Weißes Blut

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Bei der Leukämie entarten Blutzellen

Leukämien machen immer wieder von sich reden – wie jetzt beim ehemaligen Hertha-Stürmer Alex Alves. Doch im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind Leukämien eher selten.

In der Bundesrepublik Deutschland machen sie etwa 2,4 Prozent aller Tumorerkrankungen aus. Leukämie bedeutet „weißes Blut“. Die Zahl der weißen Blutkörperchen ist stark erhöht. Alle Blutzellen, weiße wie auch rote Blutkörperchen und Blutplättchen, stammen von einer gemeinsamen „Mutterzelle" im Knochenmark, der blutbildenden Stammzelle ab. Auf jeder ihrer Entwicklungsstufen können Zellen entarten, also bösartig werden.

Nach dem Verlauf unterscheidet man chronische und akute Leukämien – erstere entwickeln sich langsam aus relativ ausgereiften Blutzellen, letztere sehr rasch, eben akut aus noch unreifen Zellen. Die Unterscheidung in lymphatische oder myeloische Leukämie betrifft die Art der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), aus denen die Leukämie hervorgegangen ist.

Pro Jahr erkranken fast 11.000 Menschen in Deutschland an einer Leukämie, davon rund 600 Kinder. Drei Viertel der Erkrankungen treten nach dem 60. Lebensjahr auf. Bei Kindern kommen fast nur akute Leukämien vor. Die Ursachen sind nur teilweise bekannt. Bei den akuten Leukämien zählen energiereiche radioaktive Strahlen, bestimmte chemische Substanzen und bestimmte erbgutschädigende zellwachstumshemmende Medikamente, familiäre Veranlagung und, bei einigen seltenen Formen, auch Viren dazu. Bei einigen Leukämieformen liegen typische genetische Veränderungen vor, die allerdings nicht ererbt sind.

Nachdem die Diagnose Leukämie feststeht und die Art der Leukämieerkrankung bestimmt worden sind, stimmt der Arzt mit dem Patienten die notwendigen Behandlungsschritte ab. Im Mittelpunkt der Behandlung aller Leukämiearten steht die medikamentöse Therapie, der Einsatz von zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika), die auf Zellen im ganzen Körper wirken. Das Ziel der Behandlung ist, die Leukämiezellen vollständig zu zerstören oder, falls das nicht gelingt, möglichst weitgehend zurückzudrängen.

Die Chemotherapie kann – je nach Leukämieform und individuellen Gegebenheiten – durch eine Strahlenbehandlung, eine Interferonbehandlung oder durch die Knochenmark- (Blutstammzell-) Transplantation ergänzt werden.

Ausführliche Informationen zur Knochenmark- (Stammzell-) Transplantation gibt es an den Zentren für Knochenmarktransplantation oder bei der Deutschen Leukämie- Hilfe (DLH).

Quelle: wa.de

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