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Affenpocken: Übertragung durch engen Kontakt - was bedeutet das?

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Von: Sven Schneider

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In Deutschland sind erste Fälle von Affenpocken nachgewiesen worden. Aber wie steckt man sich an? Und wie hoch ist das Risiko einer Infektion?

Hamm - Nach dem Coronavirus ist vor den Affenpocken. So oder so ähnlich nehmen es viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wahr. Doch Grund zur Panik gibt es trotz erster Verdachtsfälle in NRW nicht. Vielmehr warnen Experten vor zu viel Unruhe. Dennoch ist das Interesse am eigenen Schutz groß. Wie werden Affenpocken übertragen und wie ansteckend sind sie?

Affenpocken: So werden sie übertragen - enger Kontakt für Ansteckung nötig

Schon am 20. Mai 2022 wurde der erste Fall in Deutschland offiziell bestätigt. Der erste Patient soll ein 26-jähriger Brasilianer sein, der isoliert in einer Münchner Klinik behandelt wird. Ihm soll es den Umständen entsprechend gut gehen. Zuvor hatten bereits weitere Länder zahlreiche Nachweise gemeldet. Zwar hatte das Robert Koch-Institut (RKI) direkt vermelden lassen, dass weitere Infektionen in Deutschland durchaus möglich sei und damit die Verbreitung der Affenpocken.

Aber: „Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer“, heißt es vom RKI weiter. Eine Gefährdung der Gesundheit der breiten Bevölkerung sei nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich. Denn: Anders als beim Coronavirus werden Affenpocken über engen Körperkontakt übertragen. Zudem seien die Affenpocken bei weitem nicht so Infektiös wie das Coronavirus, heißt es. Der Unterschied zum Coronavirus ist groß, eine Pandemie-Panik überflüssig, wie Echo24 berichtet.

„Die Erkrankung ist vor allem über engen körperlichen Kontakt, sehr viel seltener über Tröpfchen übertragbar“, sagte der Regensburger Infektiologe Prof. Bernd Salzberger dem Donaukurier. Laut aktuellem Stand (24. Mai 2022) scheint die Übertragung bei Affenpocken nicht durch Aerosole zu erfolgen. Bei den bereits bekannten Fällen in Europa handelt es sich in der Mehrheit um Männer, die sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatten. Allerdings ist der Intimkontakt möglicherweise nur eine Art der Übertragung der Affenpocken.

Affenpocken: Ansteckung über Blut, Fleisch und Tröpfchen - Ursprung in Nigeria?

Doch wie wurden die Affenpocken vom Tier auf den Menschen übertragen? In Großbritannien geht die Gesundheitsbehörde UKHSA von einer Infektion in Nigeria aus. Anschließend wurde der Erreger ungewöhnlich oft weitergegeben. So geht das RKI davon aus, dass es zu Kontakt mit einem infizierten Tier, dessen Fleisch oder Sekreten kam. Auch das Einatmen der Tröpchen mit den Partikeln sei ein möglicher Infektionsweg.

Um sich vor Affenpocken zu schützen, empfiehlt das RKI das Vermeiden von Kontakt zu potenziell infizierten Tieren. Dazu gehören verschiedene Nagetiere und Affen in Endemiegebieten. Gut für alle, die bereits gegen Pocken geimpft wurden: Die Impfung, über die aktuell fleißig diskutiert wird, soll zu 85 Prozent auch vor Affenpocken schützen. „Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen Impfstoffe, die zum Schutz vor den echten Pocken entwickelt wurden, auch vor Affenpocken“, heißt es vom RKI.

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