Vor allem Männer betroffen

Mund- und Rachenkrebs: Bei folgenden Symptomen sollten Sie schnell handeln

Die Heilungschancen für Rachenkrebs steigen bei einer frühzeitigen Diagnose.
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Die Heilungschancen für Rachenkrebs steigen bei einer frühzeitigen Diagnose.

Mund- und Rachenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten. Dabei erhöht eine frühzeitige Diagnose die Heilungschancen beachtlich.

Mund- und Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) erkennen Sie häufig an dauerhaften Veränderungen im Mundraum* oder schmerzlosen, geschwollenen Lymphknoten. Die Krebsart kommt am häufigsten bei Männern vor, doch auch durch das veränderte Rauchverhalten erkranken immer mehr Frauen. Viele der Risikofaktoren für Mund- und Rachenkrebs sind allerdings durchaus vermeidbar. Wir erklären Ihnen die Ursachen und zeigen Symptome und Behandlungsarten.

Was ist Rachenkrebs und wo tritt er auf?

Wie bei allen Krebsarten kommt es bei Mund-Rachenkrebs zu einem unkontrollierten Wachstum von Zellen, die einen bösartigen Tumor ausbilden. Dieser wird Karzinom genannt und tritt bei Mund-Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Kopf-Hals-Bereich auf.

Dabei können die Tumore in drei unterschiedlichen Bereichen entstehen. Beim Nasenrachenkrebs (Nasopharynxkarzinom) ist der obere Bereich des Schlundes betroffen, beim Mundhöhlenrachenkrebs (Oropharynxkarzinom) der mittlere Teil mit den Rachenmandeln und beim Schlundrachenkrebs (Hypopharynxkarzinom) der Teil, an dem sich Luft- und Speiseröhre trennen.

Die meisten der Tumore (etwa 90 Prozent) entstehen auf der Oberfläche der Mundschleimhaut. Meist kommt es dabei zu Karzinomen auf der Zunge und dem Mundboden. Genauso können aber die Schleimhäute in der Mandelregion betroffen sein.  

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Wie häufig kommt Mund- und Rachenkrebs vor?

Das Berliner Robert Koch-Institut schätzt, dass deutschlandweit etwa 10.000 Menschen pro Jahr die Diagnose Mund- und Rachenkrebs erhalten. Davon sind die meisten Männer, nämlich etwa 75 Prozent. Am häufigsten erkranken diese zwischen 55 und 65 Jahren. Doch auch Frauen sind immer öfter von dieser Krebsart betroffen, besonders im Alter von 50 bis 75 Jahren.

Was sind die Ursachen von Mund- und Rachenkrebs?

Wie bei allen Krebsarten gibt es keine eindeutigen Ursachen für Rachenkrebs. Trotzdem erhöhen bestimmte Faktoren das Risiko. Mund- und Rachenkrebs wird vor allem durch Rauchen und den regelmäßigen Konsum von Alkohol begünstigt. Ebenfalls gelten Humane Papillomviren als Auslöser, die beim oralen Geschlechtsverkehr übertragen werden können.

Mehr dazu: Sollte jeder wissen: Diese Ursache steckt hinter vier häufigen Krebserkrankungen.

Mund- und Rachenkrebs: Mögliche Symptome

Die Symptome von Mund- und Rachenkrebs unterscheiden sich, je nachdem welcher Bereich betroffen ist. Zu den Anzeichen zählen:

  • Veränderungen der Mundschleimhaut, die über zwei Wochen anhalten
  • Probleme beim Schlucken und Kauen
  • Schwellungen oder Fremdkörpergefühl (besonders, wenn einseitig) im Mund
  • Unklare Zahnlockerung
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Schmerzen oder Probleme beim Schlucken
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Mundgeruch
  • Taubheitsgefühl an Zunge, Zähnen oder Lippe
  • Schwellung der Lymphknoten

Charakteristisch für Rachenkrebs sind außerdem Halskratzen oder Halsschmerzen, Heiserkeit oder ein dauernder „Kloß“ im Hals. Natürlich können die genannten Symptome auch eine harmlose Ursache haben. Vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum auftreten, sollten Sie sie allerdings von einem Arzt abklären lassen.

Wie wird Mund- und Rachenkrebs behandelt?

Die Behandlung von bösartigen Tumoren im Mund- und Rachenbereich ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Je früher das Karzinom entdeckt wird, desto besser die Heilungschancen. Auch der Bereich, in dem der Tumor sitzt, beeinflusst die weitere Therapie.

Besonders kleinere Tumore lassen sich mit einer Operation gut entfernen. Dabei entnimmt der Arzt in den meisten Fällen auch die Lymphknoten und etwas gesundes Gewebe um den Tumor herum, um das Risiko von Metastasenbildung zu senken. Außerdem soll so verhindert werden, dass der Krebs zurückkehrt. Die chirurgischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert. So wird heutzutage beispielsweise mit Laser gearbeitet, um den Tumor möglichst schonend und effektiv zu entfernen. Anschließend wird die Stelle, die durch den Eingriff beschädigt wurde, im gleichen Schritt, oder in einer weiteren OP, rekonstruiert. Dazu wird meist körpereigenes Gewebe verwendet.

Wird die Krebserkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, ist nach der Operation eventuell eine Strahlentherapie oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich. Vor allem bei Hypopharynxkarzinomen (Schlundrachenkrebs) greift der Krebs oft auf Speiseröhre, Kehlkopf oder Schilddrüse über und kann durch eine OP nicht mehr vollständig entfernt werden.    

Haben sich bereits Metastasen in anderen Regionen des Körpers gebildet, kann die Palliativmedizin die Lebensqualität des Betroffenen solange wie möglich erhalten und bei Beschwerden Erleichterung verschaffen.

Die Heilungschancen bei Mund- und Rachenkrebs sind also abhängig von vielen Faktoren. Wie bei jeder Krebsart spielt die Früherkennung dabei eine wichtige Rolle. Vereinbaren Sie daher schnellstmöglich einen Arzttermin, wenn sie dauerhafte Veränderungen im Mundbereich feststellen. Neben regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen senken der Verzicht auf Zigaretten und wenig Alkohol Ihr Risiko überhaupt zu erkranken ebenfalls beträchtlich. (lw) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Quellen: apothekenumschau.de, patienteninformation.de, leitlinienprogramm-onkologie.de

Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen.
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken.
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll.
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