Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es bei der Pflege von Demenzerkrankungen?

Tipps zur Entlastung pflegender Angehöriger gibt es viele: Man muss sie aber auch in die Tat umsetzen. Von Betroffenen hört man immer wieder, wie sehr sie sich aufopfern, wie sehr sie ihrer Muter oder Ihrem Vater das zurückgeben möchten, was sie in früheren Jahren empfangen haben.

So manch einer brennt da richtig aus. Sinnvoll ist da die stundenweise Betreuung durch ausgebildete Pflegepersonen. „Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Kreisverwaltung, bei den örtlichen Verbraucherzentralen oder direkt bei den Wohlfahrtsverbänden nach so genannten niederschwelligen Betreuungsangeboten“, rät der Caritasverband NRW.

Oft bleiben bei der Pflege eines Angehörigen die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke, während die Angehörigen ihre Erledigungen tätigen oder auch mal ins Kino oder zum Sport gehen. Informieren Sie sich über die Angebote vor Ort! Ansprechpartner sind die Stadt- oder Gemeindeverwaltungen, Wohlfahrtsverbände oder private Pflegedienste. Sie können Sie beraten und auch über finanzielle Hilfen informieren, auf die Sie ein Recht haben.

Denn: „Für die Finanzierung qualitätsgesicherter niedrigschwelliger Betreuungsangebote, wie Betreuungsgruppen, die Einzelbetreuung durch anerkannte Helfer oder auch durch den Pflegedienst, sofern er diese Leistung anbietet, können demenziell erkrankte Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf bei ihrer Pflegekasse Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten“, informiert der Deutsche Caritasverband. „Je nach Umfang des Betreuungsbedarfes können dies 100 Euro (Grundbetrag) bzw. 200 Euro (erhöhter Betrag) im Monat sein (§ 45b SGB XI). Dem Antrag sind die entsprechenden Belege über entstandene Eigenbelastung beizulegen.

Urlaub, Krankheit oder anderweitigen Verpflichtungen, etwa familiärer oder beruflicher Natur, können zum Ausfall der Pflegeperson führen. Um die häusliche Pflege auch dann gewährleisten zu können, besteht die Möglichkeit einer sog. Verhinderungspflege (auch Ersatzpflege genannt). Diese kann durch eine professionelle Pflegekraft als durch Angehörige oder andere Personen erfolgen. Pflegekasse übernimmt die Kosten für die häusliche Verhinderungspflege für die Dauer von maximal vier Wochen je Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige zuvor mindestens sechs Monate zuhause gepflegt wurde. Die Leistung der Pflegekasse für Verhinderungspflege können sich je nach Voraussetzung im Kalenderjahr auf bis zu 1.510 Euro und ab dem 1. Januar 2012 auf bis zu 1.550 Euro belaufen. Verhinderungspflege kann unter Umständen auch im Anschluss an schon in Anspruch genommene Kurzzeitpflege gewährt werden. Die Pflegekasse wird einen entsprechenden Antrag individuell prüfen. Dies gilt auch für die Kurzzeitpflege.

Quelle: wa.de

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