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Corona: Das Virus kann chronisches Fatigue-Syndrom auslösen

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Von: Judith Braun

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Fühlen sich Patienten nach einer Corona-Infektion sechs Monate oder länger erschöpft, können sie unter dem chronischen Fatigue-Syndrom leiden.

Die Symptome einer Covid-19-Infektion sind vielfältig. Sie reichen von Husten und Schnupfen über Fieber bis hin zu Hals- und Kopfschmerzen sowie Atemnot. Auch ein chronischer Erschöpfungszustand, in Fachkreisen Fatigue genannt, kann laut Experten der Berliner Charité nach einer Corona-Infektion auftreten – selbst wenn die Patienten keinen schweren Verlauf hatten.

Corona: Das Virus kann chronische Fatigue auslösen

Frau liegt erschöpft in Bett
Das Coronavirus kann das chronische Fatigue-Syndrom ME/CFS auslösen. © Antonio Guillen Fernández/IMAGO

Die Forscher stellten in ihrer im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie fest, dass das myalgische Encephalomyelitis/chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ein Symptom einer Covid-19-Erkrankung ist. Dafür untersuchten sie die Daten von insgesamt 42 Patienten, von denen 32 an einem milden und zehn an einem mittelschweren Verlauf mit einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkrankt waren. Drei Personen wurden stationär behandelt, wobei keinem Sauerstoff zugeführt werden musste.

Selbst sechs Monate nach der Infektion litten die Patienten allerdings weiterhin unter einer körperlichen Schwäche. Gemessen wurde dies anhand der sogenannten „Bell Scale“. Sie bewertet die allgemeine Beeinträchtigung mit einem Punktesystem, welches von 0 bis 100 reicht. Je höher die Punktezahl, desto weniger fühlen sich die Betroffenen beeinträchtigt. Bei einem „Bell-Score“ von 20 oder weniger sind die Betroffenen meist bettlägrig. Ein Wert von 30 bis 40 bedeutet, dass die Patienten an zwei bis vier Stunden am Tag leichten Arbeiten nachgehen können.

Demnach gaben 19 Patienten mit dem Fatigue-Syndrom einen Wert von 40 an. Ihnen ging es somit besser als den Teilnehmern einer Kontrollgruppe, die nach anderen Infektionen ebenfalls unter ME/CFS litten. Am besten ging es den 23 Patienten, die nicht alle Kriterien für eine Fatigue erfüllten, mit einem „Bell-Score“ von 50, was ungefähr 70 Prozent des normalen Gesamtaktivitätsniveaus entspricht. Dies wirkte sich auch positiv auf ihre Lebensqualität aus.

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Corona: Anzeichen von Fatigue und ihre Ursachen

Das Gesundheitsministerium von Kanada „Health Canada“ legte im Jahr 2003 Kriterien fest, mithilfe derer die chronische Fatigue bestimmt werden kann. So ist ME/CFS durch folgende Symptome gekennzeichnet und muss diese für eine Diagnose teilweise erfüllen:

Die genauen Ursachen chronischer Fatigue sind allerdings nicht bekannt. Typisch ist, dass sich die Patienten an eine vorangegangene Infektion – meist ein viraler Infekt – als Auslöser erinnern können. Experten vermuten, dass beispielsweise eine anhaltende entzündliche Reaktion eine Ursache von ME/CFS ist. Möglich ist auch, dass eine Autoimmunerkrankung dahintersteckt, bei der Antikörper körpereigene Strukturen angreifen, die eigentlich den Erreger neutralisieren sollten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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