Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

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Wenn der Beruf krank macht

Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) setzt sich der Anstieg von psychischen Erkrankungen unverändert fort. So ist 2010 nahezu jeder zehnte Ausfalltag auf eine psychische Erkrankung zurück zu führen.

Bei der Untersuchung der Krankmeldungen von mehr als 10 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zeigt sich: Die Diagnose Burnout (Ausgebrannt) wird von den Ärzten zunehmend dokumentiert. „Zeitdruck und Stress nehmen offenbar zu und die Gefahr besteht, dass die Menschen von zwei Seiten gleichzeitig ausbrennen, vom Beruf her und durch familiäre Belastungen“, so Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Auch Krankheitsfälle aufgrund von Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen Krankheiten und Suchterkrankungen steigen besorgniserregend an. In Deutschland ist mittlerweile knapp jeder Dritte betroffen. Klinikchefs schlagen Alarm angesichts der Tatsache, dass die Behandlungskapazitäten nicht ausreichten, um alle Patienten adäquat behandeln zu können.

Nun ermittelte die Gesundheitsberichterstattung der Techniker Krankenkasse (TK) für das Jahr 2010 einen Anstieg bei den psychischen Erkrankungen um 14 Prozent. Das entspricht durchschnittlich 2 Fehltagen pro Arbeitnehmer aufgrund seelischer Probleme.

Die Fehlzeiten variieren je nach Bundesland. Die wenigsten Krankschreibungen erfolgten in Baden- Württemberg mit 9,9 Tagen. Die meisten Ausfälle registrierte man in Mecklenburg-Vorpommern mit 15,5 Tagen. Im Gegensatz zum Anstieg der psychischen Erkrankungen, sanken die Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen.

Mittlerweile sind rund 30 Prozent der Bundesbürger von Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen Krankheiten und Suchterkrankungen betroffen. Experten führen das Anwachsen von seelischen Störungen auf die gestiegenen Anforderungen am Arbeitsplatz zurück. Aber auch die Bereitschaft der Patienten, wegen der Probleme ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, scheint ein Grund für das Wachstum von Krankheiten der Psyche zu sein.

Quelle: wa.de

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