Verhinderungspflege

Verhinderungspflege - Entlastung für Angehörige

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Bei der Verhinderungspflege werden pflegebedürftige Menschen bis zu einem Zeitraum von 4 Wochen von Pflegekräften betreut.

Wie wird die Pflege meiner oder meines Angehörigen gewährleistet, wenn ich krank bin oder Erholung brauche? Die Pflegekasse zahlt eine notwendige Ersatzpflege, wenn Sie wegen Urlaub oder einer Erkrankung Ihre Angehörigen nicht pflegen können.

Dieser Anspruch besteht für maximal vier Wochen im Jahr. Man nennt dies Verhinderungspflege. Weitere Alternativen zur Erholung bzw. Entlastung der Pflegenden sind die teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie die Kurzzeitpflege.

Rechtsanspruch im Pflegeversicherungsgesetz

Der Gesetzgeber hat die Verhinderungspflege als Rechtsanspruch in das Pflegeversicherungsgesetz integriert. So soll gewährleistet werden, dass die pflegerische Versorgung auch dann sichergestellt ist, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit (Urlaub, Kur) benötigen oder gar selbst wegen Krankheit nicht zur Verfügung stehen. In diesen Fällen ist es übrigens nicht erforderlich, die pflegerische Versorgung in einer stationären Einrichtung durchzuführen; sie kann vielmehr im gewohnten häuslichen Umfeld durch einen Pflegedienst fortgesetzt werden.

Bei einem umfangreichen Hilfebedarf bietet sich die Inanspruchnahme einer häuslichen Rund um die Uhr Pflege an. So steht eine Pflegekraft während der Abwesenheit der sonstigen Pflegeperson im Haushalt dauernd zur Verfügung. Vorteil: der Pflegebedürftige muss für die Dauer der Abwesenheit nicht in eine stationäre Einrichtung wechseln. Dies wirkt sich nicht selten ungünstig aus, weil Ortswechsel und anderer Tagesablauf bei manchen Erkrankungen, ganz besonders bei dementiellen Erkrankungen, zu einer Verschlechterung der Symptome führen können.

Zusammenfassend kann man also sagen: Auch wenn ein pflegebedürftiges Familienmitglied bei Ausfall des sonst pflegenden Angehörigen unter allen Umständen nicht aus den eigenen vier Wänden ausziehen will, gibt es eine Lösung. Anstelle einer stationären Kurzzeitpflege kann in diesen Fällen auf die Kurzzeitpflege zuhause zurückgegriffen werden. Die Pflegeversicherung stellt für die Verhinderungspflege pro Jahr einen Höchstbetrag von 1.510,00 Euro zur Verfügung. Dieser Höchstbetrag ist nicht an das Vorliegen einer bestimmten Pflegestufe gekoppelt. Zu beachten ist, dass die Kasse, unabhängig von diesem Höchstbetrag, eine Verhinderungspflege für maximal 28 Tage im Kalenderjahr gewährt. Eine Splittung der Verhinderungspflege auf mehrere Termine im Jahr ist möglich.

Quelle: wa.de

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