Auf Sparflamme

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Sportwagen mit drei Pötten: BMW kommt bei der Studie Vision Efficient Dynamics mit einem Dreizylinder-Diesel aus.

Downsizing - das ist noch lange vor Hybrid- und Elektroantrieb der jetzt bestimmende Trend unter der Motorhaube. Motoren von morgen büßen nach dem Hubraum auch noch Zylinder ein.

Denn kleinere Aggregate, die ihren fehlenden Hubraum durch Aufladung und Direkteinspritzung kompensieren, sind sparsamer und obendrein noch leichter, heißt es bei VW.

Als Paradebeispiel gilt der 1,4 Liter großen Vierzylinder der im Konzern eine Leistungsspanne von 80 bis 160 PS abdeckt. Doch nur mit kleinen Hubräumen ist es offenbar nicht mehr getan: In der zweiten Runde des Downsizing geht es nun ganzen Zylindern an den Kragen. Bislang eher exotische Motoren mit drei Brennkammern werden deshalb wohl bald salonfähig, und selbst der Zweizylinder feiert ein Comeback.

Schon lange setzen die Wolfsburger in Polo und Lupo mit großem Erfolg einen Dreizylinder ein. Ähnliche Konzepte sind auch für die „New Small Family“ rund um die Studie Up! geplant. Sogar über Zweizylinder wird mit Blick auf den Preis und den Verbrauch des künftigen Einstiegsmodells nachgedacht. Während dazu bei VW eine endgültige Entscheidung noch aussteht, hat Fiat bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Dort wird es schon bald einen Zweizylinder geben. Der Motor nutzt die neue Multi- Air-Technologie mit variabler Ventilsteuerung. Er bekommt eine Benzindirekteinspritzung und dürfte seinen Einstand in einem Kleinwagen geben, der unter dem Panda und dem Fiat 500 positioniert wird. Auch BMW verliert die Scheu vor kleinen Triebwerken und plant den Einsatz eines Dreizylinders.

Nachdem die Bayern in ihrer IAA-Studie „Vision Efficient Dynamics“ bereits gezeigt haben, wie sie aus einem 1,5-l-Dreizylinder- Diesel 163 PS holen können, wird es eine vergleichbare Lösung künftig auch in Serienfahrzeugen geben. Allerdings ist damit dann das Ende der Fahnenstange erreicht - weniger als drei Zylinder wird es bei BMW nicht geben. Natürlich sind Zwei- oder Dreizylinder vor allem ein Thema für Kleinwagen und die Kompaktklasse. Doch auch darüber setzt zurzeit ein Umdenken ein, das immer mehr Zylindern den Garaus machen könnte. Wobei die Zahl der Zylinder natürlich auch eine Frage des Prestiges ist.

Der neue BMW Vision Efficient Dynamics

Der neue BMW Vision EfficientDynamics

Auf den V8-Diesel will Audi deshalb fürs erste ebenso wenig verzichten wie auf den Zwölfzylinder-Benziner: Beide Motor-Typen sind aus diesem Grund auch für die nächste Generation des A8 gesetzt. Allerdings rudern die Hersteller auch in der Oberklasse ein wenig zurück. Hybridmodule wie in der S-Klasse von Mercedes oder im 7er von BMW sind die eine Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust auf große Motoren zu verzichten. Der Elektromotor kann dann mühelos zwei bis vier Zylinder ersetzen. Schon jetzt wirbt Mercedes etwa für den V6- Geländewagen ML Hybrid mit den Fahrleistungen eines Acht- und dem Verbrauch eines Vierzylinders.

Eine andere Variante ist die Zylinderabschaltung. Hier werden einzelne Brennkammern im Teillastbetrieb unbemerkt stillgelegt, so dass der Motor nur bei Vollgas mit allen Töpfen läuft. Das System war vor 10, 15 Jahren schon mal verfügbar und kommt jetzt wieder in Mode. In Ingolstadt arbeitet man nicht nur bei V8- Motoren an der Zylinderabschaltung, sondern auch bei Triebwerken bis herunter zu vier Brennkammern. Dass es selbst in der Oberklasse ohne viele Zylinder gehen könnte, hat Mercedes mit der Studie F 700 bewiesen, unter deren Haube ein ebenso sparsamer wie starker „Diesotto“-Motor die Vorzüge von Benziner und Diesel vereint. Bis zur Marktreife dieser Technik müssen die Ingenieure allerdings nicht nur an Zuverlässigkeit und Laufkultur arbeiten, sondern sich auch über den Vertrieb und Bezeichnung des Vierzylinders mit gerade einmal 1,8 Liter Hubraum Gedanken machen. Denn die Fahrleistungen des 258 PS starken Modells sind durchaus adäquat. Aber einen S 180 wird man neben einem S 500 oder S 600 wohl schwerlich verkaufen können.

osw.

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