Gläserne Aussichten

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Sonnenschein im Cockpit: Die verlängerte Frontscheibe des Citroën C3 endet erst weit hinter den Köpfen.

Autofahrer können sich über eine bessere Aussicht freuen: Setzten die Designer viele Jahre auf immer kleinere Fensterflächen, wächst derzeit der Glaseinsatz am Auto wieder.

Auch werden für viele neue Modelle sogenannte Panoramadächer angeboten. Wollten die Designer ihren Kunden bislang eine intime, geborgene Atmosphäre vorspielen, geht es jetzt immer häufiger um lichte und luftige Räume.

Auch bei schlechtem Wetter: Das versenkbare Hardtop des Mégane Coupé-Cabriolets besteht fast vollständig aus Glas.

Selbst vor Cabrios macht dieser Trend nicht halt. Damit man auch bei schlechtem Wetter schöne Aussichten genießen kann, wurde auch beim neuen Mégane Coupé- Cabriolet ein Glasdach in das versenkbare Hardtop integriert. Volkswagen hat beim Eos in das transparente Verdeck sogar noch ein Schiebdach integriert. Die Autobauer schneiden aber nicht nur immer größere Löcher ins Dach. Beim Citroën C3 wurde die Frontscheibe so weit verlängert, dass sie erst weit hinter den Köpfen endet. Solch große Scheiben sind kein Problem für die Stabilität der Karosseriestruktur. Denn Glas ist bei entsprechender Verarbeitung sogar widerstandsfähiger und verwindungssteifer als Blech.

Neue Aussichten: Mercedes arbeitet an einem Panoramadach, das sich auf Knopfdruck tönen lässt und so die Sonne abhält.

Auch bei einem Unfall droht kein Unheil: So wie die Frontscheiben sind auch die transparenten Dächer aus einem speziellen Sicherheitsglasgefertigt. Folienzwischen den Glasschichten sollen dafürsorgen, dassPanoramadächer selbst bei einem Überschlag nicht splittern. Während der Einsatz offenbar unkompliziert ist, stellt die Produktion eine große Herausforderung dar. Vor allem stark gebogene Glasflächen sind extrem schwierig zu fertigen, hört man bei Opel in Rüsselsheim. Dort jedenfalls ist man von den Erfahrungen beim letzten Astra GTC so weit kuriert, dass die Panoramafrontscheibe beim nächsten Astra-Dreitürer aus der Optionsliste gestrichen werden soll.

Die wachsenden Glasflächen bergen auch noch andere Probleme: Durch sie kann sich das Auto unangenehm stark aufheizen. Das erforderte bislang die Entwicklung aufwendiger Rollos, Jalousien oder Vorhänge. Die wiederum benötigen viel Mechanik, brauchen viel Platz und bringen zusätzliches Gewicht ins Auto. Um das zu vermeiden, entwickelt Mercedes gerade eine alternative Beschattungstechnik: Scheiben, die sich in Sekundenbruchteilen auf Knopfdruck komplett verdunkeln. Möglich machen das mikroskopisch kleine Metallpartikel in einer Flüssigkeit, die zwischen zwei Glasschichten eingegossen ist. Die Partikel treiben nach dem Zufallsprinzip in der Trägerlösung und bilden so eine Blockade für das Sonnenlicht.

Legt man dagegen eine elektrische Spannung an, richten sich diese Sperrstifte senkrecht aus und lassen die Strahlen passieren - wie eine Jalousie, deren Lamellen man ins Licht dreht.Damit kann man den Klimakomfort im Auto deutlich steigern, heißt es in Stuttgart. Bei einer baldigen Serienreife mit einem Aufpreis von wenigen hundert Euro. Ein weiterer Vorteil: Wenn sich das Auto nicht so stark aufheizt, muss die Klimaanlage weniger leisten und braucht deshalb auch weniger Sprit.

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