Jedes zweite Auto auf deutschen Straßen hat Mängel

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Nicht jedes Auto auf deutschen Straßen ist so gut in Schuss wie dieser Oldtimer.

Leipzig - Kaputte Bremsen, defekte Räder und Elektrik: KFZ-Gutachter haben jetzt erschreckende Erkenntnisse veröffentlicht.

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Jedes zweite Auto (51,8 Prozent) auf deutschen Straßen hat einen erheblichen Mangel. Das teilte die Gutachterorganisation Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) am Freitag in Leipzig anlässlich der Messe Auto Mobil International (AMI) mit.

Die Dekra forderte unterdessen die Einführung für Wechselkennzeichen, damit mehr verbrauchsarme Zweitwagen angemeldet werden. Es fahre “zu viel Schrott auf den Straßen herum“, kritisierte GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi. “Die Jahr für Jahr steigende Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln bis hin zur Verkehrsunsicherheit ist besorgniserregend.“

Jedes sechste Fahrzeug wies defekte Bremsen auf. An rund acht Millionen der 42 Millionen zugelassenen Fahrzeuge stellten die Techniker bei der Hauptuntersuchung erhebliche Mängel fest. Vor allem die Beleuchtung und Elektrik waren defekt, danach folgen Probleme an der Bremsanlage und Mängel an Achsen, Rädern oder Reifen. Die Zahl der Mängel steigt vor allem mit zunehmenden Alter der Fahrzeuge an. Über 70 Prozent der Fahrzeuge, die neun Jahre oder älter sind, wiesen 2009 Mängel auf. Rund ein Viertel musste sogar als verkehrsunsicher eingestuft werden. Ohne Beanstandung durch die technische Prüfung kamen 48,2 Prozent der Fahrzeuge.

Das durchschnittliche Alter der Autos ist dank Abwrackprämie rückläufig und liegt nun bei 8,1 Jahren. Rund zwei Millionen Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von 13 Jahren wurden laut GTÜ im Zuge der Abwrackprämie verschrottet.

Bei den Taxen wies fast jedes fünfte Fahrzeug in Deutschland bei der technischen Überprüfung erhebliche Mängel auf. Mit einer Beanstandungsquote von 18,1 Prozent fiel die Bilanz allerdings nur geringfügig schlechter aus als bei normalen Personenwagen.

Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke sprach sich für die Einführung von Wechselkennzeichen aus. Diese brächten wichtige Impulse für die Verbreitung abgasarmer Zweitwagen oder Elektroautos.

Solche Kennzeichen, die für mehrere Fahrzeuge eines Haushalts genutzt werden können, gibt es bereits in der Schweiz und in Österreich. Bei Wechselkennzeichen wird die Kfz-Steuer nur noch für das Fahrzeug mit der höchsten Steuerklasse fällig. Es kann je nach Bedarf an ein anderes zum Haushalt gehörendes Fahrzeug angebracht werden, wenn man etwa in der Stadt mit einem kleineren Wagen unterwegs zu möchte. Ausgeschlossen ist bei dem Wechselkennzeichen-Modell allerdings die gleichzeitige Nutzung mehrerer Fahrzeuge.

Mit dem Einsatz besonderer Technologien sowie angepasstem Fahrverhalten seien Spriteinsparungen zwischen 7 und 20 Prozent möglich, betonten die Experten. Auch Lösungen wie der vermehrte Bau von Kreisverkehren, die weitere Verbreitung des “Grünen Pfeils“ für Rechtsabbieger oder der konsequente Ausbau von Strecken mit so genannter “Grüner Welle“ könnten dazu beitragen, den Verbrauch von Kraftstoffen für den Individualverkehr zu senken.

Auf der AMI sowie den Fachmessen für Fahrzeugteile, Werkstatt und Service (AMITEC) und der Branchenmesse für Unterhaltungs-, Kommunikations- und Navigationstechnik (AMICOM) zeigen vom (morgigen) Samstag bis zum 18. April 465 Aussteller aus 17 Ländern ihre Neuheiten. Nach Angaben der Messeleitung werden mehr als 60 Fahrzeuge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, darunter sechs Weltpremieren.

AP

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