Hören bei Kindern. Hörtest schützt vor Entwicklungsschäden

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Gutes Hören ist die Voraussetzungen für die schulische Entwicklung.

Hört mein Kind schlecht? Das ist die Befürchtung vieler Eltern. Statistisch gesehen sind von 1.000 Neugeborenen ein bis zwei hochgradig schwerhörig, 17 von 1.000 Kindern hören schlecht. Ohne einen Hörtest wird das aber meist zu spät erkannt. Das ist fatal für die Sprachentwicklung.

Ob in Gesprächen, beim Vorlesen oder Singen, auf dem Spielplatz, beim Einkaufen, beim Radiohören oder Fernsehen: Kinder verarbeiten ständig Gehörtes. Sie müssen lernen, das, was sie hören, auch zu verstehen und zu interpretieren. Und das ist bei der Menge der gehörten Informationen gar nicht so leicht. Vom ersten Lebensjahr an üben Kinder das Hörverstehen. Anfangs geht es „nur“ darum, sich Gegenstände aus ihrer direkten Umwelt auch über gehörte Begriffe zu erschließen.

Dann werden Dinge und Handlungen in einen Zusammenhang gebracht. Später können Kinder einfachen Geschichten und Gesprächen folgen und sich wichtige Details merken. Wie eng Hören, Sprechen und Lesen miteinander verbunden sind, macht etwa der Begriff „phonologisches Bewusstheit“ deutlich. Denn bevor Kinder überhaupt lesen und schreiben lernen können, müssen sie durch Hören erkannt haben, dass sich Sprache aus einzelnen Lauten (den Phonemen) zusammensetzt. Experten unterscheiden zwischen der phonologischen Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinn.

Im Kindergartenalter werden die Grundlagen für phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn gelegt. Dann nämlich, wenn die Kinder – etwa durch Klatschen – lernen, Silben zu erkennen und sich Reime zu merken.

Das erste Weg führt immer zum HNO-Arzt. Er diagnostiziert die Hörschwäche und berät Kinder und Eltern. Auf Kinder spezialisierte Akustiker, sogenannte Pädakustiker, haben sich auf die Hörprobleme von Kindern spezialisiert. Sie verfügen über die entsprechende technische Ausstattung in einem kindgerechten Umfeld. Dabei werden die Kinder meist über Monate, wenn nicht Jahre betreut. Immer wieder neu wird das Hörgerät an die Bedürfnisse des Kindes angepasst. Bei Kindern kommen noch einige Zusatzvorrichtungen hinzu, wie z.B. für einen stabileren Sitz am Ohr, zum Schutz der Lautstärkeregler vor unabsichtlichem Verstellen oder die wichtige Batteriefachsicherung. Dass solche Hörgeräte richtig cool aussehen können, zeigt das Beispiel unten auf der Seite. „Manche Kinder tragen ihr Hörgerät sogar mit einem gewissen Stolz“, sagt Pädakustiker Michael Reinke. Mädchen empfinden es sogar als kleines Schmuckstück. Und sie helfen. Sie helfen die Umwelt besser wahrzubehmen und das Gehörte sprachlich zu verarbeiten. Unabdingbar für den schulischen Erfolg und die weitere Entwicklung in das Erwachsenenleben.

Quelle: wa.de

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