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Warum es sich lohnt, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen

Steuererklärung
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Einsprüche gegen Steuerbescheide sind alles andere als selten.

Der Einspruch gegen den Steuerbescheid kann sich finanziell lohnen: In mehr als der Hälfte der Fälle bekamen Steuerzahler Recht.

Nicht einverstanden mit dem Steuerbescheid*? Wenn Sie bei Zweifeln Einspruch einlegen, kann sich das in vielen Fällen bezahlt machen, wie Experten betonen.

Denn Einsprüche seien oft erfolgreich, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge. Darin heißt es, dass laut einer aktuellen Statistik des Bundesfinanzministeriums im vergangenen Jahr fast 3,5 Millionen Einsprüche eingelegt wurden. Zusammen mit den noch unerledigten Einsprüchen aus den Vorjahren hätten die Finanzämter insgesamt über 5,8 Millionen Einsprüche zu bearbeiten.

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Einspruch gegen Steuerbescheid ist oft erfolgreich

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mehr als die Hälfte der Einsprüche (rund 3,2 Millionen) wurden demnach 2019 erledigt. Die gute Nachricht sei: Fast zwei Drittel der Fälle (rund 66 Prozent) waren erfolgreich. Erfolglos oder zumindest teilweise erfolglos seien nach der Statistik nur 14 Prozent der Einsprüche, heißt es weiter in dem Bericht.

Die Experten des BLV raten , den Steuerbescheid daher nicht einfach beiseite zu legen. Stattdessen sollten Betroffene, sofern sie Abweichungen feststellen, Einspruch einlegen, so ihr Rat.

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Einspruch gegen Steuerbescheid – aber es gibt Fristen

Diese Fristen sollte jedoch jeder kennen: Der Einspruch muss dem Bericht zufolge innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheides schriftlich beim jeweils zuständigen Finanzamt eingehen. Es gibt verschiedene Wege. Man kann den Einspruch über „Elster“ online einlegen. Oder per E-Mail.

Hilfe bei der Steuer

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

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(ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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