Mobile World Congress

Smartphone und Tablet verschmelzen

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In Barcelona kommt die Neuheiten-Maschine der Mobilfunk-Branche in Schwung. Am Sonntag gab es ein Smartphone, das auch ein Tablet ist und neue Computer-Uhren von Samsung.

Barcelona - In Barcelona kommt die Neuheiten-Maschine der Mobilfunk-Branche in Schwung. Am Sonntag gab es ein Smartphone, das auch ein Tablet ist und neue Computer-Uhren von Samsung.

Verkehrte Welt in der Mobilfunk-Branche: Der chinesische Herausforderer Hauwei nimmt die Platzhirsche ins Visier - und der Software-Gigant Microsoft drängt in die Entwicklungsländer. Huawei stellte am Sonntag auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein Gerät an der Grenze zwischen Smartphone und Tablet vor, das Verbrauchern die Vorzüge beider Geräte in einem bieten soll. Microsoft will dafür sorgen, dass sein Betriebssystem Windows Phone mit günstigen Geräten in Wachstumsmärkten wie Brasilien oder Afrika mithalten kann.

Huaweis Kombi-Gerät mit dem Namen Mediapad X1 hat wie ein kleines Tablet einen Bildschirm mit 7-Zoll-Diagonale, man kann es aber auch wie ein Telefon nutzen. Es ist zugleich deutlich kompakter als andere Tablets mit ähnlicher Bildschirmgröße. Das Display nimmt 80 Prozent der Oberfläche ein, wie Huawei-Manager Richard Yu bei der Vorstellung betonte. Das Modell unterstützt weltweit den schnellen LTE-Datenfunk.

Neben dem Mediapad X1 stellte Huawei am Sonntag beim Mobile World Congress in Barcelona auch eine weitere ungewöhnliche Kombination vor: Ein Headset, das sich zu einem Fitness-Armband umfunktionieren lässt. Es soll für 99 Euro auf den Markt kommen. Bei Huawei machen Smarpthones inzwischen bereits 87 Prozent der Modellpalette aus. Die Stärke des Unternehmens liegt bisher jedoch vor allem bei günstigeren Geräten im riesigen chinesischen Heimatmarkt.

Microsoft setzt unterdessen die Anforderungen an die Hardware-Ausstattung von Windows-Phone-Geräten herunter. Damit solle eine Vielzahl auch günstiger Geräte auf den Markt kommen, sagte Microsoft-Manager John Belfiore in Barcelona. Neben Anbietern wie Samsung, HTC oder LG werden erstmals auch der chinesische Hersteller Lenovo und der Auftragsfertiger Foxconn Smartphones mit Microsofts Betriebssystem produzieren, wie Belfiore ankündigte.

Das Wachstum im Smartphone-Markt kommt derzeit vor allem aus den Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen Computer-Telefone ebenfalls einfache Handys verdrängen. Das ist ein Zukunftsmarkt, den sich kein Hersteller entgehen lassen will. Microsofts Windows Phone war bisher angesichts hoher Anforderungen an die Hardware vor allem für teurere Geräte gedacht.

Smartphone-Marktführer Samsung wird sein neues Top-Modell Galaxy S5 voraussichtlich erst am Montagabend vorstellen, kündigte unterdessen aber zwei neue Modelle seiner Computer-Uhr Gear an, die im April auf den Markt kommen sollen. Daten-Uhren dürften ein Schwerpunkt der offiziell am Montag startenden Show werden - auch andere Hersteller wie Huawei und HTC stehen laut Medienberichten in den Startlöchern.

Samsungs neue Daten-Uhren laufen nicht mehr mit dem Google-System Android, sondern der hauseigenen Betriebssoftware Tizen. Die beiden Uhren, die im April auf den Markt kommen, sollen mit diversen Samsung-Geräten kompatibel sein. Preise nannte das Unternehmen noch nicht. Google arbeitet nach Informationen des Technologiedienstes „CNET“ an einer eigenen Datenuhr zusammen mit LG. Das Gerät solle im Juni groß vorgestellt werden.

Samsungs neue Daten-Uhren können wie der im Herbst gestartete Erstling Galaxy Gear über eingegangene E-Mails und Kurznachrichten informieren und sind mit Sensoren für Fitness-Funktionen versehen. Der Chip wurde zu einer Version mit zwei Rechenkernen und 1 Gigahertz Taktfrequenz aufgerüstet. Die Kamera steckt jetzt direkt in der Uhr statt im Armband, beim Modell Neo verzichtete Samsung ganz auf sie.

Samsung arbeitet schon länger an dem Tizen-Betriebssystem, der Start erster Smartphones mit der Software hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Eine Herausforderung für die Südkoreaner wird sein, eine breite Auswahl an Tizen-Apps bereitzustellen. Die neuen Uhren sollen zum Start unter anderem Anwendungen von BMW, CNN, dem Navi-Spezialisten Garmin sowie dem Kurzmitteilungs-Dienst Line bekommen, wie das Technologie-Blog „The Verge“ berichtete.

Auf der Messe zeigen von Montag bis Donnerstag über 1700 Aussteller ihre Geräte und Dienste. Erwartet werden wieder über 70 000 Fachbesucher.

dpa

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