"Civilization" lässt die Erde hinter sich

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Harmonisch: So sieht es aus, wenn Menschen und Aliens in "Civilization: Beyond Earth" in Eintracht leben. Foto: 2K Games

Berlin (dpa/tmn) - "Civilization" geht neue Wege: Im neuesten Teil des Strategiespielklassikers finden nun auch Rollenspielelemente ihren Platz. Das Ergebnis bietet Gamern mehr Freiheiten und viel Science-Fiction.

"Beyond Earth" heißt der neueste Teil der populären Strategiespiel-Serie "Civilization". Entwickler Firaxis nimmt den Spieler mit in den Weltraum und in die Zukunft. Denn die Erde, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Umweltverschmutzung, Erderwärmung und Überbevölkerung haben den Planeten unbewohnbar gemacht. Die einzige Chance für die Menschheit: eine neue Welt finden und sie besiedeln.

Der Spieler steigt genau an diesem Punkt ein. Zunächst entscheidet er sich für einen Sponsoren und kann durch die Wahl einen Vorteil erwerben. Die Panasien-Kooperative produziert etwa schneller, die Afrikanische Union wächst schneller und Brasilia ist militärisch gut aufgestellt. Um den Start zu erleichtern, darf man auch noch weitere Vorteile wählen, beispielsweise eine Forscher-Crew oder einen Tektonik-Scanner zum Aufspüren von Ressourcen.

Sind die Startbedingungen geklärt, geht es direkt ins All und auf den Planeten als neuer Heimat der Menschen. Der Aufbau der neuen Zivilisation kann beginnen. Dabei wurden viele Spielelemente vom Vorgänger "Civilization V" übernommen, darunter die sechseckigen Geländefelder, die Kampfsysteme, die Handelswege oder auch der Ausbau der Städte. Einige Elemente wurden aber auch nur kosmetisch erneuert: Beispielsweise handeln die Kolonien statt mit Gold nun mit Energie, Zufriedenheit wurde durch allgemeine Gesundheit ersetzt.

Gleichzeitig steckt "Beyond Earth" voller Neuerungen. Dazu zählen etwa Rollenspiel-Elemente, die "Civilization"-Schöpfer Sid Meier und seine Entwicklerschmiede Firaxis ersonnen haben: Der Spieler muss sich etwa entscheiden, ob er tendenziell den Weg einer recht kriegerischen Vorherrschaft einschlägt, oder in friedlicher Koexistenz mit den auf dem Planeten vorgefundenen Aliens nach Harmonie strebt.

Doch egal für welche der insgesamt drei sogenannten Affinitäten sich der Spieler entscheidet: Ohne Forschung geht es nicht. Hier kommt das neue, sogenannte Technologienetz ins Spiel. Ausgehend vom Zentrum seiner Kolonie gilt es, ein Forschungsnetz zu spannen. Dabei muss man auf Symbole achten, die jene Forschungswege ausweisen, die die gewählte Affinität am besten unterstützen. Insgesamt ist der Spieler in seinen Entscheidungen freier als bei den Vorgänger-Teilen, und jedes Spiel verläuft anders. Das steigert im Vergleich zu den Vorgängern den Wiederspielwert deutlich.

Neben dem Fleißweg der Affinitäten gibt es noch zwei zusätzliche Arten, das Spiel zu gewinnen: alle Hauptstädte der Gegner übernehmen oder Kontakt zu mysteriösen Aliens aufnehmen. Welchen Sieg man anstrebt und auf welchem Weg man dorthin gelangt, bleibt - wie bei den bisherigen Teilen der "Civilization"-Reihe auch - dem Spieler überlassen.

Die Mischung aus alten und neuen Spielelementen machen "Beyond Earth" zu einer Art Zwitter irgendwo zwischen eigenständigem Spiel und Add-on im Science-Fiction-Look. Einen langweiligen Aufguss im neuen Gewand liefert Firaxis in jedem Fall nicht ab. Anhänger rundenbasierter Strategiespiele können unbesorgt zugreifen - und eingefleischte Fans der Reihe sowieso.

"Sid Meier's Civilization: Beyond Earth" - so heißt der Titel in voller Länge - kostet rund 50 Euro, hat eine Jugendfreigabe ab zwölf Jahren und ist zunächst nur für Windows-PCs verfügbar. Laut Publisher 2K sollen aber auch noch Mac- und Linux-Versionen folgen.

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