Trotz Facebook und Co.

Kinder: Offline-Freundschaften wichtiger

Bochum/Bielefeld - Auch in Zeiten boomender sozialer Netzwerke wie Facebook hat der „echte“ Freund noch lange nicht ausgedient.

Einer aktuellen Studie zufolge bewerten Kinder und Jugendliche den Wert von Freunden, die sie auch außerhalb des Internets treffen, höher als den von überwiegend online gepflegten Freundschaften. Entwicklungspsychologe Michael Glüer von der Universität Bielefeld wird die Ergebnisse auf einem fünftägigen Kongress der Deutschen Psychologen Gesellschaft vorstellen, der am Sonntag an der Ruhr-Universität in Bochum beginnt.

„Interaktion findet heute nicht mehr nur untereinander, sondern auch über das Smartphone statt“, sagte Glüer. Die Befragung von rund 1900 zufällig ausgewählten Schulkindern der fünften bis zehnten Klassen soll Aufschlüsse geben, wie sich dieser Wandel auf die Lebenswelt der Kinder auswirkt. 72,1 Prozent der Befragten gaben an, Mitglied in einem Netzwerk zu sein, mehr als ein Drittel pflegt dort auch enge Freundschaften.

Dabei stuften die jungen Netzwerk-User Freunde, die sie vorwiegend offline treffen, auf einer neunstufigen Skala mit durchschnittlich 7,7 Punkten bedeutsamer ein als Freundschaften, die sie vorwiegend über das Internet pflegen (6,9 Skalenpunkte). „In einem Sozialen Netzwerk lässt sich nicht dieselbe Nähe herstellen. Mimik und Gestik helfen, die Situation zu verstehen“, begründet der Entwicklungspsychologe. So hätten die Kinder auch angegeben, dass sie Offline-Freunden eher ihre Geheimnisse anvertrauen als den Online-Freunden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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