Die Facebook-Handys sind da

Los Angeles - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will das ganze Leben seiner Mitglieder vernetzen. Das Werkzeug für diese Vision kann man auf dem Mobile World Congress in die Hand nehmen.

Monatelang war über ein “Facebook-Handy“ spekuliert worden - jetzt kommen gleich mehrere auf den Markt. Die auf dem Mobile World Congress vorgestellten Geräte tragen zwar nicht offiziell den Markennamen des weltgrößten Online-Netzwerks. Sie sind aber durch und durch auf ein Leben mit Facebook ausgerichtet. Die Vision von Gründer Mark Zuckerberg, die ganze Welt mit einem Netz von Facebook-Verbindungen zu durchziehen, soll damit greifbar werden. Die Mobiltelefone sind ein Schlüsselelement der Facebook-Strategie. Schließlich nutzen etwa ein Drittel der 600 Millionen Mitglieder das Netzwerk auch auf mobilen Geräten.

Und die meisten Sachen, die man mit anderen teilen will, erlebt man nun einmal draußen. Facebook-Apps etwa für Apples iPhone oder Googles Android-Plattform gibt es schon längst. Auf den neuen Geräten ist Facebook aber nicht nur einer der Kommunikationswege, sondern das Herzstück. Richtige Facebook-Knöpfe haben etwa die beiden Geräte, die der Hersteller HTC auf dem Mobile World Congress präsentiert. Wenn der Nutzer zum Beispiel ein Foto aufgenommen hat, beginnt der Knopf mit dem Logo zu blinken - als Einladung, das Bild gleich hochzuladen. Anderes Beispiel: Wenn man einen Song mag, kann man dies per Knopfdruck seinen Freunden mitteilen. Ruft einer der Facebook-Kontakte an, wird sein Profil angezeigt. Mit Blick auf das zumeist jugendliche Publikum sind wohl die Namen ausgewählt worden: “ChaCha“ heißt das Gerät mit einer kompletten Tastatur unter dem Bildschirm, “Salsa“ ist die Variante mit einem großen Touchscreen.

Über Monate hatte Zuckerberg dementiert, dass es ein “Facebook-Telefon“ geben werde. Nun kommt heraus: Es ist nicht eins, es sind Dutzende. Per Videoschaltung kündigte der Gründer für dieses Jahr noch weitere Geräte mit tiefgreifender Facebook-Integration an. Bereits vergangene Woche präsentierte der kaum bekannte Hersteller INQ zwei Telefone, die ebenfalls um Facebook herum aufgebaut sind. Es gibt einen direkten Zugang zu Pinnwand, Chat oder Kontaktlisten, auf dem Bildschirm laufen die Nachrichten der Freunde ein, die Facebook-Ereignisse werden direkt in den Kalender eingetragen. Wie auch bei den HTC-Geräten ist als Betriebssystem Android installiert.

Einen überraschenden Ansatz stellte in Barcelona der Smartcard-Spezialist Gemalto vor. Er will einige Grundfunktionen von Facebook in die SIM-Karten der Handys integrieren. Der Vorteil dieser Lösung: Nutzer brauchen keine Smartphones oder teure Datentarife, um Status-Updates oder Kontaktanfragen zu lesen oder abzusetzen. Anderseits kann man auf Basis der SMS-Technologie natürlich keine Fotos und Videos ansehen und hochladen. Insofern dürfte die Lösung eher in Entwicklungsländern Zuspruch finden, die aber als Wachstumsmärkte gelten. Kostenlos soll “Facebook for SIM“ auch nicht sein - nach einer Gratis-Testphase werde eine Abo-Gebühr fällig, hieß es.

dpa

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