Job-Experiment

Bewerberin will 100 Absagen sammeln - dann hagelt es Zusagen

Eine Frau startet ein gewagtes Experiment: Sie will 100 Absagen sammeln. Doch das Projekt verläuft anders als gedacht. Warum sie das macht, lesen Sie hier.

Kiki Schirr (29) arbeitet als freie Autorin in San Francisco, als sie Ende 2017 einen ungewöhnlichen Entschluss fasst: Sie will sich auf neue Jobs bewerben - und innerhalb eines Jahres 100 Absagen kassieren. 

Frau braucht dringend Jobs und startet Experiment

Der Grund dafür: Schirr, die in San Franciso wohnt, konnte von ihrem selbst gegründeten Unternehmen nicht leben. Also entschloss sie, erst einmal freiberuflich als Autorin zu arbeiten. "Das Problem dabei ist, dass man nur so viele Aufträge bekommt, wie man sich selbst besorgt. Ich wollte mich damit also gewissermaßen selbst zwingen, möglichst viele und vor allem interessante Aufträge zu bekommen", erklärte sie in einem Interview mit dem jetzt-Magazin. "

Um die richtig guten Aufträge an Land zu ziehen, musste sie also einiges in die Waagschale werfen und sich auch auf Jobs bewerben, die außerhalb ihrer Qualifikationen lagen. Ihr war bewusst, dass sie auf diesen Weg viele Absagen erhalten würde. Doch sie wagte die Flucht nach vorne - und wollte Absagen fortan als "Ehrenabzeichen" statt als Niederlage ansehen. 

Lesen Sie auch: Dieser eine Satz steigert Ihre Jobchancen im Vorstellungsgespräch massiv.

Video: 10 Tipps für eine kreative Bewerbung

Das "Rejection Project" funktioniert nur zu Beginn des Jahres

Also startete sie das "Rejection Project", schrieb fleißig Bewerbungen und bastelte sogar einen eigenen Ordner, in dem sie sämtliche Absagen sammeln wollte. Doch der sollte sich nur zu Beginn des Jahres füllen. Denn womit Schirr nicht gerechnet hatte: Auf einmal erhielt sie kaum mehr Absagen - sondern sehr viele Zusagen

Doch für Schirr war das alles andere als ein Grund zur Freude: "Ehrlich gesagt, war ich ab März ziemlich genervt, weil ich nicht genug Absagebriefe bekam. Ich fing sogar an, einige potentielle Auftraggeber zu bedrängen, ob ich denn nun genommen werde oder nicht - und sogar dieses Verhalten führte komischerweise dazu, dass ich mehr Zusagen bekam, weil ich damit zeigte, dass ich mich für die Stelle wirklich interessierte."

Autorin bewirbt sich auch auf Jobs, für die sie nicht qualifiziert genug ist

Für die Autorin war das Projekt jedenfalls ein voller Erfolg - sie ist so beschäftigt, dass sie sogar schon Jobs ablehnen musste, die ihr angeboten wurden. Mehr als 30 Jobs hat sie seit Beginn des Jahres ergattert - und n ur etwas mehr als 23 Absagen erhalten. Genau weiß sie es nicht - irgendwann hatte sie nämlich den Ordner für ein anderes Projekt genutzt.

Das Job-Experiment hat jedenfalls Schirrs Sichtweise auf Bewerbungen stark verändert: "Zunächst mal merkte ich, dass ich mich durch dieses Projekt für sehr viel kompliziertere und gewagtere Projekte bewarb, als ich es sonst gewagt hätte. Langfristig begann ich auch, Ablehnung völlig anders zu betrachten - und nicht mehr persönlich zu nehmen." 

Lesen Sie auch: Frau kassiert 100 Absagen auf Bewerbungen - bis sie Detail weglässt.

Von Andrea Stettner

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Rubriklistenbild: © Twitter / KikiSchirr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare