Rat vom Orthopäden

Barfuß laufen und viel Bewegung: Kinderfüße gesund halten

Damit sich Kinderfüße gut entwickeln können, brauchen sie Training. Am einfachsten geht das beim Toben und Spielen - ohne Schuhe. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn
+
Damit sich Kinderfüße gut entwickeln können, brauchen sie Training. Am einfachsten geht das beim Toben und Spielen - ohne Schuhe. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Die Füße tragen den Menschen durchs Leben. Darum ist es wichtig, von Anfang an auf sie Acht zu geben. Der Berliner Orthopäde Dietrich Bornemann erklärt, was Eltern tun können, damit sich die Füße ihrer Kinder gesund entwickeln.

Berlin (dpa/tmn) - Kinder lernen am besten barfuß laufen. "Spezielle Lauflernschuhe, wie sie heute gern beworben werden, brauchen Kinder nicht", sagt Orthopäde Dietrich Bornemann, der die Aktion " Zeigt her Eure Füße" des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie begleitet.

Drinnen laufen sie barfuß oder mit Stoppersocken, draußen sollten es - wenn überhaupt - leichte, atmungsaktive Schuhe sein. "Am wichtigsten ist, dass sie passen." Etwa eineinhalb Zentimeter Platz nach vorne sind beim Kauf der Schuhe ideal. "Am Strand oder auf Wiesen bleiben die Lauflern-Kinder im Sommer am besten ebenfalls barfuß."

Ob das Kind eine Fußfehlstellung entwickelt, hängt aber nicht nur vom richtigen Schuhwerk ab. "Füße sind Genetik", sagt Bornemann. Die Eltern schauen also am besten auf die eigenen Füße, wenn sie wissen wollen, ob ihr Kind gefährdet ist.

Beobachten sie bei ihrem Nachwuchs Unregelmäßigkeiten - zum Beispiel einen Fuß, der zum Innenknöchel hin abgeknickt ist -, sollten sie ihren Kinderarzt darauf ansprechen oder einen Termin beim Orthopäden machen. "Am besten passiert das bis zum vierten Lebensjahr", sagt Bornemann.

Betroffene Kinder bekommen in der Regel eine Verordnung für Physiotherapie, in schweren Fällen eventuell auch für spezielle Schuheinlagen. Gemeinsam mit dem Therapeuten lernen sie, ihre Fußmuskulatur gezielt zu kräftigen. "Wichtig ist, dass das zu Hause fortgesetzt wird", mahnt der Orthopäde. Zum Beispiel kann das Kind mit den Zehen Murmeln greifen oder sich auf ein Tuch stellen und es zusammenziehen. "Auf den Hacken oder Zehenspitzen laufen ist auch eine sehr gute Übung", sagt Bornemann.

Überhaupt sei Bewegung immer noch die beste Medizin. "Lassen Sie Ihre Kinder draußen spielen und herumtoben", rät er. Dann entwickeln sich die kleinen Füße so gut, wie es die genetischen Voraussetzungen eben zulassen.

Aktion Orthofit "Zeigt her Eure Füße"

Tipps für Herbst- und Winterschuhe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare