Sieben Millionen Deutsche rätseln mit

Spieleapp-Hit "Quizduell" bald als TV-Show?

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Quizduell gibt es jetzt auch als Buch.

Berlin - Millionen Menschen messen sich im „Quizduell“, beantworten Fragen nach dem Eiffelturm oder den Chartstürmern der 80er-Jahre. Nach einem Buch zur App könnte es bald auch eine TV-Sendung geben.

Zur beliebten Smartphone-App „Quizduell“ gibt es jetzt auch ein Buch. Am Samstag erschien das gut 230 Seiten starke Werk im Riva Verlag. Darin sind die schwierigsten und leichtesten Fragen gesammelt, dazu wird die Geschichte der schwedischen Firma hinter „Quizduell“ erzählt. „Wir haben gehofft, dass es erfolgreich wird, aber wir hatten keine Ahnung, wie groß es werden würde“, sagte Henrik Willstedt von der Entwicklerfirma FEO Media der dpa. Neben dem Buch gebe es Gespräche über eine Fernsehsendung. Genaueres dazu wollten die „Quizduell“-Macher nicht verraten, die Gespräche stünden noch am Anfang.

"Quizduell": So funktioniert's

Wo steht der Eiffelturm? Welchen Beruf hat Super Mario? Und wie heißt die Erzieherin von Biene Maja? Millionen von Nutzern messen sich mit solchen Fragen in der App „Quizduell“. Das Game aus Schweden löste ein regelrechtes Spielfieber aus, seit Monaten hält es sich in der Spitze der Download-Charts. Die Frage nach dem Eiffelturm ist übrigens die einfachste: Mehr als 99 Prozent antworten richtig mit „Paris“.

Die Idee für das Spiel kam dem 26-jährigen Henrik Willstedt bei einer Diskussion mit seinem Bruder Robert. Sie wollten ein Spiel programmieren, doch ihnen fiel zunächst nichts ein. „Dann habe ich Robert gesagt, ich werde nicht wieder ins Zimmer kommen, bis ich eine Idee für ein neues Spiel habe“, sagte Henrik Willstedt der dpa. Kurze Zeit später unterbreitete er seinem Bruder Robert den Vorschlag für „Quizduell“. Gemeinsam mit einem befreundeten Bruderpaar legten die Schweden los.

„Quizduell“ ist so simpel wie fesselnd. In der App treten Spieler gegeneinander an und beantworten Wissensfragen. Weil man gegen reale Gegner spielt, wird der eigene Ehrgeiz angestachelt. Freunde und Kollegen treten gegeneinander an, Henrik Wilstedt berichtet von Studenten, die ihre Professoren schlagen. Allein in Deutschland spielen nach Angaben der Entwickler sieben Millionen Menschen „Quizduell“, insgesamt sind es 19 Millionen Nutzer.

„Es gibt generell einen Trend hin zu mobilen Spielen“, sagt Peter Tscherne von der Stiftung Digitale Spielekultur. Die Stiftung vergibt unter anderem den jährlichen Computerspielpreis. Die Handy-Spiele hätten den Markt erweitert: Denn auf dem Smartphone spielen auch ältere Menschen und Frauen, die vor zehn Jahren vielleicht nicht zur Spielekonsole gegriffen hätten. Bei mobilen Spielen stehe oft Geschicklichkeit, Lernen oder Abenteuer im Mittelpunkt, sagt Tscherne. „Handyspiele sind selten so gewalthaltig, wie man das von früheren Spielen kennt.“

Stattdessen sammeln Millionen Spieler virtuelle Süßigkeiten bei „Candy Crush“ ein oder ziehen Linien bei „Jelly Splash“. Hinter den kleinen Apps steckt ein großes Geschäft. So verdiente der „Candy Crush“-Entwickler King Entertainment im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Jetzt geht das Unternehmen an die Börse.

Die Konkurrenz ist groß. „Es gibt keine mittelguten Spiele mehr“, sagt Stephanie Kaiser vom der Berliner Spielefirma Wooga. Jeden Monat kommen etwa 1000 Spiele neu in die App-Plattformen, schätzt die Firma. Wooga fing mit Spielen auf Facebook an und produziert inzwischen auch eigene Spieleapps wie „Jelly Splash“.

„Man spielt heute mit Freunden“, sagt Kaiser. Das gemeinsame Spiel kommt auch den Anbietern zugute, denn so verbreiten sich ihre Apps von Freund zu Freund. Wichtig sei es, die Leute bei der Stange zu halten, sagt Kaiser. Denn viele Spiele sind kostenlos, die Unternehmen verdienen mit virtuellen Gegenständen oder zusätzlichen Leben, die Spieler innerhalb der App kaufen können. Von „Quizduell“ gibt es auch eine kostenpflichtige Premium-Version.

Die schwedischen Entwickler hinter „Quizduell“ wollen ihren Erfolg nun ausweiten. Ein Buch zum Spiel erschien am Samstag im Riva Verlag, es gibt Gespräche über eine Fernsehshow. Ihre Firma FEO Media hat inzwischen zehn Angestellte. „Keiner von uns konnte das erwarten“, sagt Henrik Willstedt. „Wir haben gehofft, dass es erfolgreich wird, aber wir hatten keine Ahnung, wie groß es werden würde.“ Neben dem schwedischen Original und der deutschen Version arbeiten sie nun an einem Ableger für Großbritannien.

dpa

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