Will.i.am gibt Konzert in Oberhausen

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OBERHAUSEN - Tausendsassa Will.i.am - Musiker, Produzent, DJ, Modemacher, Stiftungsgründer et cetera pp - steht am Samstagabend in der Arena in Oberhausen beim einzigen Deutschlandkonzert im Rahmen seiner Welttournee auf der Bühne. Während vor der Arena an der künstlichen Rodelbahn des Centro gemütlich Après-Ski mit DJ-Ötzi-Songs gefeiert wird, gibt es für die rund 8.500 Zuhörer drinnen mehr zu tanzen.

Von Tim Griese

Viel Hip-Hop, noch mehr Electropop und vor allem ein große Portion Dance hat der 38-Jährige Kalifornier, ein Viertel der Band "The Black Eyed Peas, ins Ruhrgebiet mitgebracht und präsentiert unter anderem "#thatPOWER", bei dem Duettpartner Justin Bieber auf der Leinwand eingespielt wird, und "Scream & Shout", das Will.i.am mit Britney Spears intoniert, die ebenfalls großflächig auf den Hintergrund projiziert wird.

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Will.i.am beim Konzert in Oberhausen

In drei große Blöcke hat der Musiker seine Show eingeteilt, die allesamt etwas von seinem umfassenden Können offenbaren sollen. So ganz zusammen passt das alles nicht und ist mehr eine bunt vollgestopfte Wunderkiste mit zusammengewürfelten Musikfetzen wie in einem auf rund 90 Minuten ausgedehnten wilden MTV-Musikvideo in live, dem ein wenig der rote Faden abgeht.

Dass das ganze wenig durchdacht scheint, macht den Auftritt aber auch sympathisch: Wenn Will.i.am alleine auf der großen Bühne steht, sich als Hip-Hop-Fan outet und kumpelhaft allen MCs in der Halle Mut macht, ihren Weg weiterzugehen, wirkt das wenig einstudiert. Oder wenn er wieder einmal mit seinem "Lieblingsinstrument", dem I-Pad, wie ein kleines Kind herumspielt und beinahe die Welt um sich herum vergisst ob der App, mit der man mit ein paar Daumendrücken fette Beats produzieren kann, dann ist das schon liebenswürdig.

Zwei große, mit Stoff überzogene Gestelle, die Köpfe darstellen, auf die immer wieder Gesichter gestrahlt werden, stehen am Anfang auf der Bühne. Im "offenen Gehirn" nehmen die DJs Platz, die den Star unterstützen. Recht früh schon erklimmt Will.i.am einen dritten, rund zehn Meter hohen Schädel, der zwischen die anderen auf die Bühne herausgefahren wird. Die Bässe bumsen ohrenbetäubend, während er da oben an den Knöpfen dreht, das Publikum anfeuert und mit einem großen Scheinwerfer Zuhörer blendet. Atmosphärisch hat das etwas von der Mayday, die Fans finden es gut und tanzen ausgelassen in der Disco Oberhausen.

Vor dem DJ-Set sehen sie Will.i.am im kruden Outfit mit Pumphose, Sonnenbrille und Amish-Hut bei roboterhaften Bewegungen und mit Fliege und Zylinder steppend wie einst Fred Astaire. Danach sind die Black Eyed Peas an der Reihe: Nacheinander feiert Will.i.am die Hits der Band ab, die sich nicht getrennt habe und im kommenden Jahr wieder auf Tour gehe, wie der Musiker erklärt. "The Time (Dirty Bit)", "I Gotta Feeling" und "Where Is the Love?" gehören dazu. Die feierwillige Meute ist aus dem Häuschen.

Auch, wenn die ganzen Stars, mit denen Will.i.ams eindrucksvolles Portfolio aufwarten kann, nur als eindimensionale Flimmer-Riesenabbilder erscheinen, hat der Musiker ebenso Unterstützung in Fleisch und Blut dabei: die Sängerin Lea McFall etwa, die mit Will.i.am als Coach in diesem Jahr den zweiten Platz bei The Voice UK erreichte und jetzt einen kleinen Karriereanschub bekommt, Dante Santiago, der ganz früher mal Bandmitglied bei den Black Eyed Peas war, und Shelby Spalione, mit der er "Bang Bang" für Soundtrack von "Der große Gatsby" eingesungen hat. Zum Schluss gesellt sich auch Nelson Mandela per Foto dazu. Überall schwirren die Handylichter in der abgedunkelten Halle umher, und Will.i.am ehrt den "Präsidenten der Welt".

Ganz am Ende ist er aber wieder alleine. Für eine Zugabe kommt er zurück und gibt ein wenig unbeholfen bekannt, dass er gar nicht wisse, was er noch spielen könne. Also holt Will.i.am wieder sein Tablet hervor und freestylt für seine Fans. Sympathisch, wie gesagt.

Quelle: wa.de

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