Familie Schneider ist auf der Kirmes zu Hause

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August Schneider beim Aufbau der Wildwasserbahn „Piraten-Fluss“. Ab Freitag geht es hier rund.

HAMM ▪ Ihre Arbeitsplätze sind Orte, wo sich Menschen amüsieren und ihre Sorgen vergessen. Im Sommer ist ihr Leben vom Reisen bestimmt, einen festen Wohnsitz gibt es nicht. Schausteller führen berufsbedingt ein unstetes Leben. August Schneiders Familie ist bereits seit sieben Generationen in dem Gewerbe tätig. Auf dem am Freitag beginnenden Stunikenmarkt betreibt er zusammen mit Ehefrau Nicola und Tochter Carolin eine der wichtigsten Attraktionen – die Wildwasserbahn.

„Ich bin quasi auf der Kirmes geboren“, sagt Schneider. Wie ihm ging es auch seinen Vorfahren. Noch viel länger besteht in seiner Familie die Verbindung zum Schausteller-Gewerbe, die sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt: Vor über 200 Jahren hat Heinrich Schneider ein damals noch mit Pferden angetriebenes Karussell auf der Allerheiligenkirmes in Soest geführt.

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Sonderressort Stunikenmarkt

Heute ist die Technik wesentlich weiter, trotzdem ist Schneiders Job immer noch mit viel Arbeit und Aufwand verbunden. Für Schausteller, so auch für Familie Schneider, beginnt die Saison Ende März. Dann heißt es Abschied nehmen vom geregelten Leben. „Wir fangen mit dem Send in Münster an und beenden die Saison meistens mit der Soester Allerheiligen-Kirmes“, sagt der 48-jährige Münsteraner. Auf zwölf bis 16 Veranstaltungen in ganz Deutschland und im Ausland sind die Schneiders im Jahr präsent. Dabei bleiben sie, je nach Dauer der Kirmes, selten länger als eine Woche an einem Ort. „Im Sommer lebt man immer dort, wo gerade Kirmes ist“, so Schneider.

Wochenmarkt

Aufgrund der Kirmes wird der Wochenmarkt am Samstag auf den Santa-Monica-Platz verlegt. Am Dienstag fällt der Markt aus.

Besonders für seine Kinder, Patrick (heute 22) und Carolin (18) gestaltete sich der Schulalltag anders als es in den meisten Familien üblich ist. Sie besuchten ein Internat und lebten zwischendurch bei einer Pflegefamilie in Münster, wo sie auch zur Schule gingen. Heute sind sie beide ebenfalls im Schaustellergewerbe tätig; Tochter Carolin ist zusammen mit Mutter Nicola für den Ticketverkauf an der Wildwasserbahn zuständig. Auch Schneiders Ehefrau Nicola stammt aus einer Schaustellerfamilie. Gemeinsam mit ihrem Vater betreibt er den Schausteller-Betrieb Heitmann und Schneider, der drei Wasserbahnen und zwei Autoscooter führt.

Im November endet die Kirmes-Saison, im Dezember geht es mit Weihnachtsmärkten weiter, auf denen die Schneiders mit Verzehrständen zugegen sind. Im Januar hat die Familie ein paar ruhige Wochen, schon Ende des Monats starten die Reparaturen der Fahrgeschäfte. Auch der TÜV überprüft regelmäßig die Attraktionen. Auf dem Stunikenmarkt sind die Schneiders zum dritten Mal innerhalb von von zwölf Jahren mit dem „Piraten-Fluss“ zu Gast.

Quelle: wa.de

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