Mercedes SLK 55 AMG

Der dynamische Deutsche

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Oben ohne, aber nicht ohne: Der SLK 55 von AMG ist ein Spaßauto für Genießer.

AMG. Drei Buchstaben! Ein Gedanke! Noch bis vorvorgestern standen sie für dicke Rohre, nackte Kalender, Muskelshirts und Testosteron – die Erinnerung riecht nach Schweiß, Benzin und Schmieröl.

Aber das ist lange vorbei, spätestens seit der Erfindung der Stil-Ikone SLS. AMG hat das Image einer protzigen PS- und Tuning-Schmiede abgestreift. AMG von heute ist Mercedes pur, für fast alle Modelle gibt es Zusatzpower aus Affalterbach. AMG steht heute für zeitlose, stilvolle Eleganz. Aber auch für Kraft. Denn die handsignierten Motoren sind für Kenner echte Leckerbissen. Wir fuhren den SLK 55 AMG.

Für ungeduldige Fahrer, die es gar nicht erwarten können, die 422 Pferde loszujagen, hat der SLK ein Gustostück parat: Schon nach zwei bis drei Kilometern hat das Achtzylinder-Aggregat Betriebstemperatur, und los geht’s: sonorer Sound, brabbelnd-blubbernd, trompetend und bei offenem Verdeck noch kerniger. Das Aggregat reagiert sofort, das Auto galoppiert los, kraftvoll, dynamisch. Weniger ungestüm, dafür konsequent fordernd. Ein Motor nichts für ungeduldige jugendliche Liebhaber, sondern für den erfahrenen, älteren Connaisseur. Laufruhig, verlässlich, aber jederzeit für Spitzenleistungen gut. Die nackten Daten: In 4,6 Sekunden schafft es das 5,5-Liter-Aggregat ganz ohne Turbolader von 0 auf 100 (Drehmoment von 540 Nm). Dabei verbraucht er laut Hersteller dank reibungsloser und kaum merklicher Zylinderabschaltung 8,4 Liter pro 100 Kilometer, im Test waren es 10,5 Liter bei zurückhaltender, aber trotzdem zackiger Fahrweise. Das ist schon sehr ordentlich.

Der Mercedes SLK 55 AMG

Der neue Mercedes SLK 55 AMG

Da passt kein PS mehr rein: 5,5 Liter Hubraum hat der gewaltige Achtzylinder.

Was es zu meckern gibt? Nicht viel, aber rummäkeln muss man auf alle Fälle an den beiden wie nachträglich eingebaut wirkenden Tropfbehältern im Kofferraum, die mehr schlecht als recht versuchen, das Wasser der Heckklappenrinnen aufzufangen und bei denen oft was danebengeht. Ebenfalls ärgerlich: Die seit zwei Jahren existierende Umgehungsstraße auf dem Weg in die Stadt kennt auch dieses Navigationsgerät nicht. Jetzt könnte man behaupten, der Straßenbau sei überraschend und um einiges früher abgeschlossen worden, aber das passiert eher selten bei öffentlichen Bauvorhaben und war auch hier nicht der Fall.

Fazit

AMG ist Fahrspaß pur – auch beim kleinen Cabrio, dem SLK. Es muss nicht immer gleich ein SL sein.

RDF

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