Stichwort zum Medizin-Nobelpreis: Telomere und Telomerase

Hamburg - Unsere Gene sind auf 46 Erbgutträgern aufgereiht, den Chromosomen. Damit diese nicht ausfransen oder sich an ihren Enden verbinden, gibt es wie bei einem Schnürsenkel Schlussstücke.

Ihre Entdecker nannten sie Telomere. Der Name entstand aus den griechischen Worten “Telos“ für Ende und “Meros“ für Teil. Bei jeder Zellteilung werden diese Endteile jedoch ein Stück kürzer. Die Zelle altert und mit ihr auch der Mensch. In Ei- und Samenzellen sind die Telomere für das Kind jedoch wieder verlängert.

Forscher vergleichen das mit einem Schnürsenkel, den Plastikringe am Ende vor dem Zerfransen schützen - bis die als Endteile dienenden Schutzringe selbst in winzigen Schritten abgenutzt und verbraucht sind. Als Gegenspieler gegen diesen Alterungsprozess dient ein Enzym namens Telomerase, das die Erbgutenden wieder etwas verlängert. Es ist vor allem in Stammzellen aktiv, aber auch in Krebszellen. Diese altern nicht und können sich immer weiter vermehren.

Einige Wissenschaftler sehen darin vor allem die Chance, die Zellalterung zu beeinflussen und auszuschalten. Die anderen betonen dagegen die Bedeutung der Zellalterung als körpereigene Notbremse gegen verbrauchte Zellen und damit als wichtigen Schutz gegen Krebs.

dpa

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