Hyundai i30: Aufregender Europäer aus Fernost

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Der neue i30 kann Golf & Co. gefährlich werden: Schon sein Vorgänger wurde die Nr. 6 der meistverkauften Modelle im C-Segment

Der neue Hyundai i30 mischt die Kompaktwelt auf. Ab 23. März steht die zweite Generation beim Händler. Und lehrt die Mitbewerber das Fürchten …

Komfortable Bedienbarkeit: Das Cockpit erweist sich als übersichtlich, die Haptik der Oberflächen als gefällig

Das Segment der Kompaktwagen ist das am härtesten umkämpfte der Autobranche. Der VW Golf ist hier zu Hause; Peugeot 308, Ford Focus und Opel Astra buhlen um die Gunst der Käufer. Und seit 2007 mischt auch Hyundai kräftig mit – der i30 avancierte innerhalb der vergangenen fünf Jahre nicht nur zum Bestseller seiner Marke, sondern mit mehr als 400.000 verkauften Autos europaweit auch zur Nummer 6 der meistverkauften Modelle seiner Klasse. Ab 23. März steht die zweite Generation beim Händler. Und lehrt die Mitbewerber das Fürchten …

Der erste Eindruck

Die Zielgruppe wird mit männlich, 47 Jahre und gebunden umschrieben. Unser Tester ist weiblich, weit unter der Altersgrenze und Single. Nicht schlimm, denn auch ihr gefallen die kompakten, dynamischen Formen des i30, die übrigens von Designer Thomas Bürkle (51, Ex-BMW) federführend entworfen und umgesetzt wurden. Seine Philosophie nennt er "Fluicid Sculpture" und meint damit die Kunst, die Linien des Wagens fließen zu lassen.

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Der eigens für den Euro-Raum konzipierte Wagen begeistert auch im Innenraum. Der ist gewachsen – die Frontpassagiere verfügen nun über 30 Millimeter mehr Kopf-, elf Millimeter mehr Fuß- und fünf Millimeter mehr Schulterraum. Auch der Kofferraum verträgt zufriedenstellend mehr und wuchs um elf Prozent auf 378 Liter. Er ist durch das Umlegen der Rückbank zusätzlich erweiterbar auf 1.316 Liter. Die Oberflächen sind ansprechend, inein­ander stimmig und exzellent verarbeitet. Kurz: Der Südkoreaner ist außen wie innen ein Ästhet. Dennoch gibt es Kritik: Durch die dicke C-Säule wird der Schulterblick getrübt. Bei 90-Grad-Kurven in der Stadt besser einmal mehr nach herbeisausenden Radlfahrern Ausschau halten. Und: Die mittlere Kopfstütze der Rückbank ist bestenfalls für Kinder oder kleine Erwachsene geeignet – sie lässt sich nicht auf das Maß der anderen herausziehen.

Das kompakte Hinterteil des i30 ist sehr ansehnlich und sorgt für eine sportliche Optik. Der Spoiler ist übrigens serienmäßig

Den i30 gibt es in drei Ausstattungsvarianten: Classic, Trend und Style mit zahlreichen Extras. Doch schon das Basismodell (ab 15.850 Euro) ist serienmäßig u.a. mit LED-Tagfahrlicht, elektrisch verstellbaren sowie beheizbaren Außenspiegeln, dem praktischen Bergfahrassistenten HAC, Sechsganggetriebe, Klimaanlage usw. ausgestattet. Sechs Airbags sorgen für Sicherheit im Ernstfall, für die Linien Trend und Style gibt es zusätzlich den Knieairbag.

Für den fünftürigen i30 stehen insgesamt fünf Motorvarianten zur Verfügung – zwei Benziner (99 und 135 PS) und drei Diesel mit je 1,4 und 1,6 Litern Hubraum sowie die verbrauchsoptimierte blue-Variante des 1,6-Liter CRDI-Aggregats. Wir fuhren den großen Benziner (135 PS, 164 Nm/4.850 U/min, Spitze 192 km/h), den kleinen Diesel (90 PS, 220 Nm/1500-2750 U/min, Spitze 170 km/h) sowie den blue (128 PS, bis zu 188 km/h) zur Probe.

Kurzes Fazit

Alle drei gehen gut, der Benziner ist bei schnellerer Fahrt aber recht laut. Der kleine Diesel könnte stärker anziehen, beim blue gibt’s hingegen nichts zu meckern – er sorgt bei jeder Gelegenheit für Fahrfreude.

Alle Varianten sind dem Downsizing verpflichtet: weniger Emissionen, weniger Durst – wobei wir den angegebenen Gesamtverbrauch (zwischen 3,7 und 4,1 Liter Diesel sowie 5,7 Liter Super) regelmäßig und deutlich überschritten.

Dennoch: "Der Wagen hat Pep, ist unkompliziert und macht Spaß", schwärmt Hyundai-Markenbotschafter Jürgen Klinsmann vom i30. Und diesem Urteil kann sich die Testerin nur anschließen.

K. Basaran

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