ist der Arbeitsvertrag ungültig.

In der Corona-Krise bleibt vielen Unternehmen weniger Arbeit. Dürfen dann Minusstunden angeordnet und den Angestellten Gehalt abgezogen werden?

Angeordnete Minusstunden dürfen nicht vom Gehalt abgezogen werden

Hat der Arbeitgeber wegen Corona Minusstunden angeordnet, darf er diese grundsätzlich nicht vom Gehalt abziehen, denn „der Arbeitgeber trägt das so genannte Betriebsrisiko“, bestätigt die Rechtsanwaltskanzlei Greier auf ihrem Internetauftritt. Wenn der Chef Minusstunden anordnet oder den Mitarbeitern schlicht weniger Arbeit zuteilt, ist es nicht die Schuld der Angestellten, dass sie ihre vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung nicht erbringen können. Somit muss der Arbeitgeber laut § 615 S. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) auch den vollen Lohn zahlen. (as) *Merkur.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema: Arbeitsrecht: Mein Chef verlangt einen Corona-Test – darf er das?

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing

Gehalt: Zehn Berufe, in denen Sie super verdienen - ohne Chef zu sein

In welchen Berufen kann ich gut verdienen, ohne Chef zu sein? Dieser Frage ist das Online-Portal gehalt.de nachgegangen und hat die bestbezahlten Berufe 2018 ohne Personalverantwortung ermittelt.
Platz 10: Business Developer - 62.551 Euro brutto im Jahr
Platz 9 sichern sich Wertpapierhändler. Sie streichen ein jährliches Gehalt von 64.784 Euro brutto ein.
Als Verkaufsleitung oder in der Vertriebssteuerung verdienen Mitarbeiter 67.699 Euro brutto im Jahr - und sichern sich den 8. Platz im Ranking.
Gehalt: Zehn Berufe, in denen Sie super verdienen - ohne Chef zu sein

Rubriklistenbild: © imago-images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare