Allzweckwaffe der Kardiologie

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Blick in ein modernes Herzkatheterlabor. Mit Hilfe eines Katheters werden Herzkranzgefäße untersucht

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer Eins. Schnelle Hilfe bei kardiologischen Erkrankungen erfordern eine ebenso schnelle wie sichere Diagnose und Behandlung.

In den Herzabteilungen (Kardiologie) der Kliniken wird daher ein Linksherzkathetermessplatz (LHKM) eingesetzt. Mit ihm lassen sich Erkrankungen der Herzkranzgefäße erkennen und oft in einem Arbeitschritt behandeln. Als Gerda Kujat in den letzten Tagen ein beengtes Gefühl in der Brust fühlte, dachte sie sich zunächst nichts dabei. Als dann noch Schweißausbrüche und Übelkeit hinzu kam, rief er sofort den Notarzt. „Allerhöchste Eisenbahn“, warnen Kardiologen. Vor allem Frauen unterschätzen die Gefahren beim Herzinfarkt. Bei geringstem Verdachtsmomenten ist es immer sicherer, den Notarzt zu rufen.

Vom Rettungswagen auf den Kathetertisch – das ist mittlerweile die Regel. Ist ein Herzinfarkt mittels Echokardiogramm (EKG) und/oder einem Herzultraschall (Echokardiographie) diagnostiziert, lässt sich durch einen Herzkatheter aufdecken, welches Herzkranzgefäß verschlossen ist und ob noch weitere Gefäße verengt sind. Auch die Funktion von Herzmuskel und Herzklappen lässt sich so beurteilen. Mit einem LHKM können Untersuchungen durchgeführt werden, die früher undenkbar waren. Kleinste anatomische Details, die bislang schwer darstellbar waren, wie zum Beispiel Gefäßveränderungen, werden durch die spezielle digitale Bildgebung sichtbar gemacht und können dadurch schneller behandelt werden. Die Patienten profitieren. Dazu zählen vor allem Personen mit drohendem oder frischem Herzmuskelinfarkt, bei denen sich im LHKM rasch die schuldige Engstelle darstellen lässt. Anschließend wird sie gedehnt und mit einem Stent, also einer Gefäßstütze, versorgt. Mit einer frühzeitigen Wiedereröffnung des verschlossenen Infarktgefäßes kann das betroffene Herzmuskelareal klein und damit weitere Komplikationen gering gehalten werden.

 Viele Infarkte passieren nachts oder am Wochenende. Beim Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Daher ist das Team eines Katheterlabors in ständiger Bereitschaft.

Aber auch bestimmte Herzrhythmusstörungen können mit einem Herzkatheter behandelt werden. Dazu wird ein EKG direkt aus dem Herzen abgeleitet, und auf bestimmte Herzarealen eine Verödung durchgeführt. So kann die Störung oft vollständig beseitigt werden, ohne dass weiterhin dauerhaft Medikamente eingenommen werden müssen.

Quelle: wa.de

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