Große Fortschritte

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Viele unkare Schlaganfälle gehen auf Herzrhythmusstörungen zurück.

Die Akutversorgung von Schlaganfällen hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. „Immer mehr Menschen überleben einen Schlaganfall, weil wir in der Akutversorgung große Fortschritte gemacht haben,“ freut sich Dr. Brigitte Mohn, Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Hilfe.

Die Überlebenden aber tragen ein hohes Risiko für einen zweiten Schlaganfall. Eine Anpassung des Lebensstils und die Einnahme von Medikamenten sind deshalb häufig notwendig.

Doch eine gezielte Prävention ist nicht immer möglich. In bis zu 30 Prozent der Fälle kann in der Akutklinik die Ursache des Schlaganfalls nicht sicher festgestellt werden. Für die Patienten und ihre Angehörigen bringt dies eine große Unsicherheit mit. „Deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, die Diagnosemöglichkeiten weiterzuentwickeln, Patienten besser aufzuklären und sie längerfristig zu begleiten,“ betont Dr. Mohn.

Fachleute gehen davon aus, dass für viele unklare Schlaganfälle die gefährliche Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern verantwortlich ist. Dabei kann sich ein Blutgerinnsel im Herzen bilden und in den Kreislauf gelangen, bis es sich in einem kleineren Gefäß im Gehirn festsetzt und es verschließt. Bis zu einer Million Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern, so wird vermutet.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz ist Chefarzt im Neurozentrum Bethel (Bielefeld) und Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall- Hilfe. „Ist Vorhofflimmern einmal erkannt, können wir es heute medikamentös gut behandeln. Dennoch gibt es einen beachtlichen Prozentsatz von Patienten, die wir ohne Diagnose entlassen müssen". Grund dafür ist das unregelmäßige Auftreten des Vorhofflimmerns, das in vielen Fällen über Tage völlig symptomlos und klinisch unauffällig sein kann.

„In diesen Fällen muss eine weitere Diagnostik in der Rehabilitation und der Nachsorge stattfinden,“ plädiert Schäbitz für eine sektorübergreifende, enge Vernetzung der Beteiligten. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe arbeitet deshalb an einem neuen Versorgungsmodell. Es beinhaltet so genannte Behandlungspfade und einen Schlaganfall- Lotsen, der die Behandlung über einen längeren Zeitraum koordiniert.

Quelle: wa.de

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