Volks-Kombi

Der neue Golf Variant – besser als Audi A4 Avant, 5er Touring und Passat Kombi?

Roter VW Golf Variant Illustration
+
Bis zur B-Säule erkennt man zwischen dem Variant und der viertürigen Golf-Limousine kaum einen Unterschied. Besonders auffällig sind die kräftigen Schultern beim Kombi.

Er ist fast so groß wie seine großen Brüder. Und kostet zwischen 8.000 und 27.000 Euro weniger. Der neue Golf Variant greift Audi A4 Avant, Passat Variant und 5er BMW an, zumindest beim Platz-Angebot.

  • Der Volkswagen (VW) Golf Variant aus Wolfsburg legt bei Länge und Radstand um 6,6 Zentimeter zu.
  • In den Kofferraum passt weit mehr als in einen BWM 5er Touring*.
  • Schon im Basismodell steckt jede Menge Technik – fast wie bei einem Japaner.

Den Golf Variant gibt es seit 1993 – und damit erst in der sechsten Generation. Bei Volkswagen (VW) hatte man den Volks-Kombi lange hinausgezögert, weil er von der Größe her zu nah am Passat Variant lag – und man sich ungern selbst Konkurrenz machen wollte. Erst als der große Bruder über sich hinauswuchs, durfte der Golf III als Kombi auf den Markt. Er hat seitdem drei Millionen Käufer gefunden.

VW Golf Variant 2020: Familienkutsche und Lademeister

Bis zur B-Säule ist dieser neue VW Golf Variant ein gewöhnlicher Golf. Das heißt, hier unterscheidet sich der Kombi optisch nicht von der viertürigen Limousine. Danach entwickelt er sein Eigenleben. Kräftige Schultern und eine nach hinten abfallende Dachlinie, ähnlich wie bei einem Coupe, verschaffen dem Variant einen eleganten Auftritt. Dabei ist dieses neue Golf-Abkömmling noch viel mehr Familienkutsche als ein herkömmlicher Golf. Ein wahrer Lademeister.

Ein echter Lademeister ist der Golf Variant. In dieser Disziplin schlägt er sogar seinen Konzernbruder, den Audi A4 Avant.

Noch 13 Zentimeter, dann ist der VW Golf Variant so groß wie ein Audi

Sowohl in der Länge als auch beim Radstand wurde der Variant um 66 Millimeter im Vergleich zum Vorgänger gestreckt. Mit 4,63 Metern fehlen ihm nur noch 13 Zentimeter, dann wäre er genauso groß wie ein Audi A4 Avant. Der Radstand misst 2,69 Meter, ebenfalls nur 13 Zentimeter weniger als beim Konzernbruder. Das ist kein Klassenunterschied mehr, obwohl der VW Golf Variant eine Klasse tiefer angesetzt ist.

Lesen Sie auch: VW Golf 8 Variant und Alltrack: Neue Funktionen auch noch nach Auslieferung

In diesem VW Golf Variant steckt ein Möbeltransporter

Schon gar nicht beim Kofferraumvolumen. Hier schlägt der neue VW Golf Variant gewaltig zu. 611 Liter Fracht passen bis zur Oberkante Rücksitzlehne hinein, beim Audi sind es nur 495 Liter. Sogar der BMW 5er Touring sieht mit seinen 570 Litern dagegen schlecht aus. Bei umgeklappter Sitzbank wird aus diesem Golf ein kleiner Möbeltransporter. 1.642 Liter stehen im Datenblatt. Beim Audi sind es nur 1.495 Liter, beim 5er immerhin 1.700. Klassenbester ist bei diesen Werten aber nach wie vor der neue Passat Variant. Mit 650 Litern schluckt er den Variant um mindestens zwei Getränketräger, wenn die Rückbank umgeklappt ist, sind es sogar 1.780 Liter. Und das ganze bei einer Fahrzeuglänge von 4,77 Metern. Das ist die Bestmarke in dieser Klasse.

Benzin-Motoren nur noch als Mild-Hybrid

Das neue Mitglied im Golfs-Rudel aus Wolfsburg wird zunächst mit fünf Motoren angeboten. Die drei Benziner sind samt und sonders so genannte eTSI-Hybridfahrzeuge. Der Dreizylinder mit 110 PS und zwei Vierzylinder mit wahlweise 130 oder 150 PS haben einen 48-Volt-Startergenerator an Bord und kommen serienmäßig mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe daher. Die Verbrauchseinsparungen sollen bei 0,4 Litern auf 100 Kilometer im Vergleich zu einem herkömmlichen Antrieb und damit bei maximal rund fünf Liter liegen. Die Dieselmotoren (115 und 150 PS) wurden mit zwei SCR-Katalysatoren ausgerüstet und haben eine zweifache Ad-Blue-Einspritzung. Laut Volkswagen gehören die Twindosing-TDI-Modelle „zu den weltweit saubersten Turbodieselmotoren“.

VW Golf Variant: Das digitale Cockpit gibt es schon im Serienmodell

Neu sind auch die Ausstattungslinien beim VW Golf Variant. Schon beim Serienumfang glaubt man eher an einen japanischen als an einen niedersächsischen Hersteller. Von vorneherein mit an Bord sind Spurhalteassistent, die City-Notbremsfunktion, sogar die elektronische Differenzialsperre. Das Cockpit ist digital, das Infotainmentsystem läuft auf einem 8,25 Zoll große Touchscreen und die Nacht wird von LED-Scheinwerfern ausgeleuchtet. Wer sich Funktionen wie Fernlichtassistent oder automatische Distanzkontrolle beim Neukauf gespart hat, oder künftig einen Gebrauchtwagen mit zu wenig Ausstattung erwirbt, muss sich nicht mehr grämen. Denn fast alle elektronischen Assistenten lassen sich nachträglich aufspielen. Natürlich nur gegen ein kleines Entgelt für Volkswagen.

Auch interessant: VW Tiguan X: Volkswagen stellt schickes SUV-Coupé vor

VW Golf Alltrack zieht bis zu zwei Tonnen Anhängelast

Parallel zum Golf Variant wird im vierten Quartal auch das Modell VW Golf Alltrack durchstarten. Zunächst nur in Europa, ab 2021 auch im Rest der Welt. Der Outdoor-Kombi wird serienmäßig auf allen vier Rädern angetrieben, hat erhöhte Bodenfreiheit und spezifische Stoßfänger. Ähnlich wie GTI und GTE funkeln im großen Lufteinlass unter dem Kühlergrill auf jeder Fahrzeugseite fünf Nebelscheinwerfer-LED´s. Als Zugfahrzeug ist der Variant Alltrack bärenstark. Je nach Motor schafft er bis zu zwei Tonnen Anhängelast (gebremst, bei zwölf Prozent Steigung).

Mehr Bodenfreiheit und serienmäßig Allardantrieb hat der Variant Alltrack. Eine Golf-Variante, die es erst seit 2015 gibt.

Und das kostet der VW Golf Variant im Vergleich zur Premium-Konkurrenz

Preise wurden in Wolfsburg noch nicht genannt. Gerüchten zufolge kann man aber davon ausgehen, dass der VW Golf Variant bei rund 23.000 Euro landen wird. Ein Audi A4 Avant kommt als A 35 TFSI mit 150 PS und Einstiegs-Ausstattung auf 35.250 Euro und schlägt damit um rund 12.000 Euro mehr zu Buche. Technisch dürften die beiden Modelle auf Augenhöhe liegen, mehr Platz bietet der Wolfsburger. Ob 13 Zentimeter mehr Länge und das Image diesen Mehrpreis rechtfertigen – das muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden. Der Vollständigkeit halber seien die Preise der hier verglichenen Premium-Konkurrenz noch erwähnt: Der günstigste Passat liegt bei 31.334 Euro. Der Basis 5er Touring will als 520i dann schon richtig Geld sehen: Mit 50.000 Euro ist man hier dabei. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Weiterlesen: Handy am Steuer: Darf ich eigentlich aufs Handy schauen, wenn das Auto steht?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare