Deutscher stirbt nach Infekt: Wie ansteckend ist Mers?

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Ein Deutscher ist an den Folgen seiner Mers-Erkrankung gestorben. Foto: Friso Gentsch

Der erste Deutsche ist nach einer Mers-Erkrankung gestorben. Er hatte sich im Februar bei einer Urlaubsreise in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Erreger infiziert. Hier ein Überblick, wie Mers übertragen wird und welche Symptome die Krankheit aufweist.

Osnabrück (dpa) - Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen ist an den Folgen einer Mers-Erkrankung gestorben. Er hatte sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesteckt. Die wichtigsten Fakten über das Virus hier im Überblick:

Virus: Der Erreger von Mers (Middle East Respiratory Syndrome)gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger und viele Erkältungsviren zählen. Identifiziert wurde Mers-CoV erstmals 2012. Wahrscheinlich gab es schon zuvor auf das Virus zurückgehende Erkrankungen, die jedoch nicht genauer untersucht worden waren.

Ansteckungsgefahr: Kamele gelten inzwischen als Hauptüberträger der Viren auf den Menschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach derzeitigem Wissensstand selten, es hat aber bereits größere, auf eine Primärinfektion zurückgehende Ausbrüche in Kliniken gegeben.

Symptome: Das Virus kann beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen. Die Erkrankung kann schwer und auch tödlich verlaufen - in wie viel Prozent der Fälle, ist allerdings unklar, da noch nicht bekannt ist, wie viele infizierte Menschen überhaupt Symptome entwickeln. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf.

Todesfälle: Bis Ende Mai 2015 wurden nach Angaben des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) weltweit 1172 Mers-Fälle gemeldet, 479 der Patienten starben. Die Todesrate läge damit bei gut 40 Prozent - tatsächlich ist sie aber wahrscheinlich weit geringer, weil sich etliche Menschen unbemerkt anstecken oder nicht auf das Virus getestet werden.

Mers -Gebiete: Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers (Middle East Respiratory Syndrome) betroffene Land. Reisende brachten den Erreger auch in die USA und in europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und die Türkei. Weltweit erstmals tauchte der Erreger im Jahr 2012 auf. Derzeit grassiert das Mers-Virus auch in Südkorea. Vom größten Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel sind bislang 154 Menschen betroffen, bislang verzeichneten die Behörden 19 Todesfälle. Zudem sind mehr als 5500 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, in Isolierstationen oder zu Hause unter Quarantäne.

Viren dieser Gruppe können sich genetisch rasch verändern und so an veränderte Bedingungen anpassen - etwa an den Menschen statt eines Kamels als Wirt. Experten warnen daher, Behörden weltweit sollten sich vorsichtshalber darauf vorbereiten, dass ein Mers-Virus mit weit höherer Ansteckungsrate eine Pandemie zur Folge haben könnte.

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