Droht die Enteignung des Sparers?

IWF fordert: Drohen jetzt bald Strafgebühren auf unser Bargeld?

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Das Bargeld ist des Deutschen liebstes Zahlungsmittel. Ist es jetzt in Gefahr?

Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Doch dieses scheint jetzt bedroht: Der Internationale Währungsfonds plädiert dafür - zum Schutz vor einer neuen Finanzkatastrophe.

Droht uns eine globale Finanzkrise in noch nie dagewesenem Ausmaß? Immer wieder wird darüber in den Medien spekuliert. Das bereitet vielen Anlegern Sorge, weshalb wieder vermehrt "sichere" Wertanlagen wie Gold hoch im Kurs stehen. Aber auch am Bargeld hängt der Deutsche - während dies in manchen Ländern belächelt und es zunehmend abgeschafft wird, geschieht dies hierzulande nur schleppend.

IWF-Studie: Bargeld großes Problem angesichts einer erneuten Finanzkrise

Das könnte zum Problem werden, falls eine erneute globale Rezession bevorstünde. Zumindest, wenn es nach einer neuen Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) geht. Darin werden Überlegungen angestellt, wie man die Weltwirtschaft während einer Finanzkrise am Laufen hält. Die Notenbanken könnten jedenfalls ihre Zinsen nicht weiter senken, so die Studienautoren, um die Konjunktur zu stimulieren.

Einzig sogenannte Negativzinsen, also Gebühren auf das Bankguthaben von Anlegern, sollen sicherstellen, dass die Sparer infolgedessen mehr Geld ausgeben - und am Ende so die Wirtschaft wieder ankurbeln. Doch allein das Bargeld stellt sich dem in die Quere: Schließlich könnten Sparer das Geld einfach vom Konto abheben, um so die Strafzinsen zu umgehen.

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Strafzinsen auf Bargeld, um deutsche Sparer zu enteignen?

Die IWF-Experten empfehlen daher, dass die Notenbanken die vorhandene Geldmengenbasis in zwei Währungen - Bargeld und elektronisches (e-Geld) - einteilen sollen. Während auf ersteres ein bestimmter Umrechnungskurs gegenüber dem e-Geld angewendet würde, würde auf letzteres die Strafzinsen anfallen. Das bedeutet konkret: Fielen die Zinsen auf ein Bankguthaben von 100 Dollar zum Beispiel auf minus drei Prozent ab, müsste das Bargeld ebenfalls dementsprechend um drei Prozent pro Jahr gegenüber dem e-Geld abgewertet werden. So würde es an Wert verlieren und Sparer daran gehindert, Geld vom Konto abzuheben.

Doch dieser Vorschlag würde auch viel Verwaltungsaufwand bedeuten - allerdings ebenso viele Vorteile bringen: "Im Vergleich zu anderen Vorschlägen hätte dieser den Vorteil, die Geldpolitik völlig von der unteren Zinsgrenze (Nullzinsen) zu befreien", so die Experten. Allerdings könnte eine Ausführung des Vorhabens umständlich sein, schließlich wird es schwierig zu verfolgen, wie lange das Bargeld schon im Umlauf war, um den entsprechenden Umtauschkurs gegen e-Geld zu bestimmen …

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jp

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