Homefront: So gut ist der neue Shooter

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Screenshot aus "Homefront": Ein tapferes Häuflein amerikanischer Partisanen zieht in den Kampf gegen die Kommunisten.

München - THQ schickt den Ego-Shooter "Homefront" gegen die Top-Titel "Call of Duty" und "Medal of Honor" ins Rennen. Dabei setzt THQ auf eine ausgefallene Story und einen innovativen Multiplayer-Modus. Der Test:

Story

Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Kommunisten fallen in den USA ein und errichten im vormaligen "Land of the Free" eine rote Diktatur. Da findet sich ein Häuflein tapferer Menschen zusammen. Sie brechen einen Partisanenkrieg vom Zaun, dem die Kommunisten praktisch hilflos gegenüberstehen. Vermutlich werden Sie jetzt denken: "Hey, das ist doch Red Dawn. Dieser Action-Kultfilm aus den 80er Jahren." Richtig. Der einzige Film mit Patrick Swayze und Jennifer Grey, den sich auch Männer anschauen können.

Die Story von Red Dawn lässt sich nahezu Eins zu Eins auf das Egoshooter-Spektakel "Homefront" übertragen. Was wenig wundert: Schließlich stammt das Drehbuch des Shooters aus der Feder der Hollywood-Legende John Milius, der seinerzeit auch das Skript zu "Red Dawn" schrieb.

Die einzigen zwei Unterschiede: In Homefront fallen nicht Russen und Kubaner in den USA ein, sondern Koreaner. Und: Die Handlung wurde aus der Zeit des Kalten Kriegs in das Jahr 2027 verlegt.

Die ehemalige Supermacht USA, ist in der fiktiven Zukunft nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das Land wurde nach inneren Unruhen in einer Blitzaktion von den Truppen der Großkoreanischen Republik (GKR), der neuen asiatischen Supermacht, besetzt. Der neue Diktator des kommunistischen Staates, Kim Jong-Un, hatte zuvor durch politische Intrigen Südkorea, Japan und weitere Teile Asiens an sich gerissen. Die Aufgabe des Spielers ist somit klar: Den roten Invasionstruppen Saures geben!

Gameplay

Eines muss man THQ lassen: So eine drückende Überlegenheit der gegnerischen Truppen hat man selten in einem First-Person-Shooter erlebt. Die Munition ist knapp. Man muss sich laufend bei den Vorräten der Gefallenen bedienen und ständig die Waffen wechseln. Aber das hat durchaus seinen Charme. Bei Spielen wie Call of Duty oder Medal of Honor hatte man immer die Feuerkraft einer Supermacht im Rücken. Nun wird man zur Abwechslung mal in die Rolle des Underdogs versetzt. Was aber nicht bedeutet, dass das Spiel übertrieben schwierig ist.

Screenshots aus Homefront

Screenshots aus Homefront

Sowohl Grafik als auch Soundeffekte sind solide - wenn auch nicht revolutionär. Überzeugen können definitiv die Licht- und Spezialeffekte. Der Spielverlauf ist flüssig. Man ist auch nicht die ganze Zeit zu Fuß unterwegs. Mit Panzern oder Helikoptern kann man den Gegnern ebenfalls ordentlich einheizen.  

Ein dicker Wermutstropfe: Die Einzelspieler-Kampagne ist viel zu kurz. Geübte Shooter-Gamer werden den Story-Modus in rund fünf Stunden hinter sich gebracht haben. Hallo? Können sich die Entwickler eigentlich vorstellen, dass es auf diesem Planeten auch Casual-Gamer gibt, die sich Ego-Shooter NICHT wegen nächtelanger Multiplayer-Duelle kaufen? Doch, THQ: Solche Gamer soll's noch geben. Die Einzelspieler-Kampagne bei Homefront ist doch super. Nur hat man hinterher das Gefühl: "War das schon alles?"

Immerhin: Der Multiplayer-Modus gehört mit zu dem besten, was das Ego-Shooter-Genre zu bieten hat. Man kann sich mit bis zu 32 Spielern in Massenschalchten stürzen. Ein Highlight ist definitiv das Battlepoints-System: Für jeden Abschuss bekommt man Punkte gut geschrieben, die sofort in verbesserte Ausrüstung, durchschlagkräftigere Waffen oder in Fahrzeuge investiert werden können. Sehr cool ist dabei vor allem ein Kampfroboter, der sich mit ausreichend Battlepoints erwerben lässt. Konkret sieht das Battlepoints-System so aus: Wenn ein nerviger Panzer auftaucht, holt man sich per Knopfdruck eine Panzerfaust oder bestellt einen Bombenteppich. Problem? Problem gelöst!

Eine innovative Idee ist auch der Battle Commander: Neben einem Haupt-Missionsziel bekommt man Zusatzaufgaben zugeteilt, etwa die Zerstörung eines gegnerischen Panzers. Wenn man den Auftrag erledigt, dann gibt's haufenweise Bonuspunkte.

Fazit

Die Story des Spiels ist großartig und weiß zu fesseln. Leider ist der Solo-Modus viel zu schnell vorbei. Der Multiplayer-Modus reißt dafür einiges raus. Ego-Shooter-Fans können bei "Homefront" auf jeden Fall zugreifen. "Call of Duty" bleibt die Referenz. Aber "Homefront" spielt auf jeden Fall in einer Liga mit "Medal of Honor".

Genre: Ego-Shooter

Hersteller: THQ

Für: PC, XBOx 360 und Playstation 3

Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

fro

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